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Doppelter Spaß am Rock 'n' Roll

MerQury und die Brandenburger Symphoniker feierten die britische Legende Queen Doppelter Spaß am Rock 'n' Roll

BRANDENBURG/H. Kann eine Cover- oder Tribute-Band das Original ersetzen? Sicher ist Johnny Zatylny nicht Freddy Mercury, wenn er ihm auch in Habitus und Stimme ähnelt; sicher hat die Show nicht die musikalische Präzision einer Queen-Studioproduktion.

Aber darum geht es beim Queen-Klassical weder Band noch Publikum. Es geht vielmehr darum, sich vor einer der größten rockmusikalischen Legenden zu verbeugen und das Gefühl von Raum und Größe einer Queenshow für drei Stunden wiederzubeleben, das keine CD oder Videoaufzeichnung abzubilden vermag.

Und genau das ist dem Dresdner Quintett MerQury am Samstagabend hervorragend gelungen – ein paar Mal schien wirklich Freddie Mercury in seinen extravaganten Kostümen auf der Bühne zu stehen. Unterstützt wurden MerQury von den Brandenburger Symphonikern, der Sopranistin Sandra Danyella und einem Chor, der sich extra für dieses Ereignis zusammengefunden hatte und von der Band anerkennend Brandenburg Queen Singers genannt wurde. Sandra Danyella stand mit Stimmgewalt und berückender Klarheit stellvertretend für Montserrat Caballé auf der Bühne, die Freddie Mercury tief verehrte. Der gemeinsame Hit Barcelona war die offizielle Olympia-Hymne in Spanien 1992.

Die Musiker von MerQury fanden sich 1991 während ihres Studiums in Dresden zusammen, im Jahr 2000 stieß der heutige Frontmann, der Kanadier Johnny Zatylny nach einem weltweiten Casting dazu. Das Geheimnis ihres andauernden Erfolges sehen die Musiker darin, dass sie sich von Anfang an gegenseitig respektieren und neben der ernsthaften Arbeit am Programm den Spaß an der Show nicht vergessen, so der Keyboarder Norbert Munser.

Im aktuellen Programm Queen-Klassical haben MerQury schon mit einigen Orchestern zusammengearbeitet – Petersburg, Leipzig, Schwerin. Die Zusammenarbeit mit den Brandenburger Symphonikern empfanden MerQury als besonders angenehm und unkompliziert. Das Orchester ließ sich auf den Sound der Band ein, folgte einfühlsam dem Groove. Der Dirigent Hannes Ferrandt sagt, das Orchester habe mit so viel Ernsthaftigkeit gespielt, dass alles wieder spielerisch und leicht klang.

Vor allem die Blechbläser brillierten mit einem stilsicheren Bigbandsound in Titeln wie „Radio Gaga“ oder „Bicycle“, die Konzertmeisterin Chidori Sokooshi setzte in „Overture“ und „Barcelona“ Glanzlichter. Und der Dirigent Hannes Ferrand, in gold-glitzerndem Jackett, war fühlbar und sichtbar das integrierende Bindeglied zwischen Band und Orchester.

Schon beim dritten Titel „Under Pressure“ hielt es das Publikum nicht mehr auf den Sitzen. Keiner konnte sich dem Drive entziehen. Freddy a la Johnny brachte mit großer charmanter Geste und authentischer Stimme den Saal zum Toben. Virtuose Gitarrensoli von Tom Engelmann in „I want it all“ und „Bohemian Rhapsody“ ließen den typischen Klang von Brian Mays E-Gitarre Red Special wieder aufleben. Beim letzten Song „We will rock you“ kochte das Haus über. Erfolgreich forderte das Publikum zwei Zugaben ein.

Das Haus war restlos ausverkauft, das Event hätte durchaus einen größeren Saal vertragen. Gefehlt hat eine Fläche für Stehplätze – viele Rockmusikfans wollen sich zur Musik bewegen. Nichtsdestoweniger: Die energiegeladenen Queen- und Mercury-Songs in symphonischer Umhüllung waren ein unvergleichliches Erlebnis:

Das erste Rockprojekt der Brandenburger Symphoniker seit langem macht Appetit auf weitere Events dieser Art, und MerQury würden wir sehr gern mal Open Air in einem gut ausgebauten Brandenburger Stadion sehen. (Von Sabine Völker)

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