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Brandenburg/Havel Diese Frau ist die große Ausnahme in ihrem Job
Lokales Brandenburg/Havel Diese Frau ist die große Ausnahme in ihrem Job
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10:01 30.09.2016
Vivian Koch von der Roskower Autolackierer-Firma Harder. Quelle: Marion von Imhoff
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Roskow

Vivian Koch ist eine Ausnahmeerscheinung im Handwerk in den Beetzsee-Gemeinden. Die 26-jährige gebürtige Rathenowerin ist eine der ganz wenigen Frauen in ihrem Beruf. Vivian Koch ist Fahrzeug-Lackiererin. Mit der Note 1,0 und damit als Jahrgangsbeste schloss sie ihre Ausbildung ab. In ihrer Klasse am Oberstufenzentrum Oder-Spree in Fürstenwalde (Spree) war sie die einzige Frau. Zu Beginn war noch eine andere Frau dabei. „Doch die brach ab und wurde Floristin.“

Als Frau in diesem Job müsse sie manches Vorurteil widerlegen, sagt sie. „Wer keine große Klappe hat, sollte sie sich in diesem Beruf angewöhnen. Man muss sich behaupten können“, sagt Vivian Koch. Seit fünf Jahren arbeitet sie in der Roskower Autolackiererei Hartmut Harder. Vor zwei Jahren übernahm André Horn den Betrieb mit sechs Beschäftigten. 2017 wird das Handwerksunternehmen 40-jähriges Bestehen feiern.

„Jedes Geschlecht hat seine eigenen Fähigkeiten“

„Jedes Geschlecht hat seine eigenen Fähigkeiten“, sagt die selbstbewusste junge Frau. „Das wird ganz doll unterschätzt, was Frauen alles besonders gut können.“ Kollege Dominque Scharge stimmt ihr zu. Wenn es darum geht, Autotüren aus- und einzubauen, nehme er das gerne seiner Kollegin ab. Dafür habe sie einen Blick für Farben. „Man ergänzt sich“, sagt Vivian Koch. „Es gibt filigrane Arbeiten, da haben es Frauen mit kleineren Händen viel besser.“

„Männer vom alten Schlag gucken erst einmal, wenn sie sehen, dass bei uns eine Frau als Lackiererin arbeitet“, sagt der 31-jährige Scharge.

Dominique Scharge zieht eine Beule aus der Karosserie. Quelle: Marion von Imhoff

Kommt ein neues Fahrzeug herein, etwa mit einem „Parkplatz-Rempler“, also einem kleineren Lackdefekt, bestimmt die Farbexpertin erst einmal den Lacktyp. Dazu kann Vivian Koch nicht nur Farbfächer mit dutzenden Tönen zu Hilfe nehmen. Es gibt auch ein computergestütztes System zur Farbanalyse, das die Formel des Lacks berechnet.

Wenn man stolz auf seine Arbeit ist

Zu dem Beruf gehört es auch, Dellen auszubeulen oder notfalls zu spachteln, den Lack abzuschleifen, Fahrzeuge aufzuarbeiten, Werbebeschichtungen aufzubringen. An diesem Donnerstag arbeitet Vivian Koch an der Stoßstange eines Unfallwagens und schleift sie ab. Die dazugehörige Motorhaube liegt schon fertig für den neuen Lack auf zwei Böcken daneben.

Feinmotorik, Sorgfalt und einen guten Blick für das, was zu tun ist, sind notwendige Eigenschaften, die ein Auszubildender mitbringen sollte. Drei Autohäuser aus der Stadt Brandenburg arbeiten mit dem Roskower Lackier-Betrieb zusammen. Sie transportieren Autos dorthin, die für den Weiterverkauf wieder schön gemacht werden sollen. Dominique Scharge zieht eine kleine Delle aus dem Kotflügel eines roten Kleinwagens. „Es ist eine schöne Arbeit, man sieht, was man gemacht hat und ist stolz darauf“, beschreibt Vivian Koch ihre Motivation mit 18 Jahren, diesen Beruf zu ergreifen.

Schwangerschaft schließt Lackierarbeiten aus

Wenn sie schwanger wird, „darf ich sofort nicht mehr arbeiten“. Vivian Koch spricht locker darüber. Die Lackdämpfe wären nicht gut für das Ungeborene. Für sie würde in der Mutterschutz- und Elternzeit eine Vertretung eingestellt. Das kriege der Betrieb schon hin. Schließlich gibt es Erstattung nach dem Mutterschutzgesetz. Auch das sei also kein Grund, Vorurteile gegen Frauen im Handwerk zu haben, ist sich Vivian Koch sicher.

Von Marion von Imhoff

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