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Brandenburg/Havel EKZ Görden: Alte Geschäfte müssen weichen
Lokales Brandenburg/Havel EKZ Görden: Alte Geschäfte müssen weichen
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00:18 12.06.2017
Leerstehende Geschäfte im Einkaufszentrum Görden. Quelle: Annika Jensen
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Brandenburg/H

Vor 21 Jahren eröffnete das Einkaufszentrum im Brandenburger Stadtteil Görden. Damals gab es viele kleine und privatgeführte Geschäfte. Heute ist davon nicht mehr viel übrig. Im Gegenteil: auch das, was davon noch übrig ist, soll demnächst verschwinden. Neben dem Kleidungs-Discounter KiK eröffnet bald ein Tedy. Was KiK für die Bekleidungsbranche ist, ist Tedy für die Haushaltwarensparte. Vor allem ist er günstig.

Für das neue Geschäft sollen alte weichen. Im Auftrag des Eigentümers wird die GV Nordost Verwaltungsgesellschaft die Ladenpassage zwischen Rewe und Kik ausbauen lassen. Geplanter Baubeginn ist diesen Herbst. Seit 1. Januar ist die Gesellschaft Vermieterin des Einkaufszentrums.

Die Bügelstube zieht aus. Quelle: Annika Jensen

„Die Vermietung der etwas kleineren Einheiten hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend schwierig gestaltet“, sagt Alexandra Ester, Mitarbeiterin bei GV Nordost. „Dementsprechend hat sich der Eigentümer aufgrund des permanent wiederkehrenden Leerstands für eine Neuausrichtung in Richtung Fachmarktzentrum entschieden.“ Das oberste Ziel sei es, das Einkaufszentrum langfristig marktfähig am Standort zu halten.

Eine große Fläche soll entstehen. Bis jetzt haben dort acht Läden Platz. Drei Verkaufsräume stehen schon seit Jahren leer. Die anderen vier haben die Kündigung zum 30. September bekommen, wobei der Lotto-Laden einen anderen Platz im Gebäudekomplex bekommt. Das Bekleidungsgeschäft „Top Gun“ sowie der „Second Hand Shop“ müssen aber raus – nach 21 Jahren. Und auch die Bügel- und Mangelei „Bügelstube Bienchen“ muss dem neuen Mieter weichen. Sie ist seit vier Jahren in dem Einkaufszentrum. Ob die Filiale des Friseurs „Neue Linie“ den Standort verlassen muss, steht noch nicht fest. Geschäftsführerin Brita Meißner steht noch in Verhandlungen für neue Räume in dem Einkaufszentrum.

Es gibt sie noch: Kunden und Verkäufer. Quelle: Annika Jensen

„Es wäre sehr schade, wenn wir dort wegziehen müssten“, sagt Meißner. „Der Görden ist ein Wohngebiet, das wächst. Es ist für uns ein lukratives Geschäft. Und wir haben uns dort fünf Jahre lang etwas aufgebaut.“ Sie ärgert sich besonders darüber, wie die Kündigung überbracht wurde. Zunächst erhielt sie einen Brief. „Doch der Verwalter wollte sichergehen und hat zusätzlich den Hausmeister mit dem Kündigungsschreiben geschickt“.

So haben ihre Mitarbeiter von ihm und nicht von ihr selbst davon erfahren. Sie wollte ihren Angestellten zunächst nichts sagen, da sie noch Hoffnungen hat, vor Ort bleiben zu können. „Ich wollte ihnen einen sichere Alternative bieten, wenn ich es ihnen mitteile. Sie haben natürlich Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.“ Aber selbst wenn ihre Filiale umziehen muss, werde das nicht geschehen.

Eine, bei der es keine Hoffnungen mehr gibt, ist Martina Mättig, Verkäuferin bei „Top Gun“. „Ich arbeite seit 20 Jahren hier“, sagt sie. „Ich verliere meinen Job.“ Die quirlige Frau steht hinter dem Verkaufstresen und erzählt von der Vergangenheit. „Wir mussten schon einmal umziehen, innerhalb des Komplexes. Damals waren wir in der Durchgangspassage zwischen Rewe und dem Einkaufszentrum. Dann kam KiK.“ Es wurde umgebaut und sämtliche Geschäfte der Passage mussten umziehen. „Wir kamen an schlechtere Plätze. Dadurch sank für viele der Umsatz und ständig mussten Geschäfte dicht machen.“

Eingangsbereich vor Rewe. Quelle: Annika Jensen

Vor dem Laden schlendert Kundin Karin Finger vorbei. Sie ist Stammkundin des Friseurs. „Ich finde das nicht schön“, sagt sie. „Zumal Tedy doch so ähnlich ist wie KiK. Ähnlich günstig, ähnliche Qualität. Wir brauchen keine zwei ähnlichen Geschäfte.“

Auch Anwohnerin Margrit Reek bedauert das Verschwinden der vielen kleinen Geschäfte aus dem Einkaufszentrum Görden. Die Rentnerin hatte beim MAZ-Lesertelefon angerufen. Darauf antwortete Dorit Stawecki von der Fachgruppe Wirtschaftsförderung in der Stadtverwaltung: „Auch die Stadt bedauert, wenn Läden schließen oder altbewährte Standorte verlassen.

Allerdings wird das Angebot vor Ort durch die Nachfrage bestimmt, bei den Schließungen handelt es sich in der Regel um betriebswirtschaftliche Entscheidungen.“ Zudem habe die Verwaltung keinen Einfluss auf die Vermarktung der leerstehenden Ladenlokale, dies obliege dem Eigentümer oder Vermieter, erklärt die Behördenmitarbeiterin.

Von Annika Jensen

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