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Kult-Disco „Manhattan“ wird zwangsversteigert

Brandenburg an der Havel Kult-Disco „Manhattan“ wird zwangsversteigert

Tausende Brandenburger haben dort unbeschwerte Tanzabende und berauschende Nächte erlebt. An Ostersonntag ist dort zum letzten Mal gefeiert worden. Nun wird die Diskothek Manhattan verkauft. Sie soll Mitte Januar zwangsversteigert werden. Der Startpreis steht bereits fest.

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Die frühere Diskothek Manhattan wird zwangsversteigert.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Tausende Brandenburger haben dort unbeschwerte Tanzabende und berauschende Nächte erlebt. Nun wird das gesamte Gelände des früheren Klubhauses der Getriebewerks verkauft, das zuletzt als Diskothek Manhattan in die Brandenburger Kulturgeschichte eingegangen ist. Das blaue Gebäude ganz in der Nähe des Hauptbahnhofs ist zur Zwangsversteigerung aufgerufen.

Am vergangenen Ostersonntag stieg die letzte Party im Manhattan am Hohen Steg und noch einmal war die Bude rappelvoll. Zwölf Jahre lang hatte der Betreiber Daniel Müller Woche für Woche zum Feiern in seine Diskothek eingeladen – solange bis die Nachfrage so weit sank, dass ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich war.

Müller, der Pächter des Gebäudes war, machte das Manhattan dicht. Der Eigentümer befindet sich in Insolvenz und hat sich nach Auskunft des Hauptgläubigers ins Ausland abgesetzt, wo er nicht greifbar ist. Daher betreibt die Mittelbrandenburgische Sparkasse die Zwangsversteigerung der Liegenschaft vor dem zuständigen Amtsgericht Potsdam.

Als Flüchtlingsunterkunft „nicht auf dem Schirm“

Dort wird am 14. Januar um 10.30 Uhr die gesamte fast 10.000 Quadratmeter große, voll erschlossene Gelände zum Verkauf angeboten. 140.000 Euro soll das Grundstück mit dem ehemaligen Diskothekengebäude kosten, das um 1900 für die Neustädtische Schützengilde gebaut und vor der Wende vom Getriebewerk als Klubhaus genutzt wurde.

Den Verkehrswert in dieser Höhe hat ein Gutachter ermittelt und dabei knapp 1000 Quadratmeter Nutzfläche als Gastraum und Lager ausgemacht. Der Gutachter weist auf den bestehende Sanierungsrückstau und Bauschäden ausdrücklich hin. Kein Hinweis findet sich darauf, dass der Zwangsverwalter das Gebäude als Lager zwischenvermietet hat.

Als mögliche Flüchtlingsunterkunft habe die Verwaltung dieses Gebäude „nicht auf dem Schirm“, wie Verwaltungssprecher Jan Penkawa sagt. Angesichts aktuell rückläufiger Zahlen – von 60 Flüchtlingen pro Woche auf unter 30 – konzentriere sich die Verwaltung darauf, die Turnhalle am Neuendorfer Sand, die frühere Nicolaischule und Rolandkaserne als Übergangsunterkünfte vorzubereiten.

Von Jürgen Lauterbach

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