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Brandenburg/Havel Dieses Wassergrundstück will niemand haben
Lokales Brandenburg/Havel Dieses Wassergrundstück will niemand haben
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02:15 10.03.2017
Haus, Boot, Pool und Wohnwagen – auf dem Grundstück in bester Havellage findet sich jede Menge Müll. Quelle: Jürgen Lauterbach
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Brandenburg/H

Das Wort Erholungsgrundstück ruft zunächst positive Assoziationen hervor beim Leser des aktuellen Versteigerungskatalogs, den das genannte Auktionshaus veröffentlicht hat. Ein „Erholungsgrundstück in unmittelbarer Nähe zur Havel mit ehemaligem Wochenendhaus“ wird angeboten, Mindestgebot: 3500 Euro.

Am 23. März soll die 491 Quadratmeter große Fläche unter den Hammer kommen. Eigentümerin ist der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB). Niemand wird sich später beklagen können, es sei mit gezinkten Karten gespielt worden. Eigentümer und Auktionshaus sind ehrlich in Bezug auf das verwahrloste Stück Boden in der Gartenkolonie an der Havel, das die Anschrift Der Werder 38 hat, eine Adresse, die sich der Navi im Auto weigert, aufzuspüren.

Ein verlassener Wohnwagen. Quelle: Jürgen Lauterbach

Die Liste der Nachteile ist lang, ein Blick auf das Grundstück bestätigt alle Angaben. Es gibt keine beziehungsweise nur eine veraltete Heizungs- und Sanitärausstattung. Der Zustand wird als „stark sanierungsbedürftig“ und sogar als abrissreif beschrieben.

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Das Grundstück ist stark vermüllt. Auf dem Objekt befinden sich „ein unbrauchbarer Wohnwagen, ein altes Boot sowie ein Pool“. Dieser „Pool“ ist allerdings alles andere als ein Erfrischung verheißendes Schwimmbecken.

Das runde Gebilde diente zuletzt als eine Art überdimensionierter Kompostbehälter. Fast überflüssig zu erwähnen, dass das Havelgrundstück keine Strom- und Wasseranschlüsse hat.

Das alles wäre vielleicht gar nicht so schlimm, wenn das Erholungsgrundstück wenigstens erreichbar wäre. Doch das ist es nur von der Havel aus mit dem Boot und über Fremdflurstücke. Das Auktionshaus macht keinen Hehl daraus, dass der Nachbar nicht daran denkt, einen künftigen Eigentümer über seinen Grund und Boden gehen zu lassen. Ein „gefangenes Flurstück“, so nennt man es in der Fachsprache, wenn ein Grundstück nur über fremden Boden erreichbar ist.

Ein ehemaliger Bungalow, heute verfallen und verwaist. Quelle: Jürgen Lauterbach

So schön die Lage an der Havel sein mag, die nächsten Einschränkungen folgen auf dem Fuße: Die besagten 500 Quadratmeter liegen nicht nur im Überschwemmungs- und teilweise im Landschaftsschutzgebiet, sondern auch m Außenbereich, also dort, wo das Bauen nur in wenigen definierten Fällen überhaupt möglich und ein Vorhaben eine ausreichende Erschließung voraussetzt.

Für die Landesbehörde BLB ist die Versteigerung so etwas wie der womöglich rettende Anker, nachdem frühere Vermarktungsbemühungen nicht erfolgreich waren. Immerhin liegt die übliche Zuschlagquote von Immobilienversteigerungen bei immerhin 80 bis 85 Prozent.

Hier wird nicht mehr geplanscht. Quelle: Jürgen Lauterbach

Das Land Brandenburg hat dieses Grundstück geerbt, wie die Sprecherin des Landesbetriebes, Ulrike Rehberg mitteilt. Das Land erbt in der Regel dann, wenn das Nachlassgericht die wahren Erben nicht ermitteln konnte oder diese das Erbe ausgeschlagen haben. Ein solcher Vorgang heißt Fiskalerbschaft. Soweit bekannt, mündete eine unglückliche Familiengeschichte in diesen verwahrlosten Zustand des Plauer Grundstücks.

Der BLB ist beauftragt, Liegenschaften, die Bestandteil einer Erbschaft sind, zu verwalten und zu verwerten. Ulrike Rehberg: „Oft handelt es sich dabei um Liegenschaften in sehr schlechtem Zustand. Das ist bei diesem Grundstück der Fall.“

Information: Die Versteigerung findet statt am 23. März um 11 Uhr im Abba Berlin Hotel in der Lietzenburger Straße 89 in Berlin.

Von Jürgen Lauterbach

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