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Brandenburg/Havel Die neugierigen Schnattergänse
Lokales Brandenburg/Havel Die neugierigen Schnattergänse
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06:05 19.08.2016
Das komplette Team der „Schnattergänse“ Quelle: Foto: André Wirsing
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Mahlenzien

Regina Hoffmann hat die Kindertagesstätte einfach gekauft, in der sie selbst als Erziehungshelferin zu DDR-Zeiten gearbeitet hat. Im Jahr 2007 hat sie sich als Tagesmutti selbstständig gemacht, zwei Jahre später das Objekt direkt neben ihrem Haus übernommen. „Schnattergänse“ heißt die Tagespflegestelle, Dorf-Kindergarten trifft es aber besser. Ihr Mann züchtet nebenan Geflügel, die Gänse sind besser als Wachhunde, begrüßen jeden Gast mit lautem Geschnatter.

Und sie gehören mit zum Kita-Team, so wie die Schweine, Pferde, Sittiche und Wachteln im Ort – und die zweijährige Mischlingshündin „Emma“ darf bei keinem Spaziergang fehlen.

„Im Antrag für meine Konzession habe ich den Schwerpunkt Tiere definiert. Die Kinder sind ohnehin jeden Tag draußen unterwegs, so haben sie jeden Tag Kontakt zu den Tieren. Die Mahlenziener lassen uns in ihre Häuser und Ställe, besonders wenn es irgendwo Nachwuchs gibt. Da gehen wir dann jede Woche hin und schauen, wie die Tiere größer werden.“ Der Ehemann von Regina Hoffmann erklärt beispielsweise den Kindern den Unterschied zwischen Kunst- und Naturbrut und kann sofort Bescheid sagen, wenn ein junges Gänschen gerade aus der Schale schlüpft.

Die Verbindung zur Natur liegt nahe in einem Ortsteil mitten im Wald. „Wir wollen ja nicht lustlos durch die Welt gehen, also interessieren wir uns auch für Bäume, für Obst und Gemüse.“ Eine kleine Obstplantage gibt es direkt im Kita-Garten, zudem dürfen die Mädchen und Jungen in alle Gärten, sehen die Früchte reifen und dürfen auch selber ernten. Manchmal bringen die Nachbarn extra ein paar Bund Möhren vorbei, „für unsere tägliche Obstpause ist also immer gesorgt“.

Dabei kommen gar nicht alle Kinder aus Mahlenzien, das nur 131 Einwohner zählt. Eltern bringen sie aus Bensdorf, aus Ziesar und aus Brandenburg auf dem Weg zur Arbeit und nehmen sie am Nachmittag wieder mit. Es hat sich herumgesprochen, wie schön es in der kleinen Einrichtung ist, die jetzigen Mädchen und Jungen sind oft die Geschwister von Kindern, die schon da waren. Zehn Kinder betreuen Regina Hoffmann und Ulrike Blanz zwischen 6 und 17 Uhr. Oft ist davor oder danach noch Putzen und Einkaufen angesagt – die Tage sind lang.

Die jetzige „Besatzung“ ist um die zwei Jahre alt, ein Schwung Fünfjähriger ist im vorigen Herbst in die Vorschule gewechselt. „Wir möchten das so, dass die Kinder das letzte Kita-Jahr in einer größeren Einrichtung verbringen, weil sie dann schon mit den Kindern zusammen sind, mit denen sie in die Schule wechseln.“ Von den meisten Eltern wird das akzeptiert.

Dienstags und freitags fährt der Bus in die Stadt, dann gibt es Ausflüge ins Spatzenkino oder zu den vielen neuen Spielplätzen. Im vorigen Jahr haben die größeren Kinder alle Buga-Standorte besucht, manche sogar mehrmals. „In Rathenow der Drachenspielplatz war der absolute Renner“, schwärmt die Tagesmutter, die alle im Ort nur „Tante Regina“ rufen.

Von André Wirsing

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