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Brandenburg/Havel Drogen, Böller, Schlagring: Zwei Jahre Haft auf Bewährung
Lokales Brandenburg/Havel Drogen, Böller, Schlagring: Zwei Jahre Haft auf Bewährung
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19:42 30.01.2019
Quelle: dpa
Brandenburg

Ein junger Brandenburger wird nicht im Gefängnis sitzen, wenn er demnächst Vater wird. Das Schöffengericht Brandenburg hat den 25 Jahre alten Angeklagten am Dienstag wegen Drogenhandels, eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und anderer Delikte zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Auf Bewährung.

Der gebürtige Berliner, der in der Havelstadt lebt, war am 3. September 2016 mit dem Auto unterwegs, als die Polizei ihn im Wiesenweg kontrollierte. Dabei entdeckten die Beamten Marihuana in seinem Rucksack.

Zwei Wochen später durchsuchten Polizisten die Wohnung des Mannes, der Kaufmann für das Gesundheitswesen gelernt, aber nie in dem Beruf gearbeitet hat. Dabei kam einiges zum Vorschein: Cannabis, Haschisch und Drogenpilze in Mengen, die den Eigenbedarf deutlich überschreiten.

Außerdem stießen die Polizisten in der Wohnung auf 23 illegale sogenannte Polenböller, einen Schlagring, einen Elektroschocker und auf einige Packungen Testosteron und andere Dopingmittel, die der junge Mann nicht besitzen durfte.

Vor Gericht war der Angeklagte geständig, ohne allerdings seine Drogenkunden zu verraten. Er gab zu, dass er sich mit dem gelegentlichen Verkauf von Rauschgift seinen eigenen Konsum finanziert habe. Er sei so etwas wie ein Gelegenheitsdealer gewesen.

Die erwähnten Waffen habe er sich aber nicht wegen seiner Drogengeschäfte angeschafft. Und mit den Dopingmitteln habe er nicht gehandelt, erklärte der 25-Jährige im Gerichtssaal. Vielmehr habe er die Präparate selbst eingenommen, um seinen Muskelaufbau zu verbessern. „Das ist, wie wenn eine Frau sich schminkt“, erklärte der Fitness-Junkie der Vorsitzenden Richterin.

Das illegale Feuerwerk aus dem Nachbarland hat der Angeklagte eigenen Angaben zufolge nicht in jüngerer Vergangenheit beschafft. Vielmehr sei es von irgend einer Silvesterfeier übrig geblieben. Er habe nicht beabsichtigt, diese Böller abzufeuern.

Der Angeklagte versicherte dem Schöffengericht, dass er seit dem Jahr 2017 keine Betäubungsmittel mehr konsumiere. Die benötige er nicht mehr, denn er habe eine Partnerin und wolle eine Familie gründen.

Seine Partnerin, in deren Wohnung er in wenigen Tagen einziehe, erwarte ein Kind von ihm. Weil er erst einmal Vater sein wolle, habe er noch keine Arbeit gesucht. Das werde sich aber ändern.

Der junge Mann hat bei früherer Gelegenheit bereits eine siebenmonatige Freiheitsstrafe bekommen wegen Drogenmissbrauchs. Diese Strafe hat das Schöffengericht nun auf zwei Jahre erhöht. Der Staatsanwalt und Verteidiger Mario Schink hatten diese Strafe zuvor so beantragt.

Der künftige Familienvater muss sich also bewähren und straffrei bleiben. Sonst droht ihm doch noch Gefängnis.

Von Jürgen Lauterbach

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