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Brandenburg/Havel Die fröhlichen Damen vom SWB: Frauentagsfeier im Industriemuseum
Lokales Brandenburg/Havel Die fröhlichen Damen vom SWB: Frauentagsfeier im Industriemuseum
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19:11 08.03.2018
Erinnerungen an das SWB: Frauentagsfeier im Industriemuseum in Brandenburg an der Havel. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

An vielen Orten der Welt kamen am Donnerstag Frauen zusammen, um den 107. internationalen Frauentag zu feiern. So auch im Industriemuseum in Brandenburg an der Havel. Die große Halle mitten auf einer riesigen Freifläche am Silokanal war einst der Unternehmensstandort des Stahl- und Walzwerks Brandenburg, dem größten Rohstahlproduzenten der DDR. Seit 13 Jahren treffen sich hier nun jeweils zum Weltfrauentag ehemalige Mitarbeiterinnen des Unternehmens.

So war das damals im SWB: Frühere Mitarbeiterinnen des Stahl- und Walzwerkes Brandenburg feierten am Donnerstag im Industriemuseum den Internationalen Frauentag. Dazu gab es ein kleines Programm. Die MAZ war dabei und zeigt die schönsten Schnappschüsse.

An diesem Donnerstag sind 62 Frauen in das Industriemuseum gekommen. Ein kleines Café ist aufgebaut, es gibt Käsekuchen, Kaffee, Schokolade, später auch Sekt. An den Wänden hängen Tafeln zur Geschichte des Unternehmens, in einer Ecke steht die Stahlwerksplakette: Ein großes, weißes B auf einem roten Stern.

Einer der wenigen Männer vor Ort ist Museumsleiter Marius Krohn, der auf das jüngste Jahr der Frauen zurückblickt und dabei auch ein politisches Statement abgibt: „Für die Frauen in Brandenburg ist das vergangene Jahr ja nicht so gut gelaufen. Brandenburg hat keine Oberbürgermeisterin mehr und im Bundestag sitzen 13 Prozent einer frauenfeindlichen Partei.“ Zumindest dürften Frauen in Saudi-Arabien jetzt Auto fahren.

Starke Frauen neben harten Kerlen

Und auch im Industriemuseum zu sitzen, habe man den Frauen zu verdanken: „Ohne die Frauen wäre das Museum niemals entstanden. Die ganzen Männer haben gesagt: Reiß den Ofen ab.“ Denn im Stahl- und Walzwerk wurden damals zwölf Siemens-Martin-Öfen betrieben. In ihnen wurde aus Schrott und Roheisen Stahl gekocht. Nur der letzte dieser Öfen ist erhalten geblieben. Um diesen Ofen herum findet sich heute eine Ausstellungsfläche mit Informationen zur Geschichte des Werks und zur Stahlerzeugung: Ein beliebtes Ausflugsziel.

Doch schon weit vor dem Einsatz für den Erhalt des Ofens waren Frauen für das Stahl- und Walzwerk Brandenburg wichtig: Während des ersten Weltkrieges zeigte sich der Arbeitskräftemangel auch in der Stahlwerkshalle, so dass die Werksleitung am 9. Juni 1917 in einer Anzeige nach Frauen suchte. Diese arbeiteten dann im Konstruktionsbüro, als Bibliothekarin oder in der Forschung. An diesem Donnerstag wird ein Katalog an Fotos herumgereicht, die Frauen blättern hindurch und blicken aufmerksam in die Gesichter.

Suche nach bekannten Gesichtern auf alten Fotos

Wer jemanden erkennt, soll den Namen unter das Bild schreiben. „Aber wir waren 8000 Mitarbeiter. Da ist das gar nicht so einfach“, sagt eine der ehemaligen Mitarbeiterinnen aus dem Konstruktionsbüro lachend. „Früher haben die Männer am Weltfrauentag dann mal Kaffee gekocht“, erzählt sie. Neben ihr sitzt fast ihr komplettes Team von damals. Das Arbeitsumfeld sei familiär gewesen. Schließlich war es unüblich, mehrfach das Unternehmen zu wechseln, man blieb ein Leben lang bei einem einzigen Unternehmen. Das schweißte zusammen, so dass viele der ehemaligen Kolleginnen sich auch heute noch mehrmals im Jahr sehen.

Die Feier ist wie ein Klassentreffen

Auch Christine Zimmermann begann schon 1965, für das Unternehmen zu arbeiten. „Das Treffen heute ist fast wie ein Klassentreffen“, sagt sie. Damals war sie in der Forschung tätig. Ihr Arbeitsauftrag: Die zwölf Siemens-Martin-Öfen besonders leistungsfähig zu machen.

Als Frau bei einem Stahlunternehmen zu arbeiten, empfand sie dabei nicht als besonders außergewöhnlich: „Das war vor allem besonders praktisch. Wir haben dann beide im Schichtdienst gearbeitet und es gab eine Kinderbetreuung.“ Ihr Vergleich der Zeiten von damals und heute fällt milde aus: „Jede Zeit hat eben ihre eigenen Highlights“.

Von Sally-Charell Delin

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