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Dreieinhalb Jahre Haft für Messerangriff

Urteil des Potsdamer Schwurgerichts Dreieinhalb Jahre Haft für Messerangriff

Wegen gefährlicher Körperverletzung, nicht aber wegen versuchten Totschlags hat die Potsdamer Schwurgerichtskammer Fred B. aus Brandenburg an der Havel zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Er hatte seine Ex-Partnerin mit Messern angegriffen. Den Alkoholiker rettete, dass er nur eingeschränkt schuldfähig war.

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Fred B. und sein Verteidiger Thomas Arndt haben das Urteil der Schwurgerichtskammer sofort angenommen.

Quelle: Julian Stähle

Brandenburg an der Havel. Fred B. aus Brandenburg an der Havel wird wegen seiner Alkoholkrankheit in der Entziehungsanstalt hinter Gittern behandelt. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Potsdam hat den 55 Jahre alten Brandenburger am heutigen Dienstag wegen gefährlicher Körperverletzung zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt und die Unterbringung im Maßregelvollzug Eberswalde angeordnet. Angeklagt war der gebürtige Thüringer wegen versuchten Totschlags.

Mit zwei Messern bewaffnet

Am 25. April 2014 war Fred B. im Bürogebäude in der Carl-Reichstein-Straße mit zwei Messern bewaffnet über seine frühere Lebenspartnerin Doreen G. (49) hergefallen, die dort in einem Büro arbeitete. In dem folgenden Kampf verletzte er die sich nach Leibeskräften wehrende Frau an der Hand. Sie trug Schnittwunden an beiden Händen davon. Weil die Sehne eines Ringfingers durchtrennt wurde, bleibt dieser Finger steif.

In den Monaten zuvor hatte er sie unflätig per Handy-Nachricht beschimpft und gedroht, sie zu töten. Der Grund für das Beziehungsdrama war der Dauerstreit um den gemeinsamen zehn Jahre alten Sohn. Weil er den nicht mehr sehen durfte, staute sich eine unheimliche Wut in dem persönlichkeitsgestörten Mann auf, die sich am 25. April 2014 entlud.

Der vorsitzende Richter Frank Tiemann erkennt mit seiner Strafkammer keinen Tötungsvorsatz, auch wenn Fred B. mit erhobenem Messer auf die Frau losging mit den Worten: Ich bring dich um. Denn nicht ein Stich habe auf ihren Körper gezielt, er habe gar nicht zugestochen, obwohl er so viel stärker ist als Doreen G.

Es ging um die Drohung

Wenn er also wirklich gewollt hätte, dann hätte er die unterlegene Frau umbringen können. Richter Tiemann: „Es ging ihm darum, sie zu bedrohen und sie einzuschüchtern, die Kammer bezweifelt sogar, dass er sie verletzen wollte.“ Allerdings habe er die Verletzungen in Kauf genommen.

Die Schuldfähigkeit des Angeklagten sieht die Schwurgerichtskammer stark eingeschränkt, obwohl Fred B. zur Tatzeit nüchtern war. Doch aufgrund seiner Abhängigkeit habe er keine Hemmungen gehabt. Die Richter erkannten auf einen durchschnittlichen Fall von gefährlicher Körperverletzung und verhängten daher ein mittleres Strafmaß.

Dem Mann, der als Techniker, Bereitschaftspolizist, Bauarbeiter, Bauunternehmer und Hausmeister gearbeitet hat, kam zugute, dass er gestanden hat und nur eingeschränkt schuldfähig war. Er nahm das Urteil an, zumal sein Verteidiger Thomas Arndt sein Ziel erreicht hat, dass Fred B. nur wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt wird.

Schwurgericht musste ran

Das Schöffengericht Brandenburg hatte sich Anfang des Jahres außerstande gesehen, Fred B. zu verurteilen, weil es am Ende des Prozesses die Messerattacke als versuchten Totschlag bewertete. Um den zu bestrafen, reicht die Kompetenz eines Schöffengerichts in der Regel nicht aus.

Deshalb verwies das Gericht den Fall an die nächsthöhere Instanz, der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Potsdam. Das Opfer Doreen G. musste sich daher zweimal ausführlich als Zeugin den beiden Gerichtsverfahren stellen und die Feinheiten des Angriffs doppelt schildern, den sie als lebensbedrohend empfand.

Von Jürgen Lauterbach

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