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Brandenburg/Havel Die „Störche“ müssen wieder vor Gericht
Lokales Brandenburg/Havel Die „Störche“ müssen wieder vor Gericht
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00:18 29.05.2017
Die sogenannten Störche teilten sich bis zu ihrer Trennung mehr als zehn Jahre lang eine Zelle in der JVA Brandenburg an der Havel. Quelle: Kerstin Jasinszczak
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Brandenburg an der Havel

Die berüchtigten „Störche“ kommen doch noch einmal zusammen. Die miteinander verheirateten Schwerverbrecher, die dem damaligen Justizminister Volkmar Schöneburg (Linke) im Dezember 2013 zum politischen Verhängnis wurden, sitzen zwar seither in getrennten Haftanstalten ein. Doch am 13. Juni müssen sie sich gemeinsam vor dem Schöffengericht Brandenburg an der Havel verantworten: wegen Nötigung und Bedrohung von Mitgefangenen.

Kriminelle Subkultur aufgebaut

Der Sachse René N. (53) und der Berliner Detlef N., geborener W. (60), haben eine schlimme kriminelle Vergangenheit, die in die 70-er Jahre zurückreicht. Beide wurden mehrfach verurteilt und leben seit den 80-er Jahren, damals noch in der DDR, mit wenigen Unterbrechungen hinter Gittern. Mehr als zehn Jahre lang in einer gemeinsamen Zelle in der JVA Brandenburg. Weil sie oft Hochwasserhosen trugen, bekamen sie im Knast den Spitznamen „Die Störche“. So harmlos wie die Schnabeltiere waren die beiden allerdings ganz und gar nicht während ihrer gemeinsamen Haftzeit. Nach allem was man weiß haben sie eine regelrechte kriminelle Subkultur hinter Gittern aufgebaut, andere Häftlinge für eigene Zwecke drangsaliert und benutzt. Wer Ausgang hatte, musste bei seiner Rückkehr liefern: Drogen, Schmuck und anderes mehr.

Mithäftlinge unter Druck gesetzt

In diesem Kontext sind auch die Tatvorwürfe zu sehen, über die das Brandenburger Gericht am 13. Juni verhandeln wird. Im Zeitraum zwischen Februar und Dezember 2013 sollen René und Detlef N. einzeln oder gemeinsam Mithäftlinge unter Druck gesetzt haben.

Dabei ging es um Geld, Zigaretten, ein Handy und Kosmetika. Die „Störche“ sind bekannt dafür, solche Wünsche mit klaren Worten und Gesten zu bekräftigen, also anderen Gefangenen zum Beispiel mit spitzen Gegenständen schlimme Misshandlungen anzudrohen.

Brandenburgs Justizminister muss gehen

Der linke Justizminister Schöneburg war vor dreieinhalb Jahren über die Störche gestürzt, die er vormals als Rechtsanwalt verteidigt hatte. Minister Schöneburg hatte auf seinem Privathandy Anrufe von Detlef N. aus dem Gefängnis heraus bekommen. Außerdem hatte er persönlich dafür gesorgt, dass das Schwerverbrecherpaar nicht getrennt wird, als Detlef N. in die Strafanstalt nach Cottbus verlegt werden sollte. Für eine solche Vorzugsbehandlung musste der Justizminister die Konsequenzen ziehen. Unter politischem Druck trat er zurück.

Lange Verbrechensliste

Die Vergangenheit beider Angeklagter ist finster. Zu René N.’s Strafregister gehören versuchter Mord, Vergewaltigung und sexueller Missbrauch von Kindern. Sein Ehemann Detlef N., der nach seiner Strafverbüßung in die Sicherungsverwahrung auf dem Brandenburger JVA-Gelände wechseln musste, wurde unter anderem wegen Vergewaltigung und wegen Mordes an einer 16-Jährigen verurteilt.

Zusammen hatten beide Männer im Jahr 1999 ein 13-jähriges Mädchen entführt, vergewaltigt und 16 Stunden lang gefoltert. Cathleen überlebte damals schwer verletzt.

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