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Die Schulden durchgeboxt

Mutmaßliches Opfer entlastet Angeklagten Die Schulden durchgeboxt

Erst zeigt der eine den anderen wegen eines Überfalls an. Nun, wo es vor Gericht geht, soll jedoch gar nichts passiert sein, will sich das mutmaßliche Opfer alles nur ausgedacht haben. Das Schöffengericht Brandenburg hegt Zweifel am Wahrheitsgehalt der Aussagen eines Angeklagten und des Mannes, der ihn wegen Nötigung und Körperverletzung angezeigt hatte.

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Quelle: dpa

Brandenburg an der Havel. Privat läuft es bei dem 23 Jahre alten Andi N. (Name geändert), der seit dieser Woche auf der Anklagebank des Schöffengerichts Platz nehmen muss, eher durchwachsen. Erfreulich für ihn ist, dass er vor wenigen Monaten seine Partnerin geheiratet hat und das Paar das zweite gemeinsame Kind erwartet. Weniger angenehm für Andi N. ist das Verhältnis zu seinem Vater, bei dessen Familie seine große Tochter (6) lebt. Der Vater wollte einen Boxer aus seinem Sohn machen, doch der zieht nicht mit.

Zwar bezeichnet sich der mehrfache Amateurboxmeister mit Schulabschluss Klasse 9 nach sechs Kämpfen als Profiboxer. Doch vor Gericht schränkt er ein, dass er für fünf der sechs Kämpfe gerade einmal jeweils 200 Euro erhalten habe. Seine Perspektive sieht er auch mit Rücksicht auf seine Familie nicht mehr im Boxsport.

Seine geballte Faust soll gleichwohl eine wesentliche Rolle gespielt haben am Abend des 28. Novembers 2014. Da erschien Andi N. in Begleitung eines Freundes bei Sven K. (22), einem weiteren Kumpel. Denn der schuldete ihm 50 Euro, die Andi N. sich holen wollte, nachdem sein Kumpel ihn zwei Monate lang vertröstet hatte.

Andi N. bestreitet, dass er Sven K. mit geballter Faust ins Gesicht und die Rippengegend geschlagen hat, weil der seine Schulden nicht beglich. Er und sein Begleiter hätten auch nicht den Laptop und das Handy des Schuldners geraubt.

Sven K. hatte Andi N. gut zwei Wochen später angezeigt, und zwar nachdem Andi N. Laptop und Handy plötzlich im Internet zum Kauf anbot. Bei der Durchsuchung von Andi N.’s Wohnung stieß die Polizei tatsächlich auf beide Gegenstände.

Im Gerichtssaal sieht sich der aktuell im Gefängnis einsitzende Sven K., der als Beruf „Nüscht“ angibt, nicht mehr als Gewaltopfer. Der Angeklagte habe ihn nicht geboxt, und sein „Eigentum habe er ihm freiwillig als Pfand“ mitgegeben. Die Geschichte mit den Faustschlägen habe er erfunden. Ob er diese Aussage aus Angst mache vor Prügel in der JVA?, fragt Richterin Susanne Götsche. „Quatsch, ich habe keinen Schiss“, antwortet Sven K. Der Prozess geht weiter.

Von Jürgen Lauterbach

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