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Brandenburg/Havel Die nächste Rehkitz-Rettung soll besser enden
Lokales Brandenburg/Havel Die nächste Rehkitz-Rettung soll besser enden
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07:49 29.09.2018
Familie Block aus Jahnkow päppelt ein verwaistes Bambi auf. So soll es künftig möglichst auch in Brandenburg an der Havel laufen. Quelle: GRM
Brandenburg/H

Mehrere Behörden und Fachgruppen der Stadtverwaltung haben gemeinsam ausgewertet, wie die Bergung und am Ende die Tötung des Rehkitzes am 8. Juni abgelaufen sind und was besser gemacht werden kann im Umgang mit Wildtieren.

Zur Erinnerung: An jenem Freitagmorgen irrt ein kleines Reh zwischen den Straßenbahngleisen am Tschirchdamm umher. Zwei Passanten gelingt es, das Tier zunächst im Geldautomatenraum der Deutschen Bank in Hohenstücken in Sicherheit zu bringen.

Von dort holt die Brandenburger Feuerwehr das Rehkitz ab und bringt es ins Naturschutzzentrum Krugpark. Dort kommt einige Stunden später eine Amtstierärztin zu dem Schluss, dass es dem Tier gesundheitlich zu schlecht geht, um weiterleben zu können. Sie schläfert es noch im Krugpark ein. Die Empörung bei der Retterin, bei Tierschützern und anderen Tierfreunden ist anschließend groß.

Ermittlung gegen Amtstierärztin eingestellt

Der Landestierschutzverband hatte die betreffende Tierärztin angezeigt, weil er die Tötung des kleinen Rehs als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz bewertet.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat das verfahren inzwischen eingestellt, weil sie keine strafbare Handlung erkennt. Ob die Entscheidung der Veterinärin, das Tier umzubringen, berechtigt gewesen ist, lasse sich im Nachhinein nicht klären.

Der Deutsche Tierschutzbund in Bonn, den die Brandenburger Tierschützer informiert hatten, sah sich seinerzeit außerstande, den Sachverhalt zu beurteilen. „Der Tierärztin ist im Zweifel jedoch kein Vorwurf zu machen, da diese hier unter entsprechendem Druck eine Entscheidung treffen muss“, teilte Daniel Blanke mit.

Auch die Verwaltung im Nachhinein nicht komplett glücklich mit dem Geschehen am 8. Juni. Jedenfalls sieht sie Bedarf, das künftige Vorgehen besser zu regeln.

Zweimal haben aus diesem Grund die untere Naturschutzbehörde, die untere Jagdbehörde, das Veterinäramt, die Fachgruppenleitung Umwelt- und Naturschutz, das Naturschutzzentrum sowie der Stabsbereich des Oberbürgermeisters das künftige Vorgehen erörtert.

Antrag zur Unterbringung von Tieren wird bearbeitet

Im Ergebnis wird das Naturschutzzentrum Krugpark den Antrag zur Unterbringung von Tieren überarbeiten. Eine Artenliste zur Tieraufnahme im Naturschutzzentrum Krugpark liege bereits vor, teilt Verwaltungssprecher Jan Penkawa mit.

Im Übrigen will die Verwaltung künftig so verfahren: Werden Wildtiere aufgefunden, ist die Berufsfeuerwehr in der Regel erster Anlaufpunkt. Darüber können sich Bürger auch direkt an das Naturschutzzentrum Krugpark, das Veterinäramt, oder die Polizei wenden.

Das Naturschutzzentrum Krugpark ist als Auffang- und Pflegestation anerkannt. Verletzte Tiere werden dorthin gebracht und dort aufgepäppelt und möglichst ausgewildert.

Jagdpächter ist Dreh- und Angelpunkt

Heimtiere wie Hunde, Katzen, Sittiche und Kleinnager werden bei Aufgreifen in eines der beiden Tierheime gebracht.

Heimtiere wie Agamen, Schildkröten, Zierfische bekommt das Reptilienschutzzentrum Schmerzke. Hierzu wird derzeit laut Penkawa eine vertragliche Vereinbarung erarbeitet.

Für jagdbares Wild wie Rehe und Wildschweine ist und bleibt der Jagdpächter zuständig und verantwortlich. Die untere Jagdbehörde organisiert eine Hotline zu einem Bereitschaftsdienst-Jagdpächter, der sich für das aufgefundene Wild zuständig erklärt. Die Telefonnummer der Hotline wird bekannt gemacht.

Merkblatt für alle

Der zuständige Jagdpächter entscheidet, was mit dem aufgefundenen Wildtier geschehen soll. Wenn er es nicht holen kann, wird es zum Naturschutzzentrum Krugpark gebracht.

Jagdwild mit ganzjähriger Schonzeit nimmt das Naturschutzzentrum Krugpark auf mit dem Ziel, es auszuwildern.

Auf einem Merkblatt für die Öffentlichkeit will die Verwaltung darlegen, wie Verfahren wird und wer die Ansprechpartner sind. Für die Kommunikation bei Fundtieren prüft die Stadtverwaltung, eine zentrale Plattform einzurichten, damit alle Informationen schnell zur Verfügung stehen.

Wildtiere, die wie Waschbären gebietsfremd sind, bekommt der Krugpark. Was mit ihnen passiert, entscheidet der zuständige Jagdpächter.

Von Jürgen Lauterbach

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