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Beim Sport- und Ruderklub ist der Teufel los

Stadt Brandenburg Beim Sport- und Ruderklub ist der Teufel los

Beim Brandenburger Sport- und Ruderklub BSRK ist der Teufel los: Nach zehn Wochen im Amt tritt Vereinschef Thomas Krüger zurück, erst solle der Ex-Vorstand seine Hausaufgaben machen, sagt er. Dem größten Sportverein der Stadt Brandenburg droht offenbar die Pleite, und es soll üble Machenschaften gegeben haben.

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Die Abteilungen Hockey und Turnen drohen mehr oder weniger offen mit dem Ausgründen vom BSRK.
 

Quelle: Marcus Alert

Brandenburg an der Havel.  Knapp zweieinhalb Monate hat es Thomas Krüger im Amt des BSRK-Vorsitzenden ausgehalten, bevor er die Brocken hinwarf - mit ihm Jugendwart Mayk Reunig. Beide waren erst am 29. April in den Vorstand des größten Sportvereins der Stadt gewählt worden.

Krügers Rückzug kann auch als Alarmsignal verstanden werden. Offiziell sagt er auf MAZ-Anfrage nur: „Der alte Vorstand hat noch einige Hausaufgaben zu erledigen.“ Im Klartext: Krüger fürchtet um den Fortbestand des Vereins, sieht die Finanzlage des BSRK in der Nähe einer drohenden Insolvenz. Tatsächlich scheinen ihm die Zahlen Recht zu geben – die Vorausschau auf den Jahresabschluss 2015 prognostiziert laut MAZ-Informationen einen Fehlbetrag von etwa 47.000 Euro. So soll der Verein unter anderem rund 14.000 Euro für das zweite Halbjahr 2013 und 30.700 Euro für 2014 anteilig an Betriebskosten für die Sporthalle Grillendamm zahlen, die von der Evangelischen Schulstiftung betrieben wird. Im Jahre 2011 hatten sich BSRK und Schulstiftung vertraglich darauf geeinigt, dass der Verein 40 Prozent der Betriebskosten trägt. Der Vertrag läuft über 30 Jahre, ohne dass der BSRK irgendeine finanzielle Beteiligung der Stadt zugesichert bekommen hat. Der Klub muss also immer für die Kosten aufkommen - offensichtlich wird er das nicht lange durchhalten, wenn er weiter so wirtschaftet.

Angst vor der Insolvenz

Ex-Vereinschef Andreas Zillkes hält die Angst vor der Insolvenz für übertrieben, „die Abrechnungen der Schulstiftung erscheinen mir als falsch und viel zu hoch“. Krüger mag nur glauben, was in den Büchern steht und an Rechnungen ins Haus flattert. Unter anderem habe der vorherige Vorstand verschwiegen, dass der BRSK offene Forderungen von mehr als 39.000 Euro vor sich her schiebt – nicht allein offene Mitgliedsbeiträge, auch 20.000 Euro von einem früheren Bowlingbahnbetreiber, die wegen dessen Insolvenz wohl nicht mehr einzutreiben sind.

Offensichtlich wurde Krüger das Leben auch schwer gemacht, zu forsch ist er wohl vorgegangen: Er wollte die Finanzen schnell in Ordnung bringen, die Jugendarbeit in den einzelnen Sparten intensivieren, mehr Sponsoren einwerben. So wurde er behindert, musste laut seinem Abschiedsschreiben an die Mitglieder als Vereinschef sogar darum kämpfen, den Schlüssel zur Geschäftsstelle zu erhalten. Als er es wagte, zu fragen, warum sich der BSRK als einziger Verein der Stadt eine hauptamtlich Beschäftigte dort leiste, war es mit dem Frieden ganz vorbei.

Beschuldigungen in alle Richtungen

Dann wurde es grotesk, bestätigen einige der Beteiligten. Angeblich wurde auf dem Vereinsrechner Späh- und Spionagesoftware installiert. Es soll auch heimliche und ebenso unerlaubte Kameraaufnahmen davon geben, wie sich jemand an dem Computer zu schaffen macht. Andere sagen, dass zum ersten Mal seit 2004 eine vernünftige Datensicherung auf dem PC vorgenommen wurde. Direkte und persönliche Beschuldigungen werden höchstens hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen, einige der Kombattanten sollen mit ihren „Beweisen“ bereitstehen, Anwälte einzuschalten.

Das ganze Szenario veranlasste sogar den Vorstand des Stadtsportbundes am Mittwoch zu einer Krisensitzung. „Die Finanzwirtschaft des Vereins muss nun vorbehaltlos von einem unabhängigen Dritten, von einem Wirtschaftsprüfer oder einem Steuerberater, untersucht und bewertet werden“, sagt Werner Jumpertz. Der Chef des Stadtsportbundes will dem Klub auch eine unabhängige Rechtsberatung beim Landessportbund vermitteln. „Es müssen alle Kostenfaktoren von der Geschäftsstelle bis zu Beitragsangelegenheiten kritisch überprüft werden.“ Im Übrigen halte er den Restvorstand für klug genug, zu entscheiden, ob er selbst weitermachen wolle oder ob die Mitglieder erneut zu einer Neuwahl einberufen werden. Jumpertz ist alarmiert über Signale aus den mitgliederstarken Sparten Hockey und Turnen, die sich womöglich ausgründen wollen. „Es darf nicht sein, dass der stärkste Verein der Stadt auseinander bricht.“

Von André Wirsing

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