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Brandenburg/Havel Die tollsten Bilder aus 150 Jahren
Lokales Brandenburg/Havel Die tollsten Bilder aus 150 Jahren
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00:21 03.06.2015
Auch der sozialistische Realismus hat seinen Platz in der Ausstellung „Stattbekannt“. Quelle: Jacqueline Steiner
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Brandenburg an der Havel

Was war der romantischste Blick vor dem Krieg in der Stadt Brandenburg? Maler der Stadt haben die Frage beantwortet. Fast ein Dutzend Gemälde zeigen den Pauliwinkel – diese Idylle wäre heutzutage vermutlich auf jeder Postkarte zu finden.

Der erwähnten Gemälde sind Bestandteil der grandiosen Ausstellung „Stattbekannt“, die Wulf und Undine Holtman in den vergangenen drei Jahren für die Schau im Frey-Haus zusammengetragen haben. Am Sonntag eröffnete das Kuratorenpaar jene Schau mit 161 Bildern, die eines eint: Die Motive präsentieren Brandenburg an der Havel in allen Lebens- und Arbeits-, Freudens- und Leidenslagen – über die Jahrzehnte hinweg.

„Die Ausstellung zeigt uns ein „Best of“ der schönsten und wichtigsten Bilder aus Brandenburg an der Havel aus zwei Jahrhunderten“, sagte zur Eröffnung MAZ-Geschäftsführer Benno Rougk, der den Kulturvereinsvorsitzenden und Schirmherrn Frank Walter Steinmeier vertrat. Denn der Außenminister versucht gerade, in Jerusalem ein bisschen mehr Frieden zwischen Israel und Palästina zu stiften.

In zehn Themenräumen, verteilt auf zwei Stockwerke, präsentiert das Ehepaar Holtmann jene „malerische Meisterschaft“, die aufs Engste mit dieser „uralten, wunderschönen, vielschichtigen Stadt“ verbunden ist, wie Rougk es ausdrückte. Die ältesten Werke stammen aus den 30-er Jahren des 19. Jahrhunderts. Der Schwerpunkt der Schau liegt aber unstrittig im folgenden Jahrhundert.

Die Ausstellungsmacher verzichten auf Chronologie, sie haben die Werke vielmehr thematisch geordnet und so gehängt, dass den Betrachtern viele weitere Bezüge vor Augen geführt werden. Selbst in den expressionistischen Werken ist die Heimatstadt der Brandenburger zu erkennen. Schwer fällt es allenfalls, den Ortsteil Kirchmöser ausfindig zu machen in einem Werk von Curt Ehrhardt, das „Zigeuner in Kirchmöser“ heißt.

Vielfältige Bezüge zueinander haben nicht nur die Kunstwerke, sondern auch deren Schöpfer. So war Curt Ehrhardt Abiturient an der Saldria, an der der bekannte Expressionist Arnold Topp als Lehrer tätig war, dessen Atelier sich am Rosenhag befand.

Der zeitgenössische Maler Jürgen Lutzens hatte als Junge Zeichenunterricht bei den betagten Schwestern Hertha und Lucie Bielefeld genommen, deren Bilder ebenfalls in der Schau zu bewundern sind. Lutzens ist zudem der einzige Zeitzeuge, der Curt Ehrhardt persönlich und sein Werk am Neuatdt Markt halbwegs vollständig gesehen hat. „Seine Hinweise haben uns für das Verständnis dieses Wanderers zwischen den Welten und Zeiten sehr geholfen“, sagte Wulf Holtmann, der mit seiner Frau das barocke Stadtpalais in der Ritterstraße in eine Kunsthalle verwandelt hat. Holtmann: „Die Ausstellung fragt nach den Frauen und Männern, die die Zeiten der Umwälzungen, ihre Erlebnisse und Reflektionen in der Kunst eingefangen haben.“

Von Jürgen Lauterbach

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