Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Dieses Radio steckt in einer Nussschale
Lokales Brandenburg/Havel Dieses Radio steckt in einer Nussschale
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 04.04.2017
Drei Anschlüsse braucht der Nutzer der Nussschale für den Empfang. Quelle: Volkmar Maloszyk
Brandenburg/H

Klaus-Peter Tiemann ist in Brandenburg bekannt als RFT-Geschäftsführer, Medienunternehmer und Mister Glasfaserkabel. Doch der gelernte Radio- und Fernsehtechniker kann auch anders. Zum heutigen Tag hat er ein Radio in der Nussschale gebaut. Das Beste: Es sieht nicht nur schick aus, sondern funktioniert auch.

Der Historiker Veit Didczuneit aus der Brandenburger Altstadt veröffentlicht in der nächsten Woche ein Buch mit dem Titel: „Das Radio in der Nussschale und anderen Objektgeschichten“. In 101 Kapiteln lädt der Abteilungsleiter Sammlungen im Museum für Kommunikation Berlin zu einer Entdeckungsreise durch 4000 Jahre Kommunikationsgeschichte ein. Eines der Glanzstücke: das Walnussradio aus der frühen Zeit des Rundfunks.

Nussradio nach historischem Vorbild

Dieses Ausstellungsstück aus den früheren Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts gibt den Museumsexperten allerdings Rätsel auf: Der Detektorempfänger in einer Walnussschale, der 1978 in das damalige Postmuseum Nürnberg gelangt war, sieht zwar ähnlich toll aus wie der Tiemannsche Nachbau. Doch funktioniert dieses Radio nicht oder nicht mehr. Die Gelehrten streiten sich darüber, ob es überhaupt jemals funktionsfähig gewesen ist. Veit Didczuneit fasste sich ein Herz und fragte den für sein technisches Verständnis bekannten Unternehmer: Kann in grauer Vorzeit ein solches Nussradio auf Empfang gewesen sein?

Klaus-Peter Tiemann mit seinem Empfängergerät. Quelle: Volkmar Maloszyk

Ingenieur Klaus-Peter Tiemann theoretisierte nicht lange, sondern wagte die Probe aufs Exempel. Eine passende Walnuss war rasch gefunden, dann begann die Tüftelei. Um empfangsbereit zu sein und Radiohörer im Walnussformat zu beglücken, soviel war dem promovierten Techniker klar, würden ein Gleichrichter mit niedriger Schleusenspannung und ein Kristalldetektor benötigt.

Drei Anschlüsse in rot, schwarz und weiß

Klaus-Peter Tiemann hat die harte Nuss geknackt: „Die einzige Chance auf so engem Raum ist eine Germanium-Diode“, verrät er und zeigt auf das neu gestaltete Innere der Walnuss mit Mittelwellendetektor. Drei Anschlüsse braucht der Nutzer der Nussschale für den Empfang: einen roten für die Antenne, einen schwarzen zur Erdung und einen weißen für die Kristallohrhörer.

Am Vorabend des 1. Aprils ist Klaus-Peter Tiemann im Bereich zwischen 550 und 1600 Kilohertz auf Empfang gegangen, hat die Klänge eines fernen Senders vernommen. Da es im Mittelwellenbereich keine starken Ortssender mehr gibt in Deutschland, musste der Techniker sein Nussantenne zu nächtlicher Stunde weit gen Osten ausrichten. Zur Belohnung hörte er Musik wie aus einer Nuss. Die Technik funktioniert also tatsächlich.

Der Brandenburger Unternehmer hat angeknüpft an das Do-it Yourself-Radiobasteln in den 1920er Jahren. Veit Didczuneit erinnert daran, dass ehemalige Armeefunker und Bastler nach dem Ersten Weltkrieg die im Militär und für die Nachrichtenübermittlung genutzte Funktechnik weiter entwickelt hätten. Der Historiker: „Die Einführung des deutschen Hörfunks im Jahr 1923 fällt zusammen mit der frühen Hochphase der Funkamateure.“

Radiobastler bauen einfache und günstige Detektorempfänger – zum Beispiel in Zigarrenschachteln. und einer kam auf die Idee mit der Walnuss.

Von Jürgen Lauterbach

Ob neue Instrumente, Noten, Konzertreisen oder eine Sommerbühne: seit einem Vierteljahrhundert unterstützt der Förderkreis der Musikschule „Vicco von Bülow“ in Brandenburg an der Havel die Arbeit der Schule, wo er kann. Seine Geschichte begann in schwierigen Zeiten. Und auch heute ist das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder nicht überflüssig.

01.04.2017

Mehr als 25 Jahre hat es gedauert, bis die Arbeitslosenquote in Brandenburg/Havel wieder unter die 10-Prozent-Marke gerutscht ist. Am Freitag verkündete Guido Arndt, Vizechef des Jobcenters, den „historischen Wert“. Arbeitsagentur und Jobcenter registrierten im März eine Arbeitslosenquote 9,6 Prozent. Zuletzt war sie 1991 mit 9,7 Prozent derart niedrig gewesen.

31.03.2017

40 Projekte aus dem ländlichen Raum der Havel sind eingegangen für die Bewerbung um EU-Leader-Förderung. Sie reichen vom Bullen-Stall bis zur sanierungsbedürftigen Kirche und umfassen ein Fördervolumen von insgesamt 6,2 Millionen Euro. Doch nur 2 Millionen Euro können verteilt werden. 13 der geplanten Projekte haben die Ideengeber jetzt in Wusterwitz vorgestellt.

31.03.2017