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Brandenburg/Havel Künstlerin Elisa Brückner bringt einen Hauch Frankreich an die Havel
Lokales Brandenburg/Havel Künstlerin Elisa Brückner bringt einen Hauch Frankreich an die Havel
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17:13 25.02.2019
Elisa Brückner bei der künstlerischen Gestaltung eines Kinderstuhls Quelle: Ina Schidlowski
Brandenburg/H

Einen Einblick ins Atelier? Aber ja, den gewähre sie gerne, sagt Elisa Brückner mit sympathischer Stimme am Telefon. Allerdings befinde sich ihr Atelier in Berlin. Aber ihre Kunst gebe es auch in Brandenburg an der Havel zu sehen, im eigenen Haus im Ortsteil Kirchmöser.

Bereits beim Betreten des kleinen Reihenhauses offenbaren sich viele besondere Details, vor allem die Liebe der Künstlerin zu alten Möbeln und ihr sinnlicher, ästhetischer Umgang damit.

„Ich habe mein ganzes Leben gemalt“, sagt Elisa Brückner und dass sie als 14-Jährige auf einen bemerkenswerten Kunstlehrer traf, der ihre Begeisterung für die Kunst förderte.

Vor einem halben Jahr, im Sommer 2018, ist sie mit ihrem Mann und den drei Kindern nach Kirchmöser gezogen. Auch wenn es ein kraftzehrendes erstes halbes Jahr war, wie Elisa Brückner sagt, ist mit ihr und ihrer Familie eine gewisse Leichtigkeit, eine verträumte Phantasie, ein Stück französische Lebensart eingezogen.

„Dieses Haus ist für mich ein Ort, in den ich hineinwachse“, sagt sie und dass sie die Spuren der Zeit liebevoll behandle. „Es ist mein Bild.“ Dieses „Bild“ ist mit den Mitteln entstanden, die auch bei ihren Kunstwerken zur Anwendung kommen. Da trifft Malerei auf Collagetechniken, handgeschöpftes Papier aus dem Himalaya oder hochwertiges Japanpapier auf französische Kreidefarben.

Jede Tür des Hauses hat ihre eigene Ausstrahlung. Mal sind die Türrahmen mit zarten unaufdringlichen Farben gestrichen, in Tönen, die an Lavendel oder Meeresblau erinnern, andere haben ihre natürliche Holzfarbe behalten.

Kunstvoll gestaltete Türen im Haus der Künstlerin. Quelle: Ina Schidlowski

Die Glasflächen der Türen sind mit unterschiedlichsten Papieren beklebt, gemustert und mal mehr oder weniger transparent. Abstrakte Landschaften scheinen zu entstehen, deren Wirkung mit dem Durchscheinen des Tageslichts noch interessanter wird. Es sind Collagearbeiten, die für Elisa Brückner ihren Reiz im Aufbauen und Schichten, im Verstecken und Enthüllen haben und sie berichtet von dem besonderen Gefühl des Reißens, der Haptik.

„Ich bin mit wertgeschätzten Dingen, mit alten Möbeln groß geworden“, erklärt sie ihren behutsamen Umgang mit dem Haus und dessen Inventar. Dabei geht sie nicht vor, wie ein Restaurator, dem es vor allem um den Erhalt und die Wiederherstellung des Originalzustandes geht.

Ihre pudrigen Kreide-Anstriche, die verwendeten Papiere, die feinen Linien oder Goldbemalungen betonen nicht nur bestimmte Flächen, Formen, Strukturen, sie scheinen in ihrer Anordnung und vorsichtigen, bedachten Farbwahl die Geschichte und die Seele der Dinge erforschen zu wollen, verbunden mit den tiefen Empfindungen des Lebens, dem Feiern des Schönen.

„Ich habe mein ganzes Leben gemalt“, sagt Elisa Brückner und dass sie als 14-Jährige auf einen bemerkenswerten Kunstlehrer traf, der ihre Begeisterung für die Kunst förderte. Weil sie zwei Lieben hat, das Französische mit seiner Musik, dem Land, den Menschen, aber auch die Kunst, konnte und wollte sie sich nicht entscheiden. Also entschloss sie sich beides zu studieren.

Ausstellungen in Frankreich und Deutschland

Elisa Brückner ist 1984 in Berlin Mitte geboren und bei Kyritz aufgewachsen.

Von 2004 bis 2007 studierte sie an der Universität Osnabrück Kunstpädagogik und Französisch.

Mit dem Bachelor of Arts schließt sie ihr Studium(Malerei und Grafik) von 2007-2009 an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden ab.

Seit 2011 ist sie selbstständig und arbeitet als freischaffende Künstlerin mit dem Unternehmen Mabellevie (kunstvolle Gestaltung alter Möbelstücke und anderem Interieur) und dem Projekt IlluSon (Malerei zu aufgeführter Musik und Geschichten).

Seit 2006 war sie an Ausstellungen und Projekten beteiligt wie: „Summer in the City“ in der Galerie Mitte, Dresden (2008); „Wasser Marsch!“, Charityprojekt, Viva con Agua de Sankt Pauli, Hamburg (2008); Ausstellung im Restaurant „Le Pistou“, Berlin (2011); „Tanzende Bilder“ mit den Musikern der Gruppe „Altouras“ in der Provence, Südfrankreich (St. Restitut, Saint Paul trois chateaux).

Beteiligt war sie auch dem Projekt „Tanzende Bildergeschichten“ mit Jürgen Brückner und dem Musiker Thomas Heyn in der Kirche Plänitz.

Mit ihrem Bachelorabschluss in Kunstpädagogik und Französisch an der Universität Osnabrück stand für sie jedoch fest: „Ich will Künstlerin werden.“ Deshalb hing sie im Anschluss noch ein Studium in Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden an, das sie 2007 mit dem Bachelor of Arts abschloss.

„Ich habe angefangen, auf Holz zu malen“, sagt die heute 34-Jährige. Anfangs noch mit Ölfarben, bis sie feststellte: „Mir entsprechen Kreidefarben mehr.“ Ihren eigenen Weg wollte sie gehen, Kunst machen, die zum Benutzen einlädt und direkt etwas mit den Menschen zu tun hat.

Eine kleine Schublade, die Elisa Brückner für ihre Tochter gestaltet hat. Sie ist Aufbewahrungsort für kleine Schätze. Quelle: Ina Schidlowski

Ein Beispiel dafür hängt gleich neben dem Küchentisch an der Wand. „Diese Schublade haben meine Eltern aus der Schweiz mitgebracht“.

Mit Kreide und Pastellkreide hat sie den Blick aus ihrem Fenster, eine Landschaft mit Wiese, Bäumen und Blumen, eingefangen. Zudem lässt sich das Kunstwerk als Ablage oder Aufbewahrung benutzen.

Viel Liebe zu Geschichten

Dabei spielt auch ihre Liebe zu Geschichten eine wesentliche Rolle. Gerade arbeitet sie an einem Kinderstuhl. Es ist eine Auftragsarbeit für ein junges Paar, das ein Kind erwartet.

Das Stühlchen soll die Geschichte der Eltern erzählen. Es ist weiß, mit dezenten Blau-und Rosatönen abgesetzt. Auf der Sitzfläche, mit Papieren beklebt und zusätzlich bemalt, ist das Elternpaar in einer Phantasie-Landschaft zu sehen.

Auch dem eigenen Mann hat Elisa Brückner zur Hochzeit einen antiken Stuhl geschenkt. Darauf ihr gemeinsamer Segensspruch.

Ob Schublade, Schrank, Hocker, altes Fenster oder historische Wandfliese, „jedes Stück bestimmt selbst, was einziehen darf“. Zum Teil bringen die Leute ihre Möbel vorbei, zum Teil geht die Künstlerin selbst auf die Suche und wird oftmals im Brandenburger Land, aber zum Beispiel auch in Frankreich fündig.

Seit 2006 beteiligt sich die in Berlin geborene und bei Kyritz aufgewachsene Künstlerin an Ausstellungen unter anderem in Neuruppin, Osnabrück, Dresden oder Berlin.

Ein halbes Jahr in der Bourgogne

Besonders spannend sind die Projekte, die sie gemeinsam mit Musikern bestreitet. Der Flüchtigkeit und Vergänglichkeit der live gespielten Musik stellt sie spontan und live gemalte Bilder zur Seite, die mit Hilfe eines Projektors vor den Augen des Publikums entstehen und mit dem letzten Ton wieder verschwinden. „Tanzende Bilder“ nannte sich das Projekt, das unter anderem in einer Kirche in der Bourgogne (2011) und in der Provence (2012) zu erleben war.

Ein halbes Jahr hat sie im Nachbarland in der Bourgogne gelebt und sich inspirieren lassen von den weichen Linien der Landschaften, dem Licht, der wilden Atlantikküste, den prachtvollen Hortensien der Bretagne und dem Lavendel des Südens. Sie mag den Mistralwind, der durch die Provence fegt. Die Melodie der Sprache. Und die Künstler... Matisse, van Gogh, Gauguin, Picasso, den Farbengarten Monets.

Natur in Brandenburg an der Havel als Inspirationsquelle

Die Natur war übrigens der Grund für die junge Familie, aus der Großstadt Berlin wegzuziehen. „Jahreszeiten sind mir wichtig, deshalb muss ich in der Natur leben“, sagt sie und dass sie eher zufällig in Kirchmöser gelandet seien. „Mein Herz hat sofort angefangen, wild zu schlagen“. Der See, der Garten, es war eine intuitive Entscheidung.

Zur Zeit betreibt Elisa Brückner zusammen mit ihrer Schwester das Ladenatelier „mabellevie“ in der Togostraße in Berlin. Gerne würde sie auch ihren künstlerischen Mittelpunkt in die Havelstadt Brandenburg verlegen und sucht noch nach geeigneten Räumlichkeiten. „Ich freue mich darauf, Menschen zu entdecken und darauf, dass Menschen mich entdecken“.

Die Gelegenheit, Elisa Brückner und ihrer Kunst zu begegnen, böte sich zum Beispiel bei einem Workshop oder im Internet.

www.mabellevie.de

Von Ina Schidlowski

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