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Brandenburg/Havel Das "Wunder von Brandenburg"
Lokales Brandenburg/Havel Das "Wunder von Brandenburg"
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00:17 18.12.2013
Dietlind Tiemann. Quelle: Heike Schulze
Brandenburg an der Havel

„Ich wüsste nicht, wer es besser machen könnte als Frau Tiemann“, sagte eine Passantin am Freitag auf dem Katharinenkirchplatz. Ihren Namen nennt sie nicht, denn sie sei „eine Untergebene“ der Oberbürgermeisterin. Zehn Jahre ist Dietlind Tiemann (58) Chefin im Rathaus, am 17. Dezember könnte sie ihr kleines Dienstjubiläum feiern. Tut sie aber nicht mehr so öffentlich wie früher. In ihren ersten acht Amtsjahren lud sie noch zur jährlichen Erfolgbilanz und Huldigung. Inzwischen besucht sie an ihrem „Dienstgeburtstag“ Sozialeinrichtungen, diesmal das DRK-Kinderdorf, Magdeburger Landstraße.

Nach zig gewonnenen Wahlen und Abstimmungen kann Dietlind Tiemann am Ende ihres zehnten Dienstjahres vor Kraft kaum laufen. Sie kostet ihre Popularität aus und kann sicher sein, dass alle Honoratioren der Stadt sie inzwischen so distanzlos wie untertanengerecht als „unsere Oberbürgermeisterin“ hofieren. Tiemann, kein Zweifel, regiert die Stadt unangefochten. Das vom früheren CDU-Minister Jörg Schönbohm vor zehn Jahren aufgebrachte „Wunder von Brandenburg“ ist seither noch gewachsen.

Die Zehnjahresbilanz der Rathauschefin

100 Pluspunkte wähnt Dietlind Tiemann selbst auf ihrer Haben-Seite nach zehn Jahren als Oberbürgermeisterin. Die MAZ zitiert für jedes Amtsjahr einen dieser Punkte.

  • 2004: Erster Spatenstich im Industriegebiet Kirchmöser.
  • 2005: Ruder-Junioren-WM mit 53 Nationen an der Regattastrecke.
  • 2006: Ansiedlungserfolge: Johanna Solar, Schlote, Arvato.
  • 2007: Einzug der Stadtverwaltung in die sanierte Spielwarenfabrik.
  • 2008: Freilichtbühne und Bürgerhaus Bäckerstraße realisiert.
  • 2009: Eröffnung der Sankt-Annen-Galerie in der Neustadt.
  • 2010: Gesundheitszentrum und Wobra-Haus am Bahnhof gebaut.
  • 2011: „Stadt hat sich in unglaublichem Tempo in Richtung attraktivste Stadt im Land entwickelt.“
  • 2012: Höchste Geburtenrate seit der Wende.
  • 2013: Verkehrsfreigabe für den neuen Nicolaiplatz.

Bei der OB-Wahl vor gut zwei Jahren hätte die SPD schon Müller-Lüdenscheid oder Günther Jauch aufbieten müssen, um der Amtsinhaberin gefährlich zu werden. Doch der ewige Gegenspieler Norbert Langerwisch musste den Verlierer geben in der einst sozialdemokratisch geprägten Stadt.

Tiemanns Amtsjahre sind die Geschichte einer Dauergewinnerin. Der Kampf um die Kreisfreiheit steht zwar noch aus. Doch bisher musste sie nie folgenreiche Rückschläge wegstecken. Da gab es nur ein mildes peinliches Scharmützel um die Amtskette, die sie unbedingt haben wollte. Da verlor sie gelegentlich die Beherrschung vor den Stadtverordneten. Da ließen die eigenen Parteifreunde sie auf Landesebene wiederholt abblitzen. Da stockt seit Jahren die Wirtschaftsentwicklung, speziell im Industriegebiet Kirchmöser. Doch unterm Strich – Schmerzhaftes hat Tiemann in ihren zehn Rathausjahren nicht durchgemacht.

Als die Brandenburger die SPD 2003 abwählten und Tiemann auf die Rathausspitze setzten, wollten sie „den Abschied vom alten Trott, keinen neuen Trab, sondern einen rasanten Galopp“, wie die MAZ schrieb. Galoppierende Rasanz haben die Bewohner der Stadt bekommen. Das gefüllte Loch am Neustädtischen Markt verbinden die meisten mit Tiemanns Namen.

Die harte Gangart bekommt allerdings zu spüren, wer die von ihr beschworene und definierte Gemeinsamkeit nicht bis ins Mark verinnerlicht und nicht nach ihrer Fasson selig wird. Die Liste der Männer, die auf der Strecke blieben, ist ähnlich lang wie beim großen Vorbild Angela Merkel, von der sie sich auch die Art zu reden abgeschaut hat. Über Tiemanns ausgestrecktes Bein stolperten nicht nur die Beigeordneten Norbert Langerwisch und Ralf Krombholz. Auch Männer, die ihr politisch näher stehen oder standen, schmücken die Opfergalerie: Hans-Joachim Gappert und Andreas Heldt von der FDP oder die Christdemokraten René Kohl, der 2009 verstorbene Friedrich von Kekulé und – eine Frau: die zur SPD gewechselte Lieselotte Martius aus Plaue. Den ständigen Störenfried Victor Stimming, den gerade zurückgetretenen IHK-Präsidenten, ist sie sogar ohne eigenes Zutun losgeworden.

Nicht weniger als 100 Errungenschaften zählt Dietlind Tiemann nun auf, um ihr politisches Schaffen in den vergangenen zehn Jahren zu dokumentieren. Dazu gehört selbstredend der Zuschlag für die Buga. Ihre Macht beruht aber weniger darauf als auf dem Gesamtbild, das sie nach außen vermittelt. Ihre Macht ist ihre Präsenz. Sie taucht überall auf. Selbst zur Eröffnung eines Dixi-Klos würde sie erscheinen, lüde man sie ein. Bei der Mehrheit der Bürger genießt die Rathauschefin – wieder ganz Merkel – Vertrauen. Diese Mehrheit vertraut darauf, dass die Stadt mit ihr vorankommt, glaubt sogar, dass es nur mit ihr vorangeht. Das ist Tiemanns Erfolg.

Von Jürgen Lauterbach

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