Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel "Domfelsen" peilt den Heimathafen an
Lokales Brandenburg/Havel "Domfelsen" peilt den Heimathafen an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:08 25.07.2013
Fast so breit wie lang: Das Peilschiff „Domfelsen“ ist mit großen Auslegern auf dem Quenzsee unterwegs. Quelle: André Wirsing
Anzeige
Brandenburg/Havel

"Domfelsen" ist wohl der unpassende Name für ein Schiff, das seine Schwingen ausbreitet, als wolle es gleich aus dem See abheben. "32,82 Meter" Messbreite zeigen die riesigen Monitore an, die jeweils vor Schiffsführer Jürgen Buch und Techniker Sascha Schreiber stehen.

Schiffsführer Jürgen Buch steuert das Gefährt, das ohne Ausleger schon allein 34,80 Meter lang und 9,24 Meter breit bei 90 Zentimetern Tiefgang ist, wie ein Kinderspielzeug. Zentimetergenau steuert er mit zwei Joysticks das unhandlich wirkende Schiff an Fahrrinnen-Tonnen und Reusen vorbei, drei Schottel-Ruderpropeller-Motoren ermöglichen Wendigkeit auf engstem Raum. Manchmal ist dies auch dringend nötig. Das entgegenkommende Güterschiff "Nawatrans VII" bittet er per Funk, kurz langsamer zu fahren, damit seine noch knapp 200 Meter währende Peilfahrt beendet werden kann. Kein Problem. "Aber mit den Sportschiffen gibt es immer wieder Ärger. Uns sind sie auch schon mit den schwimmenden Häusern trotz Warnbaken und Blaulicht über die Ausleger gefahren", erzählt Buch. Das Blaulicht gibt ihm keine Sonderrechte, soll nur den anderen Verkehr warnen. Der Schiffsführer fährt lieber auf Seen als durch enge Kanäle. Auch wenn dort manche Überraschung lauert. Ein kaum wahrnehmbarer Ruck geht durchs Schiff. Aufgesessen. Routiniert steuert er zurück, das Schiff hat keinen Kiel, nur einen flachen Bauch. Diesmal schafft er es nur mit Motorkraft. "Im Notfall pumpen wir die Wasserballast-Tanks leer, dann hebt sich das Schiff auf nur 75 Zentimeter Tiefgang." Alles Routine. Kurze halblaute Kommandos wechseln zwischen Schreiber und Buch hin und her. Der Peiltechniker sitzt vor drei Monitoren, er sagt an, wann an welchem Punkt die nächste Messfahrt beginnt.

Auf den 33 Metern Breite gibt es 69 Echolote. Die schicken jeweils 20 Funk-Pings in der Sekunde in Richtung Grund. "Beim Fahrtempo von zwei Metern pro Sekunde bekommen wir auf der ganzen Breite alle zehn Zentimeter ein Messergebnis", erläutert Schreiber. Damit sich ausgehende und zurückkehrende Signale nicht überlagern, gibt es zudem unterschiedliche "Sende"-Frequenzen, 180, 200 und 220 Kilohertz. Das ist so genau, dass sich sogar die Ankerspuren von nachts auf dem See treibenden Schiffen nachvollziehen lassen. Vor zwei Jahren hat die "Domfelsen"-Crew auch den kunterbunten VW-Bus auf dem Grund des Silokanals geortet, dort wollte einer seinen Schrott billig entsorgen.

Die Pflanzen Wasserpest und Seerosen sind dem Techniker ein Gräuel. "Alles, was bis zwei Meter Wassertiefe angezeigt ist, wird erst einmal als Fehler klassifiziert." Abends muss er mühselig die verfälschten Ergebnisse herausrechnen, um ein objektiveres Messergebnis zu bekommen. Die Daten werden paketweise per E-Mail an die Zentrale in Magdeburg verschickt. Die Innendienstler prüfen noch einmal alle Messreihen auf Plausibilität.

Aber bis Plaue. Das ist der eigentliche Heimathafen der "Domfelsen", die hier 1995 auf der Werft gebaut wurde.

Von André Wirsing

Brandenburg/Havel Kriminelle Machenschaften am Rietzer See - Nachts kommen die Fischdiebe

Reusen am Quenz und auf dem Rietzer See wurden geplündert. Hecht, Aal und vielleicht auch Zander werden nun über dunkle Kanäle zu Geld gemacht. Durch 1000 Euro Belohnung erhoffen sich die Betroffenen die Aufklärung des Falls. 

25.07.2013
Brandenburg/Havel Pädagogen bereiten bereits den Unterricht vor - Für viele Lehrer sind Schulferien schon zu Ende
24.07.2013
Brandenburg/Havel Respektvoller Umgang mit Menschen mit Behinderung - "Na, sehnse det nich?"

Die Knigge-Tipps sollen Nichtbehinderte für Behinderte sensibilisieren. Das Problem: Noch immer ist der Umgang zwischen Nichtbehinderten und Menschen mit Behinderung schwierig. Aus diesem Grund hat der deutsche Knigge-Rat zusammen mit Experten zehn Tipps für Umgangsformen gegenüber Menschen mit Behinderungen erstellt.

24.07.2013
Anzeige