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Druckgespenst aus der Leitung

Brandenburg/H.: Investition des Wasserversorgers Druckgespenst aus der Leitung

Eigentlich unvorstellbar: Man dreht zu Hause den Wasserhahn auf und die ganze Armatur fliegt aus der Wand, weil die Brawag einfach den Druck im System erhöht hat. Genau das will das Brandenburger Versorgungsunternehmen im Zuge neuer Investitionen verhindern: Die betroffenen Bewohner des Stadtteils Kirchmöser werden nun vielfältig informiert.

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Alexander Korn und Madlyn Weber von der Brawag inspizieren die neuen Druckerhöher-Pumpen.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg an der Havel. Kirchmöser ist ein wasserreicher Ort – umgeben von Plauer-, Möserschem- und Wendsee. Zudem hat es den 65 Meter hohen Wasserturm als Wahrzeichen und im Weinberg versteckt, den größten Frischwasserspeicher der Stadt mit 10.000 Kubikmeter Fassungsvermögen. Das alles hilft allerdings wenig, wenn kein Druck da ist.

Mit gerade einmal 2,6 bar plätschert es aus den Kirchmöseraner Wasserhähnen, normal sind 4,0 bis 4,2 bar Wasserdruck. Ein Problem, welches den Bewohnern wie auch dem Wasserversorger Brawag seit langem bekannt ist. Nun soll es behoben werden. „Wir haben frühzeitig überlegt, wie wir das lösen können. Zuerst haben wir unser Netz saniert, damit dieses auch dem höheren Druck standhält. Nach jetzigem Wissen haben wir das erreicht“, sagt Alexander Korn, Trinkwasserchef bei der Brawag. Es blieben zwei Möglichkeiten: Eine davon war, den Wasserbehälter komplett stillzulegen und das Trinkwasser von Mahlenzien mit entsprechendem Druck direkt durchs Rohr zu drücken.

Drei Druckerhöher-Pumpen installiert

Das birgt allerdings die Gefahr, dass im Falle eines Rohrbruchs auf der acht Kilometer langen Leitung der Ortsteil von der Versorgung abgeschnitten ist. So wurde die zweite Möglichkeit realisiert. Dazu hat die Brawag am Wasserbehälter drei Druckerhöher-Pumpen installieren lassen. Das ankommende Wasser wird entsprechend beschleunigt und weitergeleitet, im Behälter wird das vorhandene Frischwasser in kleineren Schüben ausgetauscht, damit es immer frisch ist. Im Falle einer Havarie bleiben etwa fünf Tage Zeit zur Reparatur. Bei einer täglichen Abnahmemenge von etwa 2000 Kubikmetern reichen die Vorräte für diese Zeit. Die Investitionen für die Stadtwerketochter Brawag indes blieben überschaubar: 65.000 Euro für die Druckerhöhungstechnik, weitere 25.000 Euro für Wartungsbühne und Treppe im Behältergebäude.

Immer Ärger in Kirchmöser

Der Wasserdruck ist nicht das einzige Problem für die Brawag im Ortsteil Kirchmöser.

Jüngst musste die Trinkwasserleitung in der Bahnhofstraße auf rund 1200 Metern komplett ausgewechselt werden, sagt Brawag-Projektchefin Marion Tischer.

Die Leitung war an sehr viele Stellen gebrochen, obwohl sie noch keine 50 Jahre alt war, andere halten 100 Jahre und länger.

Als wahrscheinliche Ursache vermutet Alexander Korn den schwankenden Grundwasserspiegel.

Er hat die Bruchstücke dennoch zum Bundesamt für Materialprüfung geschickt, um die wahre Ursache herauszufinden und daraus Lehren für neue Baustellen zu ziehen. aw

Bleibt nur noch eine Unbekannte: Wie sicher sind die Installationen in den Haushalten der Kirchmöseraner. „Im Extremfall kann es passieren, dass wir morgens den Druck erhöhen, abends schraubt ein Bewohner den Hahn auf und der fliegt aus der Wand“, orakelt Korn. Das soll natürlich auf jeden Fall vermieden werden. Das Unternehmen informiert demnächst über die stadtweit verteilte Zeitschrift „8 vor Ort“, zudem bekommen alle möglicherweise betroffenen Haushalte per Postzustellung Informationsmaterial, „damit sich jeder rechtzeitig an einen Installateur seines Vertrauens wenden kann, um die Armaturen zu überprüfen“. Auf der Internetseite www.brawag.de gibt es zudem eine Liste der zugelassenen Installateur-Firmen. Irgendwann im nächsten Frühjahr soll dann die Druckerhöhungsstation in Betrieb gehen.

Dann wird es auch langsam Zeit, auf den Stand der Dinge zu kommen, moderne Geschirrspüler beispielsweise verlangen mittlerweile einen Mindestdruck von allein 1,5 bar.

Von André Wirsing

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