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Brandenburg/Havel Dombrowski wirft Ballast ab
Lokales Brandenburg/Havel Dombrowski wirft Ballast ab
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00:20 17.09.2017
In Bahnitz befindet sich der ebenfalls mit Fördermitteln errichtete Kneipp-Pfad in einem sehr gepflegten Zustand. Quelle: Frank Bürstenbinder
Kützkow/Bahnitz

Es waren einmal acht Wellness-Stationen für geschundene Füße. Heute könnte der 2006 errichtete Kneipp-Pfad in Kützkow selbst Streicheleinheiten gebrauchen. Nutzbar ist die mit vier überdachten Holzhäuschen bestückte Anlage am Dorfausgang lange nicht mehr. Die Dacheindeckung aus Schilfrohr löst sich auf, Farbe blättert ab, die Bambuslaufstrecke ist lädiert. Die Natur droht sich das mit einem Bauzaun versperrte Gelände zurückzuholen.

Hinter Gittern befindet sich derzeit der marode Kneipp-Pfad am Kützkower Dorfrand. Quelle: Frank Bürstenbinder

Brief an Dombrowski

Was in Kützkow schief läuft, ist zum Thema im Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung geworden. Die Behörde förderte den 30 000 Euro teuren Kneipp-Pfad zu 75 Prozent aus EU-Mitteln. Empfänger des Geldes war der Kulturverein aus dem Nachbardorf Bahnitz (Havelland). Vorsitzender ist Brandenburgs Vize-Landtagspräsident Dieter Dombrowski (CDU). In einem Brief an Dombrowski hat das Landesamt um Aufklärung gebeten, wie die bis Ende 2018 geltende Zweckbindung nachgewiesen werden könne. Denn dass der Kneipp-Pfad in einem ruinösen Zustand ist, weiß auch der Fördermittelgeber.

Zwar hat der nach Auskunft seines Rathenower Wahlkreisbüros momentan krankgeschriebene Dombrowski wegen Betrugsvorwürfe andere Sorgen, doch könnte die geschlossene Massagestrecke in Kützkow seinem Verein finanziell auf die Füße fallen. „Wir sind in der Pflicht die ordnungsgemäße Verwendung von Steuergeldern im Auge zu behalten. Im Falle Kützkows ist der Kulturverein Bahnitz als Zuwendungsempfänger der verantwortliche Ansprechpartner“, stellt der Leiter des Landesamtes, Michael Mey, auf Nachfrage klar. Werden Projekte innerhalb der Zweckbindungsfrist aufgegeben, kann dies zu einer anteiligen Rückforderung von Fördermitteln führen.

Erlebnishof-Besitzer Jan Lange will den Kneipp-Pfad 2018 wiedereröffnen. Quelle: Norman Giese

So weit ist es in Kützkow noch nicht. „Natürlich muss eine Außenanlage nach vielen Jahren mal saniert werden. Aber nach einer Frist von etwa einem dreiviertel Jahr erwarten wir die Wiederinbetriebnahme des Kneipp-Pfades“, sagte May. Für den Kulturverein Bahnitz ein Problem. Über Jahre waren es in der Tat die Bahnitzer, die sich um den Erhalt der Anlage in Kützkow kümmerten. Sie hatten nach dem Bau ihres eigenen Kneipp-Pfades die Errichtung einer baugleichen Massagestrecke in Kützkow als kreisübergreifendes Projekt maßgeblich vorangetrieben. Doch mit dem Zusammenbruch des zweiten Arbeitsmarktes gingen auch im Havelland die ABM-Kräfte und andere geförderte Stellen aus. Nachrücker aus dem zu Pritzerbe gehörenden Kützkow gab es keine. Der Verein Pro Kützkow hat sich selbst aufgelöst. Der Kneipp-Pfad wurde nie zu einem Kind der Stadt Havelsee.

Voraussetzung ist Vertrag mit Kulturverein Bahnitz

In höchster Not bahnt sich überraschend eine Wende an. Die Kützkower Familie Lange, die 2006 privaten Grund und Boden für den Kneipp-Pfad zur Verfügung stellte, will die Anlage bis zur Saison 2018 renovieren. Jan Lange vom Erlebnishof Kützkow rechnet mit Kosten von einigen tausend Euro. Dennoch sei man gewillt das Areal wieder nutzbar zu machen, sagte Lange der MAZ. Voraussetzung war ein Vertrag mit dem Kulturverein Bahnitz. Darin hat der Verein sämtliche Aufbauten des Kneipp-Pfades den Bodenbesitzern übereignet. Mit dieser Flucht nach vorn machten Dombrowski und sein Verein den Weg für eine Sanierung frei , die sich die Bahnitzer nicht mehr leisten wollten und konnten. Formal bleibt der Kulturverein als Fördermittelempfänger für das Landesamt zumindest noch für ein Jahr in der Pflicht.

Wie schön ein Kneipp-Pfad gepflegt sein kann, beweisen die Bahnitzer in ihrem Dorf durch bürgerschaftliches Engagement. Die an der Havel gelegene Anlage wartet selbst im September in einem Top-Zustand und mit funktionstüchtigen Wasseranschlüssen auf geschundene Füße.

Von Frank Bürstenbinder

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