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Die heimatkundlichen Einmischer

30 Jahre Arbeitskreis Stadtgeschichte Die heimatkundlichen Einmischer

Sie halten Vorträge, forschen für neue Publikationen, unternehmen Exkursionen – und mischen sich ein: Auf eine 30-jährige Geschichte können die Mitglieder des Arbeitskreises Stadtgeschichte zurückblicken.

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Auf eine 30-jährige Geschichte können die Mitglieder des Arbeitskreises Stadtgeschichte zurückblicken.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. „Mit einer Stadt wie Brandenburg geht man so nicht um.“ Der mögliche Verlust der Kreisfreiheit wäre für Wolfgang Kusior schon aus historischer Sicht ein Irrweg. Keine Ahnung von der Landesgeschichte habe die Regierung in Potsdam, wetterte Kusior in seiner Festrede zum 30-jährigen Bestehen des Arbeitskreises Stadtgeschichte. Auch die Kommune bekam am Sonnabend im Industriemuseum ihr Fett weg. Kein Ruhmesblatt für Brandenburg an der Havel sei die unsichere Zukunft des Stadtmuseums, monierte der Arbeitskreismitbegründer von 1986.

Als sehr schön gelungen bezeichnete Kusior dagegen die Neugestaltung des Bahnhofs mit dem Kontrast zwischen Historie und Moderne. Nicht ohne nachzuschieben: „Das hätte auch schief gehen können. Wenn sich nämlich die ursprüngliche Idee eines Bahnhofsabrisses durchgesetzt hätte.“ Zusammen mit Gleichgesinnten forderte damals der Arbeitskreis Stadtgeschichte in einem offenen Brief an die Oberbürgermeisterin den Erhalt des historischen Empfangsgebäudes. Mit Erfolg.

Auf 45 Ausgaben haben es die „Heimatkundlichen Blätter“ bisher gebracht

Auf 45 Ausgaben haben es die „Heimatkundlichen Blätter“ bisher gebracht.

Quelle: Volkmar Maloszyk

In den 30 Jahren seit seiner Gründung ist sich der Arbeitskreis Stadtgeschichte treu geblieben. Seine Mitglieder halten nicht nur Vorträge, geben Publikationen heraus oder unternehmen Exkursionen. Sie mischen sich ein. Mitunter können die Freunde der Stadtgeschichte sogar unbequem werden. Das war schon im Gründungsjahr so. Vor der Wende war der Zustand vieler Altbauten in Brandenburgs Innenstadt zum Gott erbarmen. Der unter dem Dach des Kulturbundes gegründete Arbeitskreis Stadtgeschichte organisierte Bürgerforen in brechend vollen Sälen. Einige schlimme Sachen konnten aufgehalten werden. Die Stadt stellte einen hauptamtlichen Mitarbeiter für die Denkmalpflege ein. Kusior erinnerte sich: „Die mittelalterlichen Wohnhäuser 11 und 12 in der Altstädtischen Fischerstraße standen schon damals auf der Abrissliste. Die vernichtenden Brände im Mai haben mir deshalb besonders weh getan.“

Bis heute ist der Arbeitskreis Stadtgeschichte eine Fachgruppe unter dem Dach des Brandenburgischen Kulturbundes. Jährlich werden sechs öffentliche Vorträge gehalten. Mit Wolfgang Kusior und Beate Bölsche leben nur noch zwei Personen, die 1986 auf einer Vorbereitungstagung im Fontaneklub die Weichen für die Arbeitskreisgründung stellten. Auftakt für einen Generationswechsel war unter anderem der Eintritt von Sven Kornisch, der sich um die Herausgabe der „Heimatkundlichen Blätter“ verdient macht.

Joachim Müller vom Historischen Verein, der vor 25 Jahren neu gegründet wurde, erinnerte an die unterschiedlichen Wurzeln beider Institutionen und würdigte das vertrauensvolle Miteinander. Die Stadtverwaltung war bei der Jubiläumsveranstaltung durch den Kulturbeigeordneten Wolfgang Erlebach vertreten.

Von Frank Bürstenbinder

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