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Die Spur der schlechten Steine an der FHB

Baumängel an der Fachhochschule Brandenburg Die Spur der schlechten Steine an der FHB

An der Fachhochschule Brandenburg (FHB) bröckelt die Fassade. Nicht im übertragenen Sinne, sondern ganz konkret. Hunderte von Klinkerziegeln der vor rund zwanzig Jahren errichteten Gebäude machen schlapp. Vieles deutet darauf, dass das Land als Bauherr seinerzeit betrogen wurde und schlechte Steine geliefert bekommen hat.

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Die Ziegelsteine an der Fachhochschule fallen herunter. Deshalb sind die 20 Jahre alten Gebäude auf dem Campus eingerüstet.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg an der Havel. An der Fachhochschule Brandenburg (FHB) bröckelt die Fassade. Nicht im übertragenen Sinne, sondern ganz konkret. Hunderte von Klinkerziegeln der vor rund zwanzig Jahren errichteten Gebäude auf dem Campusgelände in der Magdeburger Straße machen schlapp. Vieles deutet darauf, dass das Land als Bauherr seinerzeit betrogen wurde und schlechte Steine geliefert bekommen hat.

Wer auf dem Campusgelände der Fachhochschule unterwegs ist, läuft oder schlendert seit Monaten an eingerüsteten Wissenschaftsgebäuden vorbei. Noch bis Mitte des nächsten Jahres dauern die Reparaturarbeiten an den Gebäudefassaden an, teilt Christin Bargel mit, die Sprecherin des Brandenburgischen Landesbetriebs für Liegenschaften und Bauen (BLB).

Genervt von der Langzeitbaustelle, die seit dem vergangenen Herbst 2014 besteht, äußerte sich FHB-Präsidentin Burghilde Wieneke-Toutaou, als sie vor einer guten Woche die neuen Studenten begrüßte. Denn sie hatte gehofft, dass das Bauen auf dem Campus noch in den Semesterferien endet und die damit verbundenen Störungen aufhören. Nun muss sie nach Auskunft des BLB noch ein weiteres Dreivierteljahr warten.

Wasserspiel statt Strömungsbecken

Ein sogenanntes Wasserspiel soll auf dem Campusgelände der Fachhochschule das Strömungsbecken ersetzen. Das Becken war sanierungsbedürftig. Weil die Fachhochschule es für Studienzwecke nicht mehr benötigt, hat es der Landesbaubetrieb abgetragen. Ursprünglich sollten Technikstudenten mit dessen Hilfe lernen, wie Strömung funktioniert.

Bagger sind auf dem Freigelände zwischen Mensa und Audimax unterwegs, um den bau des Wasserspiels vorzubereiten. Dazu sollen ein kleiner Bachlauf mit Steinen gehören und ringsherum als Ruhezone mit Bänken und Büschen gestaltete werden.

Die Idee für ein solches Wasserspiel geht auf das Jahr 2009 zurück, wie FHB-Sprecherin Heide Traemann berichtet. Seinerzeit hatte sich das Präsidium mit der kleinen parkähnlichen Landschaft beschäftigt und einen entsprechenden Antrag eingereicht.

Sechs Jahre später passiert nun doch noch etwas. Allerdings ist es nicht gelungen, wie der Hochschulleitung angekündigt, bis Ende September damit fertig zu werden.

Gebaut wird an der Mensa, am Informatikzentrum und am Ingenieurwissenschaftliche Zentrum, also an sämtlichen Neubauten, die Mitte der 90-er Jahre entstanden sind. Zu einem Teil werden flächendeckend Ausbesserungen etwa an Fenstern, Klappleisten und Anschlüssen vorgenommen, was nach rund zwanzig Jahren gar nicht ungewöhnlich ist.

Das wahre Problem aber sind die Ziegel, die geplatzt sind, weil sie nicht überhaupt frostbeständig sind. An allen drei Gebäuden sind Hunderte von Steinen inzwischen so kaputt, dass sie einer nach dem anderen abfallen. Betroffen sind vor allem die nach Süden und Südwesten ausgerichteten Mauern, dort sind die Ziegel dem Schlagregen ausgesetzt.

Behörde will nichts zu den Kosten sagen

Eigentlich müssten die Steine auch der strengen Witterung trotzen. Doch das klappt nicht, weil die heute nicht mehr existierende Firma aus Dänemark am Ende offenbar nicht das Material geliefert hat, das bestellt und für gut befunden war. Nach den Dokumenten, die der Landesbehörde vorliegen, müssten Steine verbaut worden sein, die von amtlichen Materialprüfern als geeignet getestet wurden.

Der Landesbaubetrieb hat nach Angaben von Christin Bargel keine Ahnung, wie teuer die Steuerzahler die Reparaturarbeiten nun zu stehen kommen. Ihre Auskunft auf die Frage nach den Baukosten lautet: „Die konkrete Summe kann erst nach Beendigung der Arbeiten ermittelt werden.“

Von Jürgen Lauterbach

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