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Die Lebenslinie der Region

Götz Lemberg porträtiert die Havelregion Die Lebenslinie der Region

Der in Berlin lebende Künstler Götz Lemberg, bekannt für seine Lichtinstallationen und Fotografien, wird vom 4. Juli bis 11. September in der Brandenburger Brennabor-Kunsthalle die wohl spektakulärste Ausstellung zeigen, auf die die Buga-Region in diesem Jahr schaut. Star der Schau ist schließlich die Region zwischen Havelberg und Brandenburg an der Havel selbst.

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Götz Lemberg in seinem Berliner Atelier.

Quelle: Promo

Brandenburg/Rathenow. Für Götz Lemberg (52) geht es ums Sehen. Immer. Oder besser: Das Sehen zu lernen! Der in Berlin lebende Künstler ist bekannt für seine Lichtinstallationen und seine Fotografien, die den Blick täuschen und vom Betrachter Konzentration verlangen, will dieser sich nicht hinter jenes Licht führen lassen.

„H_V_L – CUTS“ (also Havelland-Schnitte“) ist ein künstlerisches Fotoporträt der Havel und des Havellandes. Es thematisiert die enge Verflechtung von Natur und menschgemachtem Lebensraum. Viele Wochen lang ist Lemberg mit Kameras von Havelberg bis Brandenburg auf dem Fluss unterwegs gewesen, um die Region aus unterschiedlichen Blickwinkeln, aber nur von einem Standort aus zu porträtieren.

„Jede Region hat eine Lebenslinie, die sie bestimmt. Für das nordwestliche Brandenburg ist die Bestimmung sogar in den Namen eingegangen: Havelland“, sagt Lemberg weiter. Die Havel sei kein dominierender Strom. Im Gegenteil. Sie schlängele sich eher, als dass sie mitreiße. Sie forme die Landschaft und sei ein stiller, ein poetischer Fluss. Diesen Besonderheiten will Lemberg mit seinen großformatigen Landschaftsporträts ein Antlitz geben.

Mit den Fotos aus der Flusssicht „schaut die Havel gewissermaßen zurück“. Auf der ganzen Länge von Brandenburg bis an die Elbemündung wurden „Cuts“ gemacht. Das sind fotografische Schnitte durch die Landschaft. Jeder Schnitt besteht aus drei senkrecht angeordneten Aufnahmen. Gedruckt ist jeder Schnitt zwei Meter hoch und 23 Zentimeter breit.

Für die fast 100 Kilometer lange Strecke entstehen 100 „Cuts“. Nebeneinander ergeben sie ein Panorama der Unteren Havel. Und dieses Panorama spielt mit dem Konzept eines visuellen Zusammenhangs.
Es ist immer sichtbar, dass alle Fotografien Einzelaufnahmen sind. Dieses Panorama ist eine dreigeteilte fotografische Studie des Himmels, des Ufers und des Wassers. Die oberen und unteren Reihen, also Himmel und Wasser – also ohne Horizont und Landschaft – zeigen 100 verschiedene Erscheinungsform- und Farben dieser Naturelemente.

Oft sind Himmel, Land und Wasser nicht an derselben Stelle aufgenommen, aber zueinander gestellt. Die Manipulation erkennt nur, wer intensiv sieht. Im zweiten Teil der Ausstellung werden „Combines“ (Kombinationen) gezeigt. Eine Form der Zusammenstellung von Fotografien, die zwar dasselbe Motiv behandeln, aber an unterschiedlichen Orten, Tagen und Lichtbedingungen aufgenommen wurden. Auch hier thematisieren die Fotografien die Frage nach dem Zusammenhang und der Eindeutigkeit der Bildinformation.

Die Bilder hat Lemberg im Kasten, nun gilt es, sie für die Brennabor-Ausstellung auf Papier zu bringen. Auch ein Katalog ist in Planung, für den dem Vernehmen nach die Finanzierung noch nicht steht. Gleichwohl lobt Lemberg die Zusammenarbeit mit Stadt und Theater, die die Ausstellung unterstützen.

Er habe sich in die Region verliebt, sagt Lemberg. Die Jahrhunderte alte Symbiose von Mensch und Natur habe dazu geführt, dass die Menschen so seien wie die Landschaft. Schön, und doch bodenständig. Nicht farbig schrill und laut, sondern zurückhaltend wie das Land, das sich auf die Farben Grün, Braun und Blau beschränke.

Er habe beim Panorama ,aufgepasst, dass ich nicht in die Schönheitsfalle tappe“. Es gäbe im Havelland fast nichts, „was nicht durch Menschenhand geformt ist. kein Feld, kein Waldeck, das nicht angelegt wurde“. Und dieses unverwechselbare Gesicht einer stillen Landschaft zeigen Lembergs Fotos bald in der Brennabor-Galerie.

Von Benno Rougk

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