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Brandenburg/Havel Dresdner Kreuzchor gibt Konzert in der Katharinenkirche
Lokales Brandenburg/Havel Dresdner Kreuzchor gibt Konzert in der Katharinenkirche
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11:23 10.07.2018
Der Dresdner Kreuzchor singt in der Katharinenkirche. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Dem Brandenburger Stadtkantor Fred Litwinski ist es nach drei Jahren gelungen, den weltberühmten Dresdner Kreuzchor mit seiner über 800-jährigen Geschichte wieder in die St.-Katharinenkirche einzuladen.

Der Auftritt am Sonntagabend war der Abschluss einer Konzertreise, den der Chor am Ende eines jeden Schuljahres unternimmt. Für die jungen Männer, die in den vergangenen Wochen das Abitur ablegten, sollte es in St. Katharinen das letzte Konzert mit ihrem Chor sein, der für gut neun Jahre ihre musikalische Heimat war.

Nichts spürte man von den physischen Anstrengungen, die von den Sängern nach einer Saison mit unendlich vielen Proben und Konzertterminen, Gottesdiensten und Vespern gefordert wurden.. Als das letzte bewegende „Heilig“ von Franz Schubert als Zugabe gesungen wurde, war klar: Die Ferien sind da.

Wolfgang Behrend am Dirigentenpult. Quelle: JACQUELINE STEINER

Für den erkrankten Kreuzkantor Roederich Kreile stand diesmal Wolfgang Behrend am Dirigentenpult, der in der musikalischen Arbeit mit jungen Leuten Erfahrungen sammeln konnte und seit einem dreiviertel Jahr Dirigent des Dresdner Chores ist. Souverän leitete er die rund 80 Sänger, auf einen ausgesprochen nuancierten und auf größtmögliche Transparenz setzenden Vortrag bedacht. Dazu stellte Behrend das Leise, Unspektakuläre in den Vordergrund, ließ die Choristen in schattiertem Pastell schwelgen, die mannigfachen Möglichkeiten zwischen einfachem Piano und vielfachem Pianissimo ausloten.

Ein ernstes und nachdenkliches Programm

Aber auch das Mezzoforte oder das Forte wurden ohne stimmlichen Druck gesungen. Die Klarheit des Klangs begeisterte, wobei der Sopran mit silberhellen Tönen besonders beeindruckte. Ob mit homophoner Gesangskultur oder mit fließender Polyphonie boten die Kruzianer ein eher ernstes, nachdenkliches Programm, das sich beim Publikum nicht anbiederte.

In tiefe geistliche Dimensionen wurde eingetaucht, in denen von der Endlichkeit des Lebens beim doppelchörigen Satz „Unser Leben ist ein Schatten“ von Johann Bach, einem Vorfahren des bedeutenden Thomaskantors, die Rede ist, beim verzweifelten Ruf nach himmlischer Hilfe in der Komposition „Wie der Hirsch schreiet“ der kanadischen Musikerin Nancy Telfers oder das Wissen um göttliche Erlösung in „O nata lux“, dargebracht in zwei Sätzen unterschiedlicher Jahrhunderte von Thomas Tallis aus dem elisabethnischen Zeitalter, dann von Morten Lauridsen, einem US-amerikanischen Komponisten mit romantisierendem Gestus.

Dresdner Kreuzchor in der Katharinenkirche. Quelle: JACQUELINE STEINER

Eine unmissverständliche Aufforderung zum Lob Gottes gab es mit „Laudate Dominum“, geschrieben vom italienischen Barockkomponisten Giuseppe Ottavio Pitoni beziehungsweise vom Letten Rihards Dubra. Höhepunkt des Konzerts wurde der berühmte Sonnengesang des Franz von Assisi, zweichörig vertont vom Schweizer Komponisten Enjott Schneider.

Kombiniert aus altitalienischen Gesängen, Flüsterpassagen und behutsam eingefügten Clustern ist ein wirkungsmächtiges, herausforderndes Stück entstanden.

Abschließend standen auf dem Programm deutsche Romantiker. Felix Mendelssohn Bartoldys Motette „Warum toben die Heiden“ oder Joahnnes Brahms drei Fest- und Gedenksprüche kamen in klarer unaufdringlicher Interpretation.

Stadtkantor Fred Litwinski hat das Konzert organisiert

Fred Litwinski steuerte zu diesem denkwürdigen Musikereignis farbig registrierte und einfühlsam gespielte Orgelwerke bei: eine Kantilene von Johann Gabriel Rheinberger sowie Cortege et Litanie von Marcel Dupré.

Obwohl ihm für seine Interpretation, für seine Organisation des Konzerts kein Beifall bekundet wurde, soll ihm hier ein Dankeschön mitgeteilt werden.

Von Klaus Büstrin

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