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Brandenburg/Havel Drama mit Tiefgang: Johannespassion beeindruckt in der Gotthardtkirche
Lokales Brandenburg/Havel Drama mit Tiefgang: Johannespassion beeindruckt in der Gotthardtkirche
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17:05 19.03.2018
Fred Litwinski leitet die Aufführung der Johannespassion. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Die Erregung über das Ungeheure war von Anfang spürbar. Mächtig aufgewühlt erklang der Eingangschor „Herr, unser Herrscher“ in Johann Sebastian Bachs Johannespassion am frühen Sonntagabend in der St.-Gotthardtkirche in Brandenburg an der Havel. Fast flammend tönte dies im Singen der Brandenburger Stadtkantorei und des Brandenburger Motettenchores. Die Ausrufezeichen wurden jedenfalls hörbar gemacht.

Gemeinschaftlich haben die beiden Chöre unter der Leitung von Stadtkantor Fred Liwinski die Aufführung bestritten, an der Mitglieder des Orchesters der Komischen Oper Berlin sowie Solisten beteiligt waren.

Schnörkellose zwei Stunden Konzert

Während Bachs Matthäus-Passion fast die Ausdehnung einer Wagner-Oper besitzt, dauert seine Johannes-Passion knappe, schnörkellose zwei Stunden. In ihnen ist alles enthalten: das dramatische, auch in den Turbae-Chören unerbittliche Geschehen um Christi Gefangennahme, Verurteilung und Kreuzigung, sein Tod und die Grablegung, dem reflektierende Trauer und Trost folgen.

Martina Rüping (Sopran) bei der Aufführung der Johannespassion. Quelle: Rüdiger Böhme

Fred Litwinski hat mit der Aufführung wiederum ein Bekenntnis zum Klang abgegeben. Dabei wurde nichts grundsätzlich auf pure Schönheit getrimmt, die ja in der Passionsvertonung fehl am Platz wäre. Das Drastische der Passionsgeschichte blieb nie unterbelichtet. Dramatik bedeutet aber bei Litwinski nicht Effekt oder Äußerlichkeit. Die raschen Nummern bis hin zum „Lasset uns den nicht zerteilen“ vibrieren mit innerer Unruhe.

Die Turbae-Chöre dürfen, so es das Geschehen erfordert, schnell sein, aber keinesfalls gehetzt. Verdichtet sich die Handlung, etwa in der Szene mit Pilatus, bleibt genügend Raum für die Entfaltung von Text, vokaler und instrumentaler Phrase. Der großbesetzte Chor machte seine Sache Respekt gebietend, sang weitgehend homogen, klar in der Diktion und variabel in der Dynamik der Choräle, die große Leuchtkraft besaßen.

Erfahrene Solisten beeindrucken mit ihren Auftritten

Unsentimentale Intensität verabreichte Litwinski dem Schlusschor „Ruhet wohl“ durch eine insgesamt zügige, schwungvolle Gangart.

Bettina Denner (Alt) war ebenfalls eine der Solistinnen. Quelle: Rüdiger Böhme

Auch die im Oratorienfach erfahrenen Solisten gaben ihr Bestes, allen voran Nico Eckert, der als Evangelist und mit den Tenorarien die Hauptlast zu tragen hatte. Er tat dies zunehmend als beteiligter und mitfühlender Erzähler mit großem Ernst, geschmeidiger Stimme und wann nötig, auch expressivem Ton.

Der Bassist Lars Grünewoldt sang wunderbar fokussiert in allen Lagen und dabei ganz natürlich in Diktion und Ausdruck die Jesusworte. Den Verhörszenen bei Pilatus gab er eine überzeugend selbstbewusste Größe, den fürsorglichen Bekundungen für seine Mutter und dem Lieblingsjünger Johannes in der Todesstunde berührende Momente. Rainer Killian, der den Petrus und Pilatus gab sowie die Bassarien sang, konnte mit seinen Kollegen vor allem in der Gestaltung leider nicht mithalten.

Schöne Klangperspektiven

Überaus ergreifend formte mit plastischer Substanz die mit warmem Alt ausgestattete Barbara Denner vor allem die poetische Klage „Es ist vollbracht“. Martina Rüping, Sopran, gab die in der Todesszene angesiedelte Arie „Zerfließe mein Herze“ innig berührend in Stimme und Ausdruck.

Schöne Klangperspektiven eröffneten die Orchestermitglieder der Komischen Oper mit ihrem Spiel. Sie musizierten gerundet und farbintensiv. Wunderbare Eingebung tönte aus den arienbegleiteten Instrumentalsoli.

Von Klaus Büstrin

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