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Die Mutter hinterlässt eine unauffüllbare Lücke

Brandenburg an der Havel Die Mutter hinterlässt eine unauffüllbare Lücke

Das Leben scheint endlich eine positive Wendung zu nehmen, als am 5. August Alex geboren wird. Drei Jahre hatte das Elternpaar sich dieses Kind gewünscht. Doch das Schicksal hat das aufkeimende Familienglück zerstört. In der Nacht des 18. November stirbt die Mutter ganz unerwartet mit gerade einmal 38 Jahren. „Das große Loch kann keiner füllen“, sagt ihr Partner.

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Das Leben fühlt sich nicht mehr richtig an. Das Schicksal hat Dominika und Alexander die Mutter genommen und Benny Baumann die Partnerin.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Das Leben schien endlich eine positive Wendung zu nehmen, als am 5. August im Klinikum Brandenburg/Havel Alex geboren wurde. Drei Jahre hatte das Elternpaar sich dieses Kind gewünscht. Doch das Schicksal hat das aufkeimende Familienglück zerstört. In der Nacht des 18. November ist die Mutter Katarzyna mit gerade einmal 38 Jahren ganz unerwartet gestorben. „Das Loch ist so groß, das kann keiner füllen“, sagt ihr Partner, der mit den Kindern in diesen Tagen die Hölle durchlebt.

Benny Baumann (36) stellt sich seit Tagen immer wieder die gleichen Fragen, die Uhr würde er am liebsten zurückdrehen bis zu dem Abend, als er und seine Katarzyna länger wach blieben als üblich in ihrer 47-Quadratmeter-Zwei-Raum-Wohnung in Hohenstücken.

An jenem Samstag früh um 1.30 Uhr klagt die Partnerin plötzlich über Schmerzen an der Brust und am Oberbauch. Sie winkt ab, als er fragt, ob er sie nicht besser ins Krankenhaus fahren sollte. Er weiß noch genau, wie oft er gefragt hat. Viermal. Immer lautete die Antwort nein.

Katarzyna macht dem Kleinen sein Fläschchen, ehe sie sich wieder auf die gemeinsame Couch im Wohnzimmer legt. Im zweiten Zimmer nebenan findet Tochter Dominika (17) aus unerfindlichen Gründen ausgerechnet in dieser Nacht keinen Schlaf.

Niemand hört etwas von den letzten Momenten im Leben der Frau, die vor etlichen Jahren mit ihrer Tochter aus dem polnischen Kolberg nach Brandenburg/Havel gekommen war.

Am frühen Morgen schreckt Benny Baumann plötzlich auf dem Sofa hoch und hört Alex brüllen. Im nächsten Moment sieht er, dass seine Liebe neben der Couch liegt. Die Augen und der Mund sind weit geöffnet. Unter Schock versucht er sie wiederzubeleben, Dominika alarmiert den Notarzt. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt Hilfe, doch Katarzyna ist nicht mehr am Leben. Ein plötzlicher Tod, für den es nie Anzeichen gegeben habe.

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Liebe Leser, Sie können auch 2017 wieder dafür sorgen, dass die MAZSterntaler-Aktion ein voller Erfolg wird.

Wenn Sie spenden wollen, nutzen Sie bitte das nebenstehende Konto bei der Brandenburger Bank, welches der DRK-Kreisverband treuhänderisch verwaltet. Die IBAN-Nummer lautet: DE77 1606 2073 0100 0707 00.

Falls Sie eine Spendenquittung benötigen, vermerken Sie das bitte beim Überweisen.

Das ohnehin nicht einfache Leben der Familie ist seither ganz durcheinander geraten. Neben die Trauer türmen sich Aufgaben und Sorgen, die kein Ende und keinen Fluchtweg zu kennen scheinen.

Der Leitplankenmonteur aus Brandenburg/Havel kann nicht mehr arbeiten in dieser Situation. Er hat beschlossen in Elternzeit zu gehen und für seinen Sohn und soweit nötig für Dominika da zu sein, die nicht sein leibliches Kind ist und die seit Mutters Tod kein Kindergeld mehr bekommt.

„Katarzyna hat so viel für uns gemacht, sie hat unsere ganze Familie zusammengehalten, auch unsere Verwandtschaft in Polen“, erzählt die 17-Jährige. Ihr Tod reißt ein tiefes Loch. Der Familienvater, der oft spät von der Arbeit nach Hause kam, und den so lang ersehnten Sohn nur gelegentlich die Windeln wechseln konnte, muss nun Vollzeitpapa sein und sein Bestes geben.

Der Vater muss funktionieren in einer Zeit, in der der Verlust die Gefühle beherrscht, der Schmerz bohrt und die Fragen nach dem Warum nicht aus dem Kopf gehen.

Weil Katarzynas Scheidung von Dominikas Vater noch nicht vollzogen war, ist unheimlich viel zu organisieren und zu klären. Die Rennerei kostet Zeit, Geld und Nerven. Selbst die Vaterschaft von Alex muss noch für einen erheblichen Geld festgestellt werden, damit er das Sorgerecht erhält.

Vor Benny Baumann liegen drei vermutlich unerträglich lange Festtage. Die MAZ-Sterntaler werden es nicht schaffen, der Familie ein schönes Weihnachtsfest zu bescheren. Doch einige kleinere Hebel können die Spender vielleicht bewegen. Denn das ist der Sinn der MAZ-Sterntaleraktion: Mitbürgern zu helfen, die unverschuldet in Not geraten sind. Eine Hilfe können schon Babykost und Windeln für die finanziell strapazierte Familie sein, deren Ernährer sein Berufsleben vorerst auf Eis legen muss. Weil die aktuelle Wohnung zu klein ist, suchen Baumanns dringend eine bezahlbare Drei-Raum-Wohnung in Hohenstücken. Das ist schwierig genug, weil drei Monatsmieten Kaution eine Riesenhürde darstellen. Der Stadtteil Hohenstücken wäre wichtig, weil Benny Baumann sich weiterhin um seine Mutter kümmern möchte, die dort lebt.

Für Dominika kommt es im nächsten Jahr darauf an, in Brandenburg/Havel einen Ausbildungsplatz als Bürokauffrau zu finden. Die Fachhochschulreife hat sie gut geschafft und obendrein spricht sie polnisch. Zur Zeit nimmt sie an einem Eingliederungslehrgang teil.

Materielle Wünsche haben die Hinterbliebenen nicht beziehungsweise nicht die Kraft, sich darüber Gedanken zu machen so kurz vor Beerdigung. Eine neue Couch vielleicht, denn die alte erinnert jeden Tag an den Schicksalsschlag und die Lücke, die er hinterlassen hat. Bennys Tante Jacqueline Lukas wird gemeinsam mit der Familie überlegen, wie MAZ-Sterntaler helfen können.

Von Jürgen Lauterbach

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