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Brandenburg/Havel Die Lindenallee in Lehnin ist am Boden
Lokales Brandenburg/Havel Die Lindenallee in Lehnin ist am Boden
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12:13 26.02.2018
Gefällte Linden in Lehnin: Kahlschlag in der Belziger Straße, bevor der Ausbau der Ortsdurchfahrt beginnen kann. Quelle: Marion von Imhoff
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Lehnin

Die mehr als hundertjährige Lindenallee in der Belziger Straße in Lehnin ist Geschichte. Die Fällarbeiten im Vorfeld des 1,7 Millionen Euro teuren Straßenausbaus entlang der Ortsdurchfahrt sind am Mittwoch zu Ende gegangen. Doch die Lehniner bewegt das Thema, der Anblick der Straße nach dem Kahlschlag tut manchem Betrachter weh. Selbst einer der Holzfäller sagte zum Resultat seiner Arbeit: „Schade um die Bäume!“

Der Chef der Linden-Apotheke, Detlef Behrend, zeigte sich trotz des Namens seines Geschäftes überraschenderweise nicht solidarisch: „Die Bäume sterben irgendwann sowieso und Linden machen nur Dreck.“ Wenn die Notwendigkeit bestehe, die Bürgersteige zu verbreitern, „dann ist es gut, dass die Linden gefällt wurden“.

Linden in Lehnin: Noch vor wenigen Tagen sah es in der Belziger Straße so aus. Quelle: Bodo Rudolph

Anfang Februar hatte sich der Nabu-Regionalverband Brandenburg an der Havel aufgeschwungen, die 23 Linden zu retten, als die Messen bereits gesungen waren. Mit einem flammenden Appell gegen die Abholzung wandte sich Vereinsvorsitzender Bodo Rudolph an die Öffentlichkeit. Alt und standfest sind sie (die Linden, Anm. d. Red.) und könnten noch sehr alt werden und das Lehniner Ortsbild prägen“, so der Nabu-Regionalchef. Die Linden seien „sehr viel wertvoller als jeder Straßenbau“, betonte er. Doch da war die Fällgenehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde schon seit Monaten erteilt.

Gefällte Linden in Lehnin: Kahlschlag in der Belziger Straße. Quelle: Marion von Imhoff

Angestrebt hatte die Abholzung die Gemeinde Kloster Lehnin auf Betreiben des Lehniner Ortsbeirates. Ortsvorsteher Frank Niewar hatte die Sorge um die Standsicherheit der Bäume öffentlich gemacht. Er legte Postkartenbilder von 1899 vor, auf denen die Linden bereits sieben, acht Meter hoch gewachsen waren.

Für Niewar ist klar, die Linden waren gut 130 Jahre alt. Die Untere Naturschutzbehörde hatte die Bäume dagegen auf 70 Jahre geschätzt und die Fällung zuvor abgelehnt. Das war im August vorigen Jahres. Im September 2017, nach einem Vor-Ort-Termin mit dem Landesbetrieb Straßenwesen, der Gemeinde Kloster Lehnin und der Unteren Naturschutzbehörde gab es grünes Licht für die Fällung.

Michaela Penning ist schockiert über die Fällung der Linden. Quelle: Marion von Imhoff

Dann kamen die Stürme über die Mark Brandenburg und Deutschland. Die Linden überstanden das unbeschadet, doch die Angst der Anwohner wurde nicht weniger. Während die einen die Stürme als Beleg sahen, dass die alten Bäume zu gefährlich seien, sah es Nabu-Regionalvorsitzender Bodo Rudolph andersherum: Die Linden hätten den Orkanböen getrotzt. „Alt und standfest sind sie also und könnten noch sehr alt werden und das Lehniner Ortsbild prägen.“

Die Linden als Stümpfe während der Fällarbeiten. Quelle: Marion von Imhoff

Erich Weiß sagt zur Fällung: „Eigentlich ist die Quatsch gewesen. Die Straße können sie ja nicht breiter machen als sie im weiteren Verlauf auch ist. Die Bäume waren gesund, das sieht man jetzt an den Stämmen. Aber man kann es auch von der anderen Seite sehen. Die Gehwege müssen ja auch gemacht werden.“

Von Marion von Imhoff

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