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Brandenburg/Havel Die Kunst der Sylvia Vandermeer
Lokales Brandenburg/Havel Die Kunst der Sylvia Vandermeer
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08:00 01.02.2016
Künstlerin Sylvia Vandermeer gab in der Nikolaikirche eine Einführung in ihr Werk. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg/H

Die frühen Besucher, die am Samstagabend an der Ausstellungseröffnung „Kreuzweg Jesu Christi“ in St. Nikolai teilnahmen, erwarteten nicht nur altmeisterlich gemalte, farbenfrohe Bilder mit faszinierender Leuchtkraft von Sylvia Vandermeer. Sie erlebten auch den Schluss der samstäglichen Abendandacht mit Orgelspiel und Gesang der Gemeindemitglieder.

Um nicht zu stören, schlichen sie auf Zehenspitzen an den Tafeln entlang, die _ bis ins Detail realistisch gemalt _ die einzelnen Stationen des Kreuzweges darstellen. Irritation. Denn die Menschen auf den Bildern sind modern gekleidete Zeitgenossen. Jugendliche in Jeans und Turnschuhen, Juristen im Talar, Börsenmakler oder Journalisten. Und die Soldaten, die Jesus auf dem Kreuzweg begleiten, ihn malträtieren und verhöhnen, tragen Original-Uniformen des österreichischen Bundesheeres.

Jugendliche und Juristen

Aus dem Kontrast der realistisch gemalten Motive – hier moderne Menschen und dort der Leidensweg von Jesus Christus – bezieht der Bilderzyklus eine besonders starke Wirkung. Man erschrickt als Betrachter, denn die Form der Darstellung legt ja nahe, dass sich dieses Ereignis jederzeit wiederholen könnte.

„Der Kreuzweg ist eine künstlerische Darstellungsform, in der alles vereint ist, was das Leben der Menschen ausmacht“, erläutert die Künstlerin Sylvia Vandermeer bei der Ausstellungseröffnung. „Man schaut in die tiefsten Abgründe, man schaut andererseits aber auch in die höchsten Höhen.“ Zwei Jahre habe sie sich auf dieses Projekt vorbereitet, das sie im Auftrag der katholischen Gemeinde „Stella Maris“ in Binz für den dortigen Kirchenneubau realisiert hat, erzählt die Malerin. Sie habe viel gelesen, sei viel gereist, auch in Italien sei sie gewesen. Sie habe in Wien viele Kirchen besucht, habe sich überall Kreuzwege angeschaut. Schließlich habe sie sich entschieden, Menschen von heute abzubilden.

Mit konkreten Vorstellungen, wer welche Rolle übernehmen könnte, hat Sylvia Vandermeer Kollegen und Freunde gebeten in ihrem Projekt als Modell mitzuwirken. „Das hat auch meistens geklappt“, erinnert sie sich. Ein halbes Jahr lang konnten sich die Darsteller mit ihrer Rolle auseinandersetzen. Das Projekt habe unter einem guten Stern gestanden. 54 Menschen hätten daran mitgewirkt.

54 Zeitgenossen als Darsteller

Das erste Wunder: Alle 54 hatten an ein- und demselben Tag Zeit. Schwierigkeiten lösten sich ganz unerwartet auf. So gab es beispielsweise in Wien im Winter kein Material für die Dornenkrone zu kaufen. Eine Frau, die davon gehört hatte, ging in ihren Garten, schnitt die verblühten Rosen ab und flocht aus den dornigen Stängeln mit blutigen Fingern eine Dornenkrone, die sie der Künstlerin schenkte.

Die Mitarbeit am Projekt Kreuzweg hatte auch Auswirkungen auf die Darsteller. Der Mann, der im Projekt den Pontius Pilatus darstellte, schaffte es damals kaum, in den Spiegel zu schauen. Denn als Bankmanager hatte er unmittelbar vorher 500 Mitarbeiter entlassen müssen. Bald darauf kündigte er bei der Bank, machte sich selbstständig und beschäftigt inzwischen mehr als 70 Mitarbeiter.

Die Ausstellung ist bis zum 10. April, jeweils samstags und sonntags von 14 bis 16 Uhr, in St. Nikolai in Brandenburg an der Havel zu sehen.

Von ab

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