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Brandenburg/Havel „Die Seilschaft“ in der Johanniskirche: Erinnerungen an Gerhard Gundermann
Lokales Brandenburg/Havel „Die Seilschaft“ in der Johanniskirche: Erinnerungen an Gerhard Gundermann
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12:23 14.04.2019
Die Musiker der Band die Seilschaft lassen die Songs des Liedermachers Gerhard Gundermanns in der Johanniskirche wieder aufleben. Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H

 Er war einer der bekanntesten Liedermacher und Texter Ostdeutschlands - Gerhard Gundermann. Der „singende Baggerfahrer aus der Lausitz“ führte ein besonderes Leben und starb 1998 im Alter von 43 Jahren. Die Berliner Band „die Seilschaft“, die mit Gundermann ab 1993 mehrere Studioalben aufnahm, tut seitdem alles dafür, die Songs des Freundes und Bandkollegen zu bewahren und dessen einmaligen Stil weiterzuentwickeln.

Die Berliner Band begeisterte ihr Publikum mit alten und neuen Hits.

Am Freitagabend spielte die Kombo im Rahmen ihrer „Weißt du noch“- Tournee in der Johanniskirche in Brandenburg an der Havel. Mehr als 400 Gäste besuchten das Konzert und erlebten einen Auftritt in einer ganz besonderen Atmosphäre, der noch im Nachhinein ein Lächeln auf die Gesichter der Besucher zauberte. Grund dafür waren die Freude an der Musik, aber auch die Erinnerungen an einen ganz besonderen Musiker.

Prall gefüllte Johanniskirche

„Es ist unser erster Auftritt in der Havelstadt“, sagt Christian Haase, aktueller Sänger der Band, die sich 1992 in einem Proberaum in Berlin gründete. „Ich bin überrascht, wie viele Leute erschienen sind.“ Bereits vor Konzertbeginn drängte sich das musikbegeisterte Publikum vor der Bühne, um den neuen und alten Songs, die alle den Gundermann-Stempel tragen, zu lauschen.

„2018, also zum 20. Todestags Gerhards, setzte sich die Band zusammen, um eine Liste mit besonderen Liedern zusammen zu stellen“, so der Frontmann, der es schafft, die Stücke Gundermanns vertraut und gleichzeitig neu klingen zu lassen. „Wir motzten die alte Songliste, die wir bei Live-Auftritten spielen auf, aber irgendwie kamen nur neue alte Lieder hinzu, ohne das alte entfernt wurden.“

Mal rockig, mal melancholisch

Das Publikum nahm die verlängerte Spieldauer dankend entgegen und feierte mit mal rockigen, mal melancholischen Titeln wie „Blau und blau“, „Soll sein“ und „Hier bin ich geboren“, der bis heute zum Repertoire der Seilschaft gehört und unter den Fans fast schon Hymnen-Status erreicht hat, das Erbe eines Liedermachers, dessen Erfolg unerwartet eintrat und leider viel zu früh beendet wurde.

Gerhard Gundermann, am 21. Februar 1955 in Weimar geboren, trat ab Mitte der 80er Jahre als Liedermacher auf, veröffentlichte 1988 seine erste Platte mit dem Titel „Männer, Frauen und Maschinen“ und half im Folgejahr der bekannten Band Silly bei deren Album „Februar“.

Von der Arbeit zu den Konzerten

Seiner Heimat blieb er dabei genauso treu wie dem Tagebau. Selbst als Gundermann, eigentlich Baggerfahrer von Beruf, nach dem Fall der Mauer zum gefragten Künstler avancierte, der ohne weiteres von seiner Musik hätte leben können, blieb er doch Baggerfahrer. Legendär wurde, wie er zwischen zwei Schichten hunderte von Kilometern zu einem Auftritt zurücklegte.

Der Musiker, der es wie kaum ein anderer verstand, unverschnörkelt und poetisch über Philosophisches wie Alltägliches zu singen, und oft auch kritische Töne anschlug, erlitt am 21. Juni 1998 in Spreetal bei Hoyerswerda einen Hirnschlag – ein Jahr, nachdem er als Baggerfahrer arbeitslos wurde und eine Umschulung zum Tischler absolviert hatte.

„Ich bin Fan Gundermanns seit der ersten Stunde“, sagt Günther Koch, der aus Bad Belzig zum Konzert in die Johanniskirche anreiste. Dem 57-Jährigen gefällt vor allem die Mischung aus deutschsprachigen Rock, Folk und langsameren Stücken. „Ich habe ihn leider nie live sehen können, aber dieser Abend hat diesen Traum zumindest teilweise wahr werden lassen.“

Von Tobias Wagner

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