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Brandenburg/Havel Die Suche nach den kleinen Stromfressern
Lokales Brandenburg/Havel Die Suche nach den kleinen Stromfressern
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15:37 31.05.2018
Maik Röhrich von den Stadtwerken wartet das Blockheizkraftwerk in der Warschauer Straße, es gilt als alternativer Energie-Einspeiser. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Das kleine Bad Belzig macht es vor: Da wird ernsthaft geprüft, wie die Buckau für Energieerzeugung aus Wasserkraft genutzt werden kann. Für das Kino gibt es ein Energiesparkonzept, dass sich rechnet. Das Umstellen der Beleuchtung auf LED wird sich in weniger als zwei, das Wechseln des Heizsystems in weniger als acht Jahre refinanziert haben. Auch die vom Oberlin-Verein betriebene Reha-Klinik bekommt ein Energiesparprogramm. Erst vor wenigen Monaten ist in der Mittelmark-Kreisstadt ein Energieeffizienz-Netzwerk für Unternehmen gegründet worden, jetzt schon gibt es erste Ergebnisse.

„Es gibt bei Fördermitteln viel zu holen“

Ein ähnliches Netzwerk für die Stadt Brandenburg und den Westteil des Bundeslandes ist seit dieser Woche am Start. Knapp zwei Dutzend Unternehmen beteiligen sich daran. Doch warum ein Netzwerk, jedes Unternehmen allein müsste schon daran interessiert sein, die Betriebskosten – im Wortsinne – niedrig zu halten? Ganz einfach: Die Firmen bekommen in der Regel für sie kostenlose Energieberatungsleistungen, zudem ändern sich rechtliche Regelungen und Fördermittelbedingungen fast im Wochentakt, das sind die meisten Unternehmen schnell überfordert. „Die Förderlandschaft ist so opulent, gleichzeitig schwierig wie nie. Es gibt in Berlin und Potsdam ordentlich was abzuholen“, sagt der im Auftrag der Potsdamer Industrie- und Handelskammer tätige Energieberater Ulrich Meyer. Es gebe auch keine Alternativen – widmen sich die Unternehmen nicht selbst dem Thema Effizienz und Einsparung, tut es der Gesetzgeber mit „mehr Regelungen, mehr Verboten und noch mehr Privilegien für die ganz Großen“.

Stadtwerke verkaufen Einsparkonzepte

Selbst die Stadtwerke Brandenburg stellen sich an die Spitze der Bewegung. „Warum tun wir das, wo wir doch daran interessiert sein müssten, möglichst viel Energie in Form von Strom, Gas und Fernwärme zu verkaufen? Das fragt uns jeder“, sagt der Technische Geschäftsführer Gunter Haase. „Mittlerweile haben alle in der Energiewirtschaft erkannt, dass am Thema Einsparung kein Weg vorbei führt.“ So haben beispielsweise die Stadtwerke ein Energiekonzept fürs Klinikum erstellt: „Es gibt immer zwei Arten von Einsparungen: Das Vermeiden von echtem Verbrauch oder Kosteneinsparung beim Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG oder bei der Stromsteuer.“

Blockheizkraftwerke für alternative Energien

Es sei gelungen, ein Versorgungskonzept zu schreiben, bei dem das Klinikum EEG-Abgabe einspart und einen Teil. Energie spart. Die Stadtwerke wiederum verdienen ihr Geld mit dem Betrieb von Anlagen. Blockheizkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung gelten wegen ihres hohen Wirkungsgrades nach dem EEG als alternative Energielieferanten. Erst vor wenigen Wochen haben die Stadtwerke den Leitplanken-Hersteller BBV Kirchmöser mit einem solchen BHKW ausgestattet, das neben Elektroenergie auch Prozesswärme für Feuerverzinken und Trocknen liefert.

Während Privatpersonen beim Thema Energieeinsparung zuerst an Heizen, Beleuchten und Betrieb von Elektrokleingeräten denken, geht es in Industrieunternehmen vor allem um Verfahren wie Wärmerückgewinnung, Niedrigenergie-Prozesse oder Katalyseverfahren. Zudem sind beispielsweise so genannte Tagesganglinien entscheidend – wann verbrauche ich wie viel Energie für welchen Prozess?

Tüfteln am Riesen-Wärmespeicher

Auch an der Technischen Hochschule Brandenburg wird an Lösungen getüftelt: Katharina Löwe ist Professorin für Energie- und Ressourceneffizienz. „Wir schreiben gerade an einem Forschungsantrag für einen großen Wärmespeicher für diskontinuierliche Verteilung.“ Das heißt, wenn nicht so viel Energie gebracht wird, speichert man sie als Wärme, um sie zu den Haupt-Lastzeiten wieder in Elektroenergie umzuwandeln.

Überschlagen müssen sich die Brandenburger Unternehmen nicht, andere sind auch noch nicht viel weiter. Es gibt zwar schon 167 Netzwerke zum Thema Energieeffizienz bundesweit, doch haben erst 37 erste Ergebnisse im Frühjahr vorgelegt. Andererseits kann es für die Unternehmen nicht schädlich sein, wenn sie wissen, wo ihre Stromfresser sitzen. Für bestimmte Qualitätsuntersuchungen (Audits) müssen sie beispielsweise für mindestens 96 Prozent ihres Gesamtstromverbrauchs genau nachweisen und auseinander rechnen können, welches Gerät, welche große Anlage und welche Glühlampe gerade wie viel Strom verbraucht hat.

Von André Wirsing

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