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Die Rathaus-Autoflotte wird elektrisch

Klimaschutz in der Havelstadt Die Rathaus-Autoflotte wird elektrisch

Bis zum Jahresende soll das Klimaschutzkonzept für die ganze Stadt Brandenburg an der Havel fertig sein, deshalb muss auch die Verwaltung mit gutem Beispiel vorangehen: Bis März sollen die Benziner und Diesel im Fuhrpark ausgemustert sein und durch E-Autos oder Erdgasfahrzeuge ersetzt werden.

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Bislang fahren im Ordnungsamt noch Kohlendioxidschleudern.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Die Stadtverwaltung will geräuschlos, wohlriechend und schadstoffarm werden – wenigstens in ihrem Fuhrpark. Im nächsten März soll die nächste Generation der Dienstwagenflotte kommen, weil die alten Leasingverträge auslaufen. Bereits jetzt haben Bürgermeister-Stabschef Karl-Heinz Erler und Jörg Ebert in einem Bericht an den Hauptausschuss formuliert, wie die Verwaltung zum Klimaschutz beitragen will. Ein entsprechendes Klimaschutzkonzept für die ganze Stadt wird derzeit bis zum Jahresende geschrieben.

19 städtische Dienstfahrzeuge gibt es in der Rathausflotte, die personengebundenen Wagen des Spitzenpersonals sowie die Spezialfahrzeuge des Bauhofes sind da nicht eingerechnet. Die Dienstwagen erzeugen im Jahr 33 Tonnen Kohlendioxid. Dieser Ausstoß soll um mindestens ein Drittel auf maximal 22 Tonnen gemindert werden. „Es wird darüber hinaus angestrebt, diese Reduzierung kostenneutral zu bewirken“, sagt Erler.

Mehr als 90 Prozent aller Fahrten sind weniger als 100 Kilometer lang. „Nach dem aktuellen Stand der Technik sind sie grundsätzlich geeignet, mit Elektrofahrzeugen bewältigt zu werden.“ Weniger als zehn Prozent der Fahrten müssten mit einem Fahrzeug mit größerer Reichweite unternommen werden. Das Umstellen von mindestens elf der 19 Fahrzeuge auf elektrischen Antrieb sei daher sinnvoll. Die anderen acht Autos sind entweder Kombis, Siebensitzer (Kleinbus) oder Allradler – für sie gibt es noch keine wirtschaftliche E-Alternative auf dem Markt.

Erler und sein Team mussten zudem auf die Wirtschaftlichkeit achten. Bislang verursacht jedes Auto durchschnittlich 323 Euro monatliche Kosten: 200 Euro für die Leasingrate, 90 Euro Spritgeld sowie 33 Euro für sonstige Positionen. Daraus ergeben sich durchschnittliche Kilometerkosten von 36 Cent. In den vergangenen drei Monaten wurde eine Marktrecherche angestellt – dabei kam heraus, dass allein die Leasinggebühren für Elektrofahrzeuge zwischen 290 und mehr als 350 Euro liegen. Rechnet man die wegfallenden Kraftstoffkosten ab, bleiben noch Durchschnittskosten, die mindestens ein Fünftel über den bisherigen Kosten liegen. Keine Rede also von Kostenneutralität.

Streckenbilanz

Von knapp 5600 Dienstfahrten im Jahr auf etwa 5100 sank die Zahl von 2012 bis 2015.

Die Kilometerleistung sank um sieben Prozent von 220.00 auf 207.000 pro Jahr.

Ein Viertel aller Fahrten sind kürzer als zehn Kilometer, etwa zwei Drittel sind Mittelstrecken bis 100 Kilometer und etwa sieben Prozent sind Langstreckenfahrten. Diese verursachen allerdings 40 Prozent der Kilometerleistung.

Umgekehrt machen die Kurzstreckenfahrten aber nur fünf Prozent der Gesamtkilometer aus, das führt zu hohem Verbrauch und hohen Emissionen.

Deshalb wird nun vorgeschlagen, den gesamten Fuhrpark auf Erdgasfahrzeuge umzurüsten. Sie erzeugen ein Viertel weniger Kohlendioxid als Benziner, mischt man dem fossilen Erdgas noch Bio-Erdgas bei, wird es noch umweltfreundlicher. Gegenüber Dieselautos gibt es im Abgas keinen Feinstaub und die Stickoxide sind um 90 Prozent niedriger. Zwar sind die Leasingkosten etwas höher, dafür sind die Tankkosten niedriger.

„Weil für elf 19 Fahrzeuge der Stadtverwaltung die Umstellung auf Elektroantrieb technisch sinnvoll möglich ist, beabsichtigt die Verwaltung, die Marktentwicklung bis zum Zeitpunkt der Ausschreibung jedoch intensiv zu beobachten. Sollte sich zeigen, dass wirtschaftliche Angebote für Elektrofahrzeuge erwartet werden können, so wird die Ausschreibung dann nochmals angepasst“, sagt Erler, der noch eine weitere Idee hat: „Durchschnittlich 15 Fahrten monatlich gehen nach Potsdam oder Berlin. Die Ziele sind mit dem ÖPNV sehr gut erschlossen. Für diese Fahrten soll eine übertragbare Jahreskarte beschafft und als ,Fahrzeug’ im Buchungssystem geführt werden. die Zielsetzung ist, zukünftig möglichst ein Auto einzusparen.“

Von André Wirsing

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