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Die Ruhe in der Pritzerber Laake trügt

Naturschutzgebiet soll Forschungsprojekt werden Die Ruhe in der Pritzerber Laake trügt

Erlenbruchwälder so weit das Auge reicht. Für den Menschen kaum durchdringbar. Die Pritzerber Laake ist eines der geheimnisvollsten Naturschutzgebiete im Westhavelland. Bal soll es der Forschung dienen. Waldbesitzer wollen auf die traditionelle Nutzung aber nicht verzichten.

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Wo die Laake beginnt, fällt das Geländeniveau deutlich ab.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Pritzerbe. Und abwechslungsreich ist die Gegend dazu - mit Flachseen, Niedermoore und Auengrünland. Eiszeit und Tonabbau haben ihre Spuren hinterlassen. Ausgerechnet dort, wo sich Rothirsch und Schwarzstorch gute Nacht sagen, macht sich Unruhe breit. Und zwar unter den über 80 privaten Waldbesitzern, die neben der Nabu-Stiftung "Nationales Naturerbe", Anrainerkommunen und Kirchengemeinden zu den wichtigsten Grundeigentümern gehören.

Wenn es nämlich nach einer naturschutzfachlichen Empfehlung geht, soll aus dem Kleinod ein einziges Forschungsprojekt werden - das "Naturentwicklungsgebiet Pritzerber Laake". Ziel ist es, sämtliche Waldflächen aus der Nutzung zu nehmen, wie es die Nabu-Stiftung für die im Kerngebiet liegenden Erlenbruchwälder bereits vormacht. Alles nachzulesen in einem Managementplan, dessen Entwurf bis zum 14. November in den Ämtern Beetzsee und Nennhausen eingesehen werden kann.

Wie das bei den Eigentumsverhältnissen funktionieren soll, ist schon klar. Das Land Brandenburg hat sich ein Vorkaufsrecht gesichert, um sich nach und nach in den Besitz weiterer Flächen zu bringen. Ein freier Markt existiert praktisch nicht. "Es muss Überzeugungsarbeit geleistet werden. Nichts soll über die Köpfe der Waldbesitzer entschieden werden", versucht Jörg Schickhoff vom Ingenieurbüro IHU Geologie und Analytik den Ball flach zu halten. Das in Rathenow ansässige Büro hat den Managementplan für das Brandenburger Umweltministerium erarbeitet.

Mit dem Forschungsprojekt soll die Entwicklung der Pritzerber Laake ohne jegliche Eingriffe des Menschen begleitet werden. "Eine Möglichkeit, die es anderswo kaum gibt", verteidigt Planer Schickhoff die Empfehlung im Managementplan. Bei den vielen kleinen Waldbesitzern kommt der Kurs der Naturschutzexperten gar nicht gut an. "Wir machen da nicht mit. Ich kenne keinen, der verkaufen will", sagt zum Beispiel Horst Kähne aus Pritzerbe. Traditionell holen sich Waldbesitzer im Winter Brennholz aus ihrem Besitz. Für den Eigenbedarf oder zum Verkauf. Sie befürchten bei einer Nutzungsunterlassung finanzielle Nachteile und Rückschläge für die typische Vegetation. "Wird die Erle nicht geerntet und damit verjüngt, bleibt toter Boden zurück", warnt Waldbesitzer Kähne.

Von Frank Bürstenbinder

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