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Die Stadt Brandenburg aus Künstlersicht

Ausstellung "stadtbekannt" ab 1. Juni Die Stadt Brandenburg aus Künstlersicht

Leihgaben von Monaco bis Moskau: Am 1. Juni wird im Freyhaus in Brandenburg an der Havel die große Ausstellung "stadtbekannt" mit über 100 Kunstwerken eröffnet. Die Bilder haben eines gemeinsam: Sie alle zeigen ein Stück der Stadt Brandenburg aus den zurückliegenden 165 Jahren.

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Dieses Bild aus Moskau ist der Star der Ausstellung: "Der rote Beter" von Arnold Topp wurde 1918 in Brandenburg gemalt, hing dann in der Sturm-Galerie und wurde in die USA verkauft. Es ist dann 2006 bei Sothebys in London nach Russland verkauft worden.

Quelle: WH

Brandenburg an der Havel. Ein Schatz nach dem anderen geht dieser Tage durch die Hände von Wulf und Undine Holtmann. Aus aller Herren Länder trudeln die teils außerordentlich wertvollen Bilder ein, die eines gemeinsam haben: Sie zeigen ein Stück der Stadt Brandenburg aus den zurückliegenden 165 Jahren. Nach dreijähriger Vorbereitung wird am 1. Juni die große Kunstschau „stattbekannt“ in Brandenburg an der Havel im Freyhaus eröffnet, für die der Außenminister und Chef des Brandenburger Kulturvereins Frank-Walter Steinmeier (SPD) die Schirmherrschaft übernommen hat.

Noch sind die Holtmanns, die die Ausstellung kuratieren, in der Aufbauphase: die Medienstationen sind eingerichtet, die Bilder werden gehängt und ausgeleuchtet. Jedes neue Bild wird begutachtet, protokolliert und dann in den vorgesehenen Raum gebracht.

Das Stadtpalais von 1723 wurde hierfür komplett umgestaltet. Auf 800 Quadratmetern werden über 160 Bilder von mehr als 40 Brandenburger Malern gezeigt. Von der Romantik über die Klassische Moderne, vom sozialistischen Realismus und deutschen Informel bis in die aktuelle Malerei spiegeln sich die Epochen der Kunst und die Epochen der Stadt. Über 100 Leihgaben von Monaco bis Moskau sind an ihrem Entstehungsort vereint, sie werden wahrscheinlich nie wieder zusammen zu sehen sein.

Das älteste Bild stammt vom Zille-Lehrer Theodor Hosemann, sein vermutlich einziger Blick auf die Stadt von 1838. Eduard Gaertner, der berühmte preußische Architekturmaler, schuf zwischen 1868 und 1872 drei große, nahezu identische Ansichten der Katharinenkirche, wobei das dritte sein letztes Werk vor seinem Tod ist.

Nur die beiden letzten sind erhalten und treffen hier aufeinander. Mit 31 Bildern sind Arnold Topp und Curt Ehrhardt vertreten. Viele Meisterwerke dieser beiden Mitglieder der Berliner Sturm-Galerie und der Novembergruppe bilden einen Ausflug in den deutschen Expressionismus. Die vier kubistischen Domansichten von Topp hängen seit 1918 zum ersten Mal wieder nebeneinander. Sowohl der sozialistische Realismus, als auch andere Kunstströmungen aus der DDR sind in den Werken von Konrad Knebel, Hubert Globisch, Peter Rohn und Emil Spiess zu finden. Werke aktuell in der Stadt arbeitender Künstler wie Jan Beumelburg schließen den Kreis. Die Bilder sind auf zehn Themenräume verteilt, die mit Begriffspaaren gekennzeichnet sind. Sie heißen beispielsweise: „Kunst Arbeit“, „Blick Winkel“, „Schüler Lehrer“ und „Stadt Menschen“. So spiegeln sich unterschiedliche Lebensbereiche, Sichtweisen und Erfahrungsebenen in der Stadt. Die Bilder zeigen, wie in 150 Jahren diese Aspekte und Themen in verschiedenen Epochen von den jeweiligen Strömungen beeinflusst von Künstlern gesehen und verarbeitet wurden.

Ein Katalog sowie ein Begleitprogramm mit Vorträgen, Kunstkursen und Aktionen lassen die Besucher aktiv an der Ausstellung teilhaben. Die Kunstschau verbindet private und öffentliche Sammlungen und macht deutlich, welcher Schatz an Kunst der Entdeckung harrt. Geschichten über manche Bilder, Maler und Schicksale eröffnen einen persönlicheren Zugang zu den Werken.

Die Ausstellung, die am 1. Juni eröffnet, wird bis zum 31. Januar 2016 zu den Museumsöffnungszeiten zu sehen sein. ro

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