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Die MAZ sucht die schlimmste Straße der Stadt

Brandenburg an der Havel Die MAZ sucht die schlimmste Straße der Stadt

Gesucht werden die schlimmsten Buckelpisten, Holperstrecken und Schlaglochfallen in Brandenburg an der Havel und Umgebung. Dazu braucht die Redaktion die Mithilfe der MAZ-Leser, sie sollen ihre „Favoriten“ melden. Am Ende küren wir die schlimmste Piste mit einem Online-Voting unter den zehn meistgenannten Straßen.

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Im Fritze-Bollmann-Weg sind die Schlaglöcher reifen- und stoßdämpferfeindlich groß.
 

Quelle: André Wirsing

Brandenburg/H.  Sind Sie auch immer genervt, wenn Sie mit Ihrem Auto nur im Schritttempo auf der Straße fahren können, um bloß keines der Löcher in der Fahrbahn zu treffen? In Brandenburg an der Havel und im Umland gibt es einige Untergründe, die eine Sanierung bitter nötig hätten. Gemeinsam mit Ihnen möchte sich die MAZ-Redaktion auf die Suche nach der schlimmsten Straße in der Region machen.

Schicken Sie uns Ihren Vorschlag – gern auch mit Foto – wir werden die zehn meistgenannten Straßen in einem Online-Voting bewerten lassen und am Ende die schlimmste Straße von Brandenburg an der Havel und Umgebung küren.

Welche Buckelpiste ist die desolateste?

Jedem fällt bestimmt auf Anhieb eine Buckel- oder Löcherpiste ein, die er am liebsten meiden würde. Die Kleine Münzenstraße ist so ein Beispiel, sie ist allerdings bislang die einzige Verbindung zu Hammerstraße und Packhof. Am liebsten will man schnell durch, fährt dann doch irgendwie langsam, weil man sich vorstellt, man würde selbst in einem der Häuser an der engen Straße wohnen.

Die Landesstraße L 917 ist gerade im Abschnitt zwischen Gortz und Bollmannsruh so abgeledert, dass man auf nasser Fahrbahn um die Bodenhaftung bangt. Ein Kollege sagt immer, die verschlissene Fahrbahndecke sähe aus wie ein räudiger Hund, was zweifelsohne eine Beleidigung für den Hund ist. In Radewege sind die Straßen wellig und wirken als natürliche Bremsen.

Knietiefe Schlaglöcher

Im Fritze-Bollmann-Weg sind die Schlaglöcher teilweise so tief, dass man davor anhalten und sich vergewissern möchte, dass nicht spielende Kinder sich darin aufhalten. Wer mal zum Ärztehaus in der Walter-Ausländer-Straße von der Sophienstraße aus unterwegs ist und einen lauten Knall hört, weiß, dass er den unfreiwillig abgesenkten Gullydeckel voll getroffen hat. Die Eichamtstraße noch als Straße zu bezeichnen, klingt wie ein Euphemismus. Verschleiernd und beschönigend dürfen sich noch andere Polterpisten Straße nennen .

So läuft das Verfahren

Die MAZ-Leser sind aufgerufen, der Redaktion die schlimmsten Straßen zu benennen. Schriftlich an: MAZ-Redaktion, Sankt-Annen-Straße 38, 14776 Brandenburg/Havel. Per Mail: Brandenburg-Stadt@MAZ-online.de, Betreff: Straßen.

Alle Einsendungen werden gesammelt und ausgewertet, die zehn am häufigsten genannten Straßen kommen in ein Online-Voting, um die schlimmste Straße zu küren.

Der für Tiefbau zuständige Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) nennt spontan die Haydnstraße auf dem Görden als schlechtes Beispiel: „Wir haben hier unterschiedliche Materialien, die Asphaltdecke hat Löcher, daran schließt sich eine holprige Kopfsteinpflasterstrecke an, die Übergänge dazwischen sind kaputt.“ Der städtische Tiefbauexperte Peter Reck ergänzt: „Die Beethovenstraße ist in einem Atemzug damit zu nennen.“

Reparaturen, Sanierungen, Erneuerungen

Bei den Haushaltsplanungen versucht er immer, noch mehr Straßen für Reparaturen, Sanierungen und Erneuerungen in die Finanzplanung zu pressen – und bekommt sie regelmäßig herausgestrichen. Mehr als knapp zwei Millionen Euro pro Jahr fürs Unterhalten und Instandsetzen sind eben nicht drin. Und das für knapp 353 Kilometer Fahrbahnlänge.Von den 405 durchs Stadtgebiet führenden Straßenkilometern ist die Kommune für 87 Prozent der so genannte Baulastträger.

Um dennoch möglichst viele Trassen in einen halbwegs befahrbaren Zustand zu versetzen, behelfen sich der Bauhof und die beauftragten Firmen häufig mit Dünnschichtbelägen oder doppelter Oberflächenbehandlung (zweimal Emulsion und Rollsplitt) – doch sind dies nur Provisorien mit einer maximalen Lebensdauer von fünf Jahren. Dann geht die Flickerei von neuem los.

Straßenflickerei ist eine Sisyphosarbeit

„Wir wissen, dass alles nur am Geld hängt. Doch wächst es nicht an den Bäumen. Selbst wenn es so wäre, würden noch viele andere nach diesen Früchten greifen“, konstatiert Scheller.

Doch manche Mängel liegen einfach nur an bürokratischen Mängeln und unzureichender städtebaulicher Planung. Das beste Beispiel dafür sollte die Steinstraße sein: 1999 wurde die 395 Meter lange Fahrbahn komplett nach den Vorgaben der Denkmalpflege in historischer Pflasterdecke hergerichtet. Einige Jahre später fiel den Verantwortlichen auf, dass der Belag für Radfahrer höchst ungeeignet ist. Also baute man Radwege aus geschnittenen Pflaster, das in ein Betonbett gelegt wurde – im Abstand von drei Jahren, jeweils mehr als 200.000 Euro teuer.

Das war aber nicht die letzte Verschlimmbesserung: Wenn demnächst die VBBr-Haltestellen behindertengerecht umgebaut wird, müssen in diesen Abschnitten auch die Radwege verschwenkt werden, zwischen die Straßenbahnschienen. Die Fahrbahn selbst wird davon nicht besser.

Von André Wirsing

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