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Die Sankt-Annen-Straße strahlt am stärksten

Feldstärkenmessung in Brandenburg Die Sankt-Annen-Straße strahlt am stärksten

Die Mobilfunkstrahlung in der Stadt Brandenburg ist nach einer Stichprobenmessung niedersächsischer Wissenschaftler in den meisten Straßen nicht übermäßig hoch. Nirgends wird der gesetzliche Grenzwert überschritten. Doch in zwei Straßen ist die Belastung beinahe grenzwertig.

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Diese Brandenburg-Karte ist auch im Internet unter www.feldkarte.de zu finden.

Quelle: Viridas GmbH

Brandenburg/H. Die Mobilfunkstrahlung in der Stadt Brandenburg ist nach einer Stichprobenmessung niedersächsischer Wissenschaftler in den meisten Straßen nicht übermäßig hoch. Nirgends wird der gesetzliche Grenzwert überschritten. Doch in zwei Straßen ist die Belastung beinahe grenzwertig.

Niemand hat etwas gemerkt:, als ein Student der Ostfalia-Fachhochschule Wolfenbüttel im vergangenen Februar die Mobilfunkstrahlung in Brandenburg an der Havel mit den angrenzenden Ortsteilen und Gemeinden gemessen hat. Sein Kleinwagen war ausgerüstet mit einer Hochleistungsantenne im Dachkoffer und Datentechnik im Laderaum.

Auf der Suche nach Strahlungsquellen

Mit der Technik spürte er im Straßennetz der Stadt Strahlungsquellen auf, Feldstärken für den Hochfrequenzbereich. Denn Hochspannungsdrähte, Funkmasten, Smartphones oder Tablets sind allegegenwärtig und damit auch elektromagnetische Felder.

Das Ergebnis der Messungen ist eine Sendestärke-Karte voller bunter Punkte von blau für „gering belastet“ bis rot wie „hoch“. Rote Punkte oder violette, die in der Stadt nicht festgestellt wurde, weisen auf höhere Feldstärken hin, häufig hervorgerufen von Hochfrequenzsendern.

„Wir vermessen für Sie deutschlandweit elektromagnetische Felder und veröffentlichen die Ergebnisse in unserer Feldkarte“, erklärt der Elektroingenieur Matthias Hampe (38), der als Professor an der Ostfalia-Fachhochschule Wolfenbüttel lehrt.

Begrenzte Hinweise auf Krebserregung

Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat hochfrequente elektromagnetische Felder als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft. Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand gibt es demzufolge begrenzte Hinweise auf eine krebserregende Wirkung dieser Felder auf den Menschen.

Im Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm (DMF) wurden Auswirkungen auf Tiere und Menschen untersucht im Hinblick auf gesundheitliche Risiken für den Menschen. Die Ergebnisse geben keinen Anlass, die Schutzwirkung der bestehenden Grenzwerte in Zweifel zu ziehen, schreibt das Bundesamt für Strahlenschutz.

Viele Masten auf den Häusern in einer Stadt sind nach Hampes Einschätzung kein Grund zur Sorge, sondern einer zur Beruhigung. „Viele kleine Sender sind besser als ein großer“, sagt er. Denn je engmaschiger das Netz ist, desto geringer sei die nötige Leistung pro Mast.

Die Nähe eines Mastes ist laut Hampe kein sicheres Indiz für seine mutmaßliche Gefährlichkeit. Denn es komme auf die Sendeleistung und die Senderichtung an.

Die Messwerte der von Hampe gegründeten Firma Viridas GmbH findet man im Internet unter www.Feldkarte.de. Bei der Bundesnetzagentur gibt es zudem eine EMF-Datenbank, in der alle registrierten Sender und Messorte stehen.

Eine Grenzwertverletzung registrierten die Wissenschaftler nirgends im Stadtgebiet, doch grenzwertig war es in der Sankt-Annen-Straße und dort besonders an der Einmündung zu Steinstraße sowie in der Jacobstraße.

Für die Messungen, für die die Studenten des Professors in die Republik ausschwärmen, erhält der Wissenschaftler Forschungsgeld, so dass er die Arbeit, die er in seine Vorlesungen einbezieht, finanzieren kann. Für mehr als hundert Städte liegt bereits eine Karte vor, darunter Brandenburg/Havel. Die Stadt liege bei den Mobilfunkfeldstärken etwa im bundesdeutschen Durchschnitt, sagt Hampe.

Forschungsgeld für Messungen

Von Elektrosmog möchte der Elektrotechniker nicht reden, der Begriff ist ihm zu politisch. Er möchte nüchterne wissenschaftlich fundierte Daten erheben. Dabei weist Hampe darauf hin, dass diese Daten auf Momentaufnahmen basieren. „Wir erheben Stichproben, fünf Minuten später könnten die Ergebnisse anders ausfallen“, erklärt er.

Wo es orange bis rot ist auf der Karte, ist eine Nachkontrolle sinnvoll, findet Hampe. Mit Langzeitmessungen könnte man mehr als eine Momentaufnahme bekommen.

Was denkbare Gesundheitsgefahren angeht oder die Wirkung der gemessenen Felder auf den Menschen, enthält sich Hampe einer Wertung. Er verweist an diesem Punkt auf das Bundesamt für Strahlenschutz und andere Institutionen (s. Info-Kasten).

Von Jürgen Lauterbach

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