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Die Schüler zeichnen an den Bauplänen mit

Stadtentwicklung in Brandenburg Nord Die Schüler zeichnen an den Bauplänen mit

Die fünf Jahre zwischen der Projektidee für die „Grünachse Nord-Marienberg“ und ihrer Realisierung in Brandenburg an der Havel waren keine vertane Zeit. Diese konnte die Verwaltung nämlich nutzen, um intensiv mit Anwohnern und Gymnasiasten zu reden – mit überraschenden Ergebnissen.

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Die Stadtplanerinnen Andrea Kutzop (links) und Birgit Hupe auf dem neu gestalteten Gymnasiumsvorplatz.

Quelle: André Wirsing

Brandenburg an der Havel. Bald können sich die Nord-Bewohner freuen, bis Ende Oktober werden die Marktflächen rings um Edeka und das Dienstleistungszentrum fertig sein, einen Monat später ist die Freiherr-von-Thüngen-Straße komplett mit östlicher Wegeverbindung und Fahrbahn. Abgeschlossen ist bereits der Vorplatz zum Bertolt-Brecht-Gymnasium. Die vier Maßnahmen gehören zum Projekt „Grünachse Nord-Marienberg“, dieses wiederum ordnet sich ein in einen großen Plan. „Wir haben das Gymnasium barrierefrei gestaltet, ebenso die Oberschule Nord.

Der Aufgang zum Marienberg von der Willi-Sänger-Straße aus hat keine Hindernisse mehr. Es reiht sich ein in die Vernetzung aller Systeme, weil man auch mit Handicap zu den öffentlichen Einrichtungen oder zum Nahverkehr kommen muss. Da gehören die Straßen, Wege und Plätze selbstverständlich dazu“, sagt Stadtplanerin Andrea Kutzop. Im Stadtteil Nord wohnen sehr viele ältere Menschen, aber auch Menschen mit Behinderungen und anderen Einschränkungen. Zudem soll der Kiez zwischen dem Buga-Gelände und dem Silokanal mit viel Grün aufgewertet werden.

Fast zwei Millionen Gesamtkosten

Seit 2010 gibt es die Projektidee „Grünachse Nord-Marienberg“ in einer T-Form. Erst 2013 gab es eine Förderzusage vom Land.

Beteiligt wurden Anwohner bei einem Stadtteilspaziergang im September 2013 und bei einer Bürgerversammlung im Februar 2014.

Die Gesamtkosten betragen fast genau zwei Millionen Euro.

1,1 Millionen Euro kommen direkt von Bund und Land, die Stadt steuert dazu 556 000 Euro Eigenmittel bei.

330.000 Euro werden den Anliegern der Freiherr-von-Thüngen-Straße abverlangt, das ist im Wesentlichen aber die Wohnungsbaugenossenschaft Brandenburg.

Ende November sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

An dem Projekt kann auch hervorragend illustriert werden, wie die Zusammenarbeit der Verwaltung mit den Menschen funktioniert. So gab es bereits im November 2013 einen Workshop mit Brecht-Gymnasiasten aus dem Geographie-Leistungskurs mit durchaus überraschenden Ergebnissen. „Wir haben unsere Pläne vorgestellt, die Schüler sollten ihre eigenen Ideen zusammentragen, zeichnen und auch präsentieren“, sagt Planerin Birgit Hupe. „Da waren Ergebnisse dabei, die selbst für uns neu waren und die beim Planen übernommen wurden. Das reichte von den Wegeverbindungen ums Schulhaus, über den Rasen, das Abtrennen zum benachbarten Wohnblock bis zu mehr Fahrradständern und Bäumen.“

Verwaltung diskutierte mit Anliegern

Selbst die Schülerplastik aus der Bauzeit der Schule in den 1960er-Jahren war den heutigen Gymnasiasten nicht zu kitschig oder zu altmodisch – sie sollte angemessen präsentiert werden. Das ist sie nun auch, die Bronze hebt sich von dem in hellen Tönen gehaltenen mehrfarbigen Betonplattenbelag ab, der auch nicht streng rechtwinklig, sondern geschwungen verlegt worden ist. Die alten Fahrradständer kamen auf den Pausenhof, die nagelneuen stehen vorn. Der Platz ist zudem bestückt mit modernen Sitzelementen, die auch Zweckentfremdungen wie Draufspringen oder -klettern aushalten dürften.

Parallel hat die Verwaltung auch mit den Bürgern und Anliegern diskutiert, Hauptstreitpunkt waren hier die Radwege an der Freiherr-von-Thüngen-Straße, bis eine zufriedenstellende Lösung gefunden wurde.

Nicht geklappt hat eine gescheite Verständigung mit den Edeka-Betreibern. Die wollten nicht einsehen, dass auf einer mit Fördermitteln hergestellten Platzfläche keine Kundenautos parken dürfen. Dafür wollte die Stadt ja Stellplätze an der Barnimstraße anlegen. Schließlich ging man im Streit auseinander - das Betreiber-Ehepaar Höppner baute ihren privaten Vorplatz auf eigene Kosten. Die schlimmsten Befürchtungen sind nicht eingetreten, die Unterschiede in Optik, Material und Qualität fallen nicht so auf. „Wir haben immer alles je nach Planungsstand kommuniziert und haben die Höppners auf dem Laufenden zu unseren Maßnahmen gehalten, das hat wohl in gewisser Weise gefruchtet“, freut sich Birgit Hupe.

Von André Wirsing

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