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Die Orchideen-Helfer

Naturschützer geben seltenen Pflanzen eine Chance Die Orchideen-Helfer

Zehn Nabu-Mitglieder des Brandenburger Kreisverbandes waren dem Ruf zum Arbeitseinsatz am Netzener See gefolgt. Die Naturschützer mähen die Wiesen rund um den See, damit seltene Pflanzen unter der Biomasse nicht ersticken.

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Bodo Rudolph (links) und Tim Leonhardt bei der Pflege der Orchideenwiese am Netzener See.

Quelle: Christine Lummert

Trechwitz. "Mit dieser Aktion haben wir uns einen Besuch im Fitnessstudio gespart", sagte Daniel Lauterbach und harkte mit Schwung die Mahd zusammen. Zehn Nabu-Mitglieder des Brandenburger Kreisverbandes waren jetzt dem Ruf zum Arbeitseinsatz am Netzener See gefolgt.

"Einmal im Jahr kommen wir auf diese Wiese, um ihr Luft zu verschaffen", sagt Gertfred Sohns. Gummistiefel gehörten auf der feuchten Wiese ebenso zur Ausrüstung, wie Harken und Forken. Gemäht wurde schon drei Wochen vorher und jetzt musste die Mahd von der Wiese. "Wir können das Gras nicht liegen lassen, sonst ersticken die Pflanzen unter der Biomasse und nach der jahrelangen Pflege ist die Fläche zum Glück nicht mehr so verfilzt wie in den Anfangszeiten und die Arbeit ist für alle leichter", sagt Bodo Rudolph, der Nabu-Kreischef.

Die Fläche hinter dem Schilfgürtel am Seeufer hat sich diese Sonderbehandlung verdient, denn hier sprießen Arten, die in Deutschland Seltenheitswert haben. "Vor allem das Sumpfknabenkraut, eine Orchideenart auf der roten Gefährdungsliste, ist hier besonders zahlreich und braucht ein gewisses Maß an Unterstützung, denn sonst würde der Bestand, der inzwischen auf 700 Exemplare angewachsen ist, wieder drastisch zurückgehen", begründet Rudolph den Einsatz. Die Wiese hat aber nicht nur die raren Orchideen zu bieten. Sie gehört auch zu den seltenen Binnensalzstellen in Deutschland, auf denen sich unter anderem mit Salzbunge und Strandastern eine ganz eigene Vegetation entwickelt, die sonst nur an Nord- und Ostsee zu finden ist. Vor Beginn der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung mit großen Maschinen, haben die Kleinbauern früher ganz unbewusst eine Landschaftspflege betrieben, die heute von Naturschutzvereinen übernommen werden muss. "Damals sind die Leute noch mit der Sense auf kleine Flächen gegangen, weil sie jeden Meter nutzen mussten, um ihre Tiere zu versorgen und haben so in ufernahen Gebieten verhindert, dass Erlen und Schilf sich weiter ausbreiten", sagt Lauterbach. Mit großem Gerät wurden diese Wiesen unzugänglich und Arten wie das Sumpfknabenkraut verdrängt, die zu viel Konkurrenz an ihrem Standort nicht vertragen.

"Heute gehört die Wiese dem Nabu und wir tun viel dafür, dass sich die seltenen Arten wieder gut entwickeln können und Naturliebhaber in ihren Genuss kommen", betont Rudolph. Anfang Juni ist die Orchideenblüte und der Nabu organisiert in jedem Jahr spezielle Führungen, denn sonst darf die Wiese, die im Naturschutzgebiet liegt, nicht betreten werden.

"Die Einblicke in die Natur sind für uns immer wieder Höhepunkte", sagt Ellen Leonhardt aus Schenkenberg, die mit ihren Kindern Sarah und Tim mithalf. "Wir sind keine Experten, die jedes Tier und jede Pflanze sofort bestimmen können, aber der Schutz der Natur liegt uns am Herzen."

Von Christine Lummert

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