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Dramatische Storchenrettung in Schmerzke

Neues Zuhause für Adebar Dramatische Storchenrettung in Schmerzke

Die Bewohner von Schmerzke (Brandenburg an der Havel) fiebern mit ihren Neu-Bewohnern: Kaum war ein zweites Storchenpaar vor drei Wochen angekommen, fiel am Sonntag der ganze Mast samt Horst im Sturm um. Weil viele Experten mithalfen, gibt es ein glückliches Ende und vielleicht bald ein neues Gelege.

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Das Gelege ist nach dem Zehn-Meter-Sturz hinüber, vielleicht kommt bald ein neues. Die Artenschützer von Stadt und Landkreis verbreiten jedenfalls ein bisschen Hoffnung.

Quelle: Michael Götte

Brandenburg/H. Es musste alles ganz schnell gehen: Seit drei Wochen freuen sich die Schmerzker über ihr zweites Storchenpaar. Doch am Sonntag war dieses plötzlich obdachlos. Dabei hatte der Unternehmer Michael Götte erst im März den Holzmast und vor allem dessen Kopf saniert, einen alten Hundekorb montiert, den er mit Strünken, Ästen und Reisig ausstaffiert hat. Das alles in der Hoffnung, dass sich zum Stammpaar – ebenfalls im Alten Dorf - ein zweites gesellt. „So kam es auch. Und es war ein Riesenglück, dass sich beide vertragen und nicht bekämpft haben. Die Störchin hat gleich gesessen, Eier gelegt und gebrütet.“

Doch dann kam der Sturm am Sonntag, der den Mast fällte. Das Gelege ging zu Bruch, die drei Eier waren hinüber. Das Storchenpaar blieb im Ort, zog nicht einfach weiter. Die Nacht zum Montag verbrachte es auf dem Dach der Pension „Alter Speicher“, die Götte gehört. Der Unternehmer griff zum Telefon, alarmierte das städtische Umweltamt, den Energieversorger Edis, der sich in der Region für den Vogelschutz engagiert, sowie deren Auftragnehmerin, die Elektrofirma Belitz aus Bad Belzig. „Alle haben alles richtig gemacht“, lobt Maja Lüth, sie ist im Rathaus für Arten- und Biotopschutz zuständig.

Adebar überwacht die Nestmontage

Adebar überwacht die Nestmontage.

Quelle: privat

„Es ist ja auch nicht selbstverständlich, dass das Team von Fritz Belitz, alles stehen und liegen lässt, um mit der Technik hierher zu kommen.“ Von einem anderen Standort im Dorf wurde ein verwaister Mast geholt, auf dem höchsten mal Großvögel auf der Durchreise saßen, und hinter der Pension wieder aufgestellt. Der Nestkorb wurde nun mit einem Stück Europalette sowie mehreren schräg angesetzten Metallstützen auf dem Mastkopf befestigt. „Das hält jetzt 30 Jahre“, ist sich Götte sicher. Noch während die Belitz-Monteure von ihrem Hubliftkorb aus das Nest befestigten, überflog der Storchenmann mehrere Male die Nest-Baustelle. „Das sieht schon majestätisch aus, wenn der mit 1,70 Meter Flügelspannweite darüber hinweg gleitet. Er hat wohl selbst die ,Bauabnahme’ gemacht.“

Thomas Lennecke vom Edis-Meisterbereich Bad Belzig ist faktisch für ganz Mittelmark und die äußeren Brandenburger Ortsteile zuständig. Das Unternehmen investiert in den Schutz der Großvögel vor den eigenen Freileitungen, stellt Nestplattformen oder Nistkästen auf. „Erst im vorigen Jahr haben wir die Plattformen in Wust, Gollwitz und die erste in Schmerzke erneuern lassen. Das ist selbstverständlich.“ Eine Viertelmillion Euro investiert der Meisterbereich nach MAZ-Informationen pro Jahr in Mittelmark in den Vogelschutz.

Das Pärchen war Montagabend zurück in seinem Nest

Das Pärchen war Montagabend zurück in seinem Nest.

Quelle: Götte

Und die Familienplanung bei Adebars? Es gibt Grund zur Hoffnung: Am Dienstag hat die Storchendame schon wieder im neuen alten Nest gesessen – als wolle sie neue Eier legen. „Es müsste jetzt schnell gehen, damit die Jungen vor dem Winter flügge werden“, sagt Maja Lüth. Sie hat mit ihrem Mittelmark-Kollegen Christian Kurjo telefoniert, in Trechwitz lässt sich eine Storchendame auch gerade etwas Zeit mit dem Legen und Brüten. Manchmal dauert die Brutzeit bis Anfang August. Gebrütet wird 30 bis 32 Tage, es folgt dann die so genannte Nestlingzeit von 58 bis 64 Tagen. Ab da beginnt die Flugzeit.

Von André Wirsing

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