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Brandenburg/Havel Drei Landwirte bauen eine Straße zur B 1
Lokales Brandenburg/Havel Drei Landwirte bauen eine Straße zur B 1
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17:39 26.06.2018
Stefan Schulze-Bergcamen, Karin Klingner und Werner Hofreiter, Chefs der Gollwitzer Agrar GmbH, stehen auf der neuen Straße. Quelle: foto: J. STEINER
Gollwitz

Selbst ist das Unternehmen. Weil die Stadt Brandenburg kein Geld hat für den Straßenbau im Jeseriger Weg, pflastert die Gollwitzer Agrargesellschaft die Zufahrtzur Bundesstraße 1 eben selbst. Die Betriebsleitung hat 180 000 Euro in die Hand genommen und die Holperstrecke in eine Straße verwandelt. Davon profitiert auch das Dorf.

Karin Klingner (67), Werner Hofreiter (47) und Werner Schulze-Bergcamen (42) leiten nicht nur gemeinsam die Geschicke der Gollwitzer Agrar GmbH. Sie fühlen sich auch verantwortlich für reibungslose Abläufe und die Sicherheit rund um ihren landwirtschaftlichen Betrieb, der an der Grenze der Stadt Brandenburg und dem Landkreis Potsdam-Mittelmark auf Gollwitzer Gemarkung liegt.

Die Zufahrt vom holperigen Jeseriger Weg auf die große Bundesstraße war den drei Landwirten schon lang ein Dorn im Auge. Bekanntlich ist der Verkehr auf der B1 zwischen Jeserig und Gollwitz nicht gerade langsam unterwegs.

Zwischen Gollwitz und Jeserig führt die neue Zufahrtsstraße von der B1 zur Hofstelle des Agrarunternehmens. Quelle: JACQUELINE STEINER

Daher war es bisher alles andere als ungefährlich, von der Schotterpiste, die eine öffentliche Straße ist, auf die Bundesstraße abzubiegen. Das wollte der Betrieb den eigenen Mitarbeitern mit ihren schweren Maschinen und auch den Kunden aus dem Lebensmittelhandel nicht länger zumuten.

Die Gollwitzer Agrarier wandten sich schon vor rund vier Jahren in dieser Sache an die Stadt. Sie schlugen vor, sich die Kosten für die Pflasterung von etwa 700 Meter des Wegstrecke zu teilen. Doch die Stadt hatte für dieses Projekt kein Budget. Werner Hofreiter zeigt Verständnis.

Ortsvorsteherin Näther lobt die Initiative

Im Nachhinein lobt der Agrarunternehmer gleichwohl die gute Zusammenarbeit mit dem Rathaus, deren Mitarbeiter alle baurechtlichen Voraussetzungen für den Ausbau des Jeseriger Weges zügig geschaffen hätten.

Seit knapp zwei Wochen ist die Oberfläche asphaltiert. Kein von den Landmaschinen aufgewühlter Schotter landet mehr auf der Bundesstraße und bringt Motorradfahrer in Bedrängnis. „Wir wollten es nicht so weit kommen lassen, dass etwas passiert“, sagt Hofreiter.

Ortsvorsteherin Nicole Näther ist begeistert von der Eigeninitiative des einheimischen Unternehmens. Der Jeseriger Weg ist normalerweise wenig befahren. Doch sollte die B 1 in Höhe von Gollwitz einmal gesperrt sein, stünde den Dorfbewohnern eine Ausweichstrecke in Richtung Jeserig zur Verfügung.

Betrieb vermeidet Ortsdurchfahrten möglichst

90 Prozent der Agrarprodukte aus Gollwitz und Umgebung werden an Kunden in Ostdeutschland verkauft.

80 Prozent ihrer Felder erreichen die Mitarbeiter des Betriebes ohne Ortsdurchfahrten.

Vier Millionen Euro hat der Betrieb am Standort Gollwitz investiert.

Vier Wochen Bauzeit wurden für die Straße benötigt. „Ich bin richtig stolz auf den Weg“, sagt Werner Hofreiter.

Den Stellenwert des Agrarunternehmens für den Ortsteil Gollwitz und seine Nachbarn in Richtung Osten schätzt die Ortsvorsteherin sehr hoch ein. Vor zwanzig Jahren ist der aus Oberbayern stammende Werner Hofreiter nach Gollwitz gekommen. Ein Jahr später begannen der Bayer und der vor zehn Jahre verstorbene Brandenburger Landwirt Helmut Klingner mit der Bio-Landwirtschaft auf den Feldern.

Bio-Landwirtschaft auf 1300 Hektar

Der Betrieb bewirtschaftet 1300 Hektar landwirtschaftliche Flächen in Gollwitz, Wust, Jeserig, Schenkenwerg und Götz. Die weitaus meisten Felder sind gepachtet, die Gollwitzer Agrar GmbH steht mit mehr als 30 Pächtern in Kontakt, den Karin Klingner managt.

Der Betrieb hat sich auf Nischen spezialisiert, produziert und bereitet nicht mehr nur Körnermais und Bio-Roggen auf, sondern auch Bio-Lupine als Futter und Lebensmittel sowie seit etwa fünf Jahren glutenfreien Hafer in Bio-Qualität. Das eigene Kraftwerk produziert seit mehr als zehn Jahren Biogas.

Die Gollwitzer Agrar GmbH beschäftigt zwanzig Mitarbeiter plus saisonbedingt drei bis fünf Leute.

Von Jürgen Lauterbach

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