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Brandenburg/Havel Die Natur verfremdet und zart
Lokales Brandenburg/Havel Die Natur verfremdet und zart
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00:19 06.01.2018
Der Lehniner Künstler Michael Theis in seinem Atelier. Quelle: Marion von Imhoff
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Lehnin

Michael Theis tourt als Postbote durch die Gemeinden Groß Kreutz und Kloster Lehnin. Doch im Herzen, das, was er seinen eigentlichen Beruf nennen würde, ist der 56-Jährige Künstler. Seit 2011 ist Michael Theis in Lehnin zuhause, arbeitet und lebt dort. Sein Atelier liegt in einem kleinen Stall neben einem Obstmuckerhaus von 1927, das er und seine Frau 2008 gekauft und saniert haben. Obstmucker waren Pflücker, „arme Leute“. So ist das Haus auch nicht groß, ein wenig Garten und ein Stall. Ohne Zeichnen, ohne das Malen, ohne Kunst kann sich Michael Theis sein Leben nicht vorstellen. „Das geht nicht.“

Sein Leben als Postbote ist sein Broterwerb, sein Herz gehört der Kunst. Dabei sind es auch die Begegnungen mit Menschen für ihn grundlegend. „Für mich ist das Wichtige die Kunst. Von meiner beruflichen Identifikation ist die Post das Geldverdienen und die Kunst meine Leidenschaft.“

Das Postzustellen erdet ihn. „Ich mag es schon, weil ich den Kontakt zu den Leuten mag.“ Viele Leute zu kennen, rumzukommen. Die Adressaten seiner Zustellungen ahnen meist nicht, dass vor ihnen mit Briefen und Paketen bepackt ein studierter Künstler steht.

Bild von Michael Theis Quelle: Michael Theis

Michael Theis Bilder zeichnet eine große Zartheit aus, ein genauer Blick, verfremdete Formen, die doch in der Natur zuhause sind. „Mir geht es nicht um den Inhalt. Farben und Formen, das ist es, was mich interessiert. Meine Bilder sind nicht komplett abstrakt, eher ein Spiel zwischen Gegenständlichem und Abstraktem.“ Fundstücke, die er abstrahiert, sind sein Stilmittel. Ein Schmetterlingskokon als von oben in ein Bild „hineinhängend“. Eine Serie von Pilzbildern entstand vor zehn Jahren und nun nimmt sich Michael Theis einzelne Bilder vor und entwickelt sie weiter. „Ich experimentiere gerne mit verschiedenen Drucktechniken.“ Seine Farbe ist aus Öl.

Gemalt hat Michael Theis, Sohn eines Elektrikers und einer Hausfrau, schon immer. Irgendwann beschloss er, daraus seinen Beruf zu machen. Im zweiten Anlauf nahm ihn die Universität der Künste an. Anfangs wollte er Kunstlehrer werden. Doch dann besann er sich der 1,85 Meter hoch gewachsene Mann darauf, freischaffender Künstler zu werden.

„Ich wollte nie abhängig vom Sozialamt, sondern unabhängig sein.“ Nach dem Studium schlug er sich als Handwerker durch, der nach Umzügen Möbel zusammen baute und Gardinenstangen montierte. Der Abstand zu seiner kreativen und künstlerischen Arbeit, auch das ist ihm wichtig.

„Es ist Zufall gewesen und schon ungewöhnlich, dass wir beide in einer kleinen Stadt Arbeit gefunden haben. Ich weiß es zu schätzen.“ Seine Frau ist Krankenschwester im Lehniner Luise-Henrietten-Stift. Lehnin ist für beide ein guter Ort. Ein Besuch in der Galerie am Klostersee hat für Michael Theis und seine Frau den Ausschlag gegeben. „Das muss ein guter Ort sein, wenn es hier eine solche Galerie gibt“, sagt der gebürtige Hesse, der Jahrzehnte in Berlin gelebt hat.

In der Galerie am Klostersee sind derzeit auch seine Bilder zu sehen in einer gemeinsamen Werkschau mit Uschi Niehaus und Celia Mehnert. Sie kannten sich nicht. Galerist Eckhard Haisch hat genetzwerkt, wie man es heute nennt, und die Bilder der drei Künstler zusammengeführt.

Auch so hängen genügend Bilder in dem kleinen Atelier. Das ist in diesen Tagen bitter kalt, aber warm beleuchtet. Ausgebaut hat er die Scheune, die deutlich älter ist als das Haus, mit neuem Dach und großen Fenstern 2016. Die Wände des früheren Schweine- und Hühnerstalls wirken noch roh, eine Heizung gibt es nicht. Ein Gasheizer verströmt zwar Wärme, doch auch einen leicht störenden Geruch nach dem Brennstoff.

Meist arbeitet Michael Theis im Wechsel an mehreren Bildern. Einmal hat Michael Theis sein Atelier geöffnet und am Tag des offenen Ateliers teilgenommen. Einmal und nie wieder. Zwei Nachbarn waren da. „Der Zuspruch war sehr überschaubar.“ Wer Michael Theis Bilder sehen möchte, sollte daher die Ausstellung am Klostersee nutzen. Zu sehen ist sie noch bis zum 21. Februar.

Mehr zur Ausstellung unter www.galerie-am-klostersee.de

Von Marion von Imhoff

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