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Die Wildschweine sind wieder los

Brandenburg an der Havel Die Wildschweine sind wieder los

Für die Wildschweine bedeuten die blühenden, saftigen Wiesen einen gedeckten Tisch. Auch Marder, Waschbären und Füchse wagen sich für eine gute Portion Futter bis in die Stadt. Kommt es zu Schäden an Haus oder Vorgarten, ist der Mensch nicht ganz unschuldig.

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Wildschweinen suchen auch in Städten nach Nahrung.

Quelle: Gudrun Ott

Brandenburg/H. Es geht wieder los. Äcker, Gärten, Grünflächen gleichen Schlachtfeldern. Schuld daran sind Wildschweine. Sie pflügen, was das Grün hergibt. Und das mit nur einem Grund: Hunger.

„Im Frühjahr strotzen die Wiesen vor eiweißhaltiger Nahrung“, sagt Kay Büttner von der Unteren Jagdbehörde der Stadt. Er beobachtet jegliche Umtriebe wilder Tiere in der Stadt Brandenburg an der Havel und berät Bürger.

Besonders betroffen sind Gärten und Grünflächen, die an Wälder grenzen. Dorthin ziehen sich die Tiere zurück. „Der Mensch baut seine Häuser immer weiter in die Natur hinein. Wenn dann kein Zaun gezogen ist, ist die Wahrscheinlichkeit für einen durchgepflückten Rasen sehr hoch“, erklärt Büttner.

Von Wildschweinen umgewühlter Acker

Von Wildschweinen umgewühlter Acker.

Quelle: Kay Büttner

Dabei ist es aber nicht nur das saftige Grün, das Keiler, Bache und andere Tiere anzieht. Viele Gartenbesitzer werfen ihren Grünschnitt und Gartenmüll unachtsam in die Gegend, in der Nähe des Grundstücks. Auch das zieht die Wild.schweine an, weil diese Haufen ein idealer Nährboden für Insekten und Würmer sind.

„Wenn ich den Tisch decke, bekomme ich auch Besuch“, fasst Büttner zusammen. „Möchte ich keinen Besuch haben, muss ich mich schützen. Das heißt, wir müssen schon die Ursache bekämpfen und nicht erst die Wirkung.“ Das sei eine wichtige Aufgabe, weil ihre Vernachlässigung langfristige Folgen haben kann. Die Bachen geben ihre Gewohnheiten bei der Nahrungssuche an ihre Frischlinge weiter. Und so geht das über Generationen.

Was den Tieren fehlt, ist ausreichend Grünacker. Wenn sie den nicht finden, weichen sie auf Menschensiedlungen aus. „In die Innenstadt gehen sie natürlich nicht. Sie brauchen ja noch genug Raum, um sich zurückzuziehen“, sagt Büttner. Aber Gärten von Einfamilienhäusern in Hohenstücken oder auf dem Görden scheinen beliebte Ausflugsziele zu sein. Und das habe es schon immer gegeben. „Die Tiere suchen schlicht nach Ruhe, Trockenheit, Wärme und vor allem Futter.“ Und da sind die Wildschweine nicht die einzigen.

Kay Büttner, Sachbearbeiter bei der Unteren Jagdbehörde in Brandenburg an der Havel

Kay Büttner, Sachbearbeiter bei der Unteren Jagdbehörde in Brandenburg an der Havel.

Quelle: Annika Jensen

Auch Waschbären, Marder, Marderhunde und Füchse bekommen die Brandenburger immer wieder zu Besuch. Und auch sie werden unbewusst angefüttert, indem die Hausbesitzer unachtsam Bioabfälle im Garten oder neben ihrem Haus entsorgen. „Wenn ich mich für ein Haus im Grünen entscheide, muss ich mit Tieren rechnen“, so Büttner. Im Gegensatz zu den Schweinen kommen sie aber nicht nur kurz zu Besuch, um nach Nahrung zu suchen. Marder oder Waschbären lassen sich in Schuppen, Gartenhäuschen oder verwilderten Gärten gerne gleich ganz nieder. Als Vorratskammer für ihr Futter nutzen sie bekanntlich immer wieder den fahrbaren Untersatz des Menschen. „Ich habe in meinem Motorraum die Brotvorräte eines Marders“, erzählt Büttner. „Die nehme ich auch nicht raus. Sie stören mich einfach nicht. Und außerdem: toi, toi, toi, es ist noch nichts passiert.“

Und auch sonst bleiben die Wildtiere zumeist unentdeckt. Sollte es trotzdem mal zu einer Begegnung kommen, rät Büttner Ruhe zu bewahren. Besonders Bachen mit Frischlingen im Schlepptau können gefährlich werden. In einem solchen Fall solle man sich umdrehen und weggehen. Bei allen Tieren gelte aber auch: dem Tier eine Fluchtmöglichkeit lassen, nicht anfassen und schon gar nicht mitnehmen. Wenn man ein verletztes Tier entdeckt, sollte man die Jagdbehörde oder die Feuerwehr anrufen.

Von Annika Jensen

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