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Die Wunderwelt der Kantaten im Dom

Brandenburg an der Havel Die Wunderwelt der Kantaten im Dom

Die Wunderwelt der Kantaten von Johann Sebastian Bach erfreut die Zuhörer immer wieder. Doch so mancher Kirchenmusiker scheut sich vor den erheblichen Mühen, schließlich gehören die Kantaten mit ihrer kurzen Aufführungsdauer in den Gottesdienst. Deshalb gab es im Brandenburger Dom jetzt ein ganz besonderes Konzert.

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Kantatenkonzert im Brandenburger Dom.

Quelle: Jacqueline Steiner

Brandenburg/H. Einen Einblick in die Wunderwelt der Kantaten von Johann Sebastian Bach zu geben, erfordert in der Regel den gleichen organisatorischen Aufwand wie bei Oratorien, Messen oder Passionen. So mancher Kirchenmusiker scheut sich vor den erheblichen Mühen, schließlich gehören die Kantaten mit ihrer kurzen Aufführungsdauer in den Gottesdienst. Dort erzeugen sie aber nicht das große öffentliche Interesse wie bei Konzerten.

Doch zunehmend werden Bach-Kantaten in Kirchenkonzerte integriert. Das ist besser, als sie gar nicht aufzuführen, denn immer wieder fasziniert des Leipziger Thomaskantors Ideenreichtum, der jede Kantate zu einem unvergesslichen Unikat macht.

Schön, dass Domkantor Marcell Armbrecht-Fladerer für das diesjährige Sommerkonzert des Brandenburger Kantatenkreises zwei Kantaten im sehr gut besuchten Dom zum Besten gab, ergänzt durch das festliche Krönungsanthem „Zadok the priest“ von Georg Friedrich Händel. Neben dem Kantatenkreis wirkte auch das Ensemble Kaiopolis mit Musikern aus der Region und historischen Instrumenten und namhaften Gesangssolisten mit.

Die Kantate „Herz und Mund und Leben“ (BWV 147) ist eine der bekanntesten und beliebtesten geistlichen Kompositionen Bachs. Besondere Berühmtheit erlangten dabei neben dem lebendigen Eingangschor und den ausdrucksvollen Arien die beiden Choralsätze „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ und „Jesus bleibet meine Freude“, die es auch in verschiedenen instrumentalen Bearbeitungen gibt. Die wunderbare Ratswahlkantate „Gott, man lobet dich in der Stille“ (BWV 120) wartet mit einem überraschenden Beginn auf: Vor einem repräsentativen, dem festlichen Ereignis angemessenen Chorsatz „Jauchzet, ihr erfreuten Stimmen“, steht die deutlich verhaltenere Alt-Arie „Gott, man lobet dich in der Stille zu Zion“. Die nachdenklich-frohe Sopran-Arie lässt nachdrücklich die guten und segensreichen Wünsche an die Stadtobrigkeit Leipzigs zu Klang werden.

Die heikle Domakustik ist der komplexen Bachschen Polyphonie nicht immer wohl gesonnen. Marcell Armbrecht-Fladerer weiß den Problemen durch solide flüssige, doch keine rasanten Tempovorgaben zu begegnen, so dass die Werke beschwingt und natürlich zur Geltung kommen.

Zwar war die Textverständlichkeit des Chores nicht immer gegeben, den Männerstimmen wäre eine Verstärkung zu wünschen, um eine bessere Balance zwischen den Stimmgruppen zu erreichen, doch die Sängerinnen und Sänger begaben sich mit viel Verve in ihre musikalischen Aufgaben, die sie mit schönem klanglich-freudigem Ausdruck zum Besten gaben.

Von den souverän singenden Solisten Christina Elbe (Sopran), Oscar Verhaar (Altus), Nico Eckert (Tenor) und Stephan Heinemann (Bass) weiß vor allem die Sopranistin mit ihrer warm geführten Stimme die Arien, die sie mit der Solovioline im Wechselgesang mit feiner Anmut interpretierte, zu gefallen. Auch Nico Eckert konnte mit der durchgefeilten Gestaltung der Rezitative überzeugen.

Händels Krönungsanthem wählte Fladerer-Armbrecht für das Konzertfinale. Der Kantatenkreis und das Ensemble Kaiopolis fanden sich hierbei zu einem glanzvollen gemeinsamen Musizieren, mit einer ausgewogenen Mischung aus trockenen Akzenten und lyrischer Gesanglichkeit. Bei den Bach-Kantaten war das Ensemble noch nicht so ganz in Form. Es wirkte distanziert, wenig souverän, so dass ein plastisches Klangbild nicht entstehen konnte. Dabei machten sich hin und wieder Intonations-Mängel breit.

Dagegen konnten die Orchestersolisten bei ihren vielfältigen Aufgaben überzeugen. Lang und herzlich war am Schluss für alle Mitwirkenden der Beifall.

Von Klaus Büstrin

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