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Die Stadt verkauft ihr Tafelsilber

Brandenburg an der Havel: Villen sind heiß begehrt Die Stadt verkauft ihr Tafelsilber

Die Stadt Brandenburg an der Havel ist aktuell noch im Besitz vieler alter Immobilien, die das Interesse privater Käufer wecken könnten. Nun bietet die Verwaltung ihr Tafelsilber an – ein paar besondere Häuser sollen zeitnah veräußert werden.

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Märchenschloss unter Bäumen direkt in der Stadt: Die repräsentative Villa Bergstraße 19 mit den dorischen Säulen ist zu kaufen.

Quelle: V. Maloszyk

Brandenburg an der Havel. So entscheidet der Hauptausschuss am 15. Juni über den Verkauf der bis Ende vorigen Jahres als Frauenhaus genutzten Villa Walter-Rathenau-Platz 4. Darum hatten sich seit März vier Interessenten aus Brandenburg an der Havel beworben, alle gaben sie an, das Haus als Familienwohnsitz nutzen zu wollen.

Die Verwaltung empfiehlt nun, die 100 Jahre alte Immobilie auf dem 1634-Quadratmeter-Grundstück an den Meistbietenden zu veräußern. 315.000 Euro will der Erwerber dafür hinlegen. Das sind 56.000 Euro mehr als die Verwaltung in einem Verkehrswertgutachten als realistischen Preis ermitteln ließ. Der Käufer verpflichtet sich vertraglich, innerhalb der nächsten vier Jahre das Haus zu sanieren, der Rückstau ist groß.

Neu zum Verkauf ausgeschrieben ist auch die spätklassizistische Villa Bergstraße 19. Das um 1875 errichtete Gebäude steht auf 1282 Quadratmetern Grund, die Wohnfläche umfasst 400 Quadratmeter, hinzu kommen Flächen in zwei Kellern sowie 100 Quadratmeter Nutzfläche in einem Nebengebäude. Erwartet werden aus dem Verkauf mindestens 330.000 Euro Einnahmen. Bis März wurde die Villa als Verwaltungsstandort genutzt, zuletzt waren gerade zwölf Mitarbeiter des Buga-Aufbaustabes hier untergebracht.

Bis 2019 lastet noch eine so genannte Fördermittelbindefrist auf dem Anwesen. Doch die Stadt zahlt offensichtlich lieber einen überschaubaren Förderanteil zurück als weiterhin 25.000 Euro Betriebskosten jährlich aufzubringen. 1994 und 2010 gab es geförderte Sanierungsmaßnahmen, der neuerliche Bedarf für ein Herrichten (Bauwerkstrockenlegung, Auswechseln Fenster und Türen) wird auf eine knappe halbe Million Euro geschätzt.

Diese Schmuckstücke sind zu haben

Neuendorfer Straße 89a: Altstadtvilla in Wasserlage direkt an der Havel mit eigenem Park. Grundstücksfläche etwa 9400 Quadratmeter, 100 Meter Wasserseiten-Front. Dreistöckige Villa mit Saalanbau und separatem, mehrteiligem Wirtschaftstrakt. Nutzfläche in der Villa 872 Quadratmeter auf drei Etagen, Wirtschaftstrakt 230 Quadratmeter, Baujahr 1906–1910. Verkehrswert: 520.000 Euro.
Chausseestraße 22 (Plaue): Wohnhaus mit funktionsbedingtem Anbau in ruhiger Stadtrandlage. Das Objekt wurde zuletzt als Kita genutzt. Repräsentatives Haupthaus etwa 1900 erbaut, plus Nebengebäude. Grundstücksgröße 1190 Quadratmeter. Verkehrswert: 298.500 Euro.
Rathausstraße 14 (Kirchmöser): Denkmalgeschütztes Rathaus, unterkellerter zweigeschossiger Mauerwerksbau, Hofnebengebäude, zwei Garagen. Nutzfläche 738/67 Quadratmeter, Grundstück 2938 Quadratmeter. Verkehrswert: 217.500 Euro.

Wer sich auf diese Immobilie einlässt, muss richtig viel Geld investieren – beispielsweise auch in eine moderne Heizung, um die Betriebskosten erträglich zu gestalten.

Verkauft werden soll ebenfalls ein Grundstück, welches für eine Wohnbebauung prädestiniert ist: eine 560 Quadratmeter große Teilfläche des 1687 Quadratmeter großen Areals an der Kleinen Münzenstraße/Ecke Hammerstraße. Das unbefestigte Grundstück wird derzeit als nicht öffentlicher, somit kostenfreier und wilder Parkplatz genutzt. Die Verwaltung hatte den Grundstücksteil für eine Wohnbebauung ausgeschrieben, zwei Angebote sind eingegangen.

Allerdings hat nur ein Interessent vollständige Unterlagen eingereicht und ein Angebot entsprechend des Verkehrswertes von 114.000 Euro abgegeben. „Dieser Bieter hat gleichzeitig mit seinem Gebot einen Bebauungsvorschlag für eine Wohnbebauung mit bis zu sieben Mietwohnungen eingereicht, welches in Art und Maß den städtebaulichen Zielen entspricht. In der in zwei Gebäude gegliederten Bebauung sollen bis zu sieben Mietwohnungen entstehen. Davon soll voraussichtlich eine Wohnung der Eigennutzung dienen“, heißt es in der vom Gebäude- und Liegenschaftsmanagement erarbeiteten Beschlussvorlage.

Das Grundstück liegt im Sanierungsgebiet, allerdings wird dafür kein Ausgleichsbeitrag fällig.

Von André Wirsing

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