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Brandenburg/Havel Edler Tropfen vom Marienberg ist ausverkauft
Lokales Brandenburg/Havel Edler Tropfen vom Marienberg ist ausverkauft
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17:46 27.07.2016
Die neue Ernte verspricht wieder volle Weinkeller. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg/H

Stadtwerkechef Uwe Müller, der auch den Wasserversorger Brawag führt, ist „absolut überrascht“: Innerhalb von drei Tagen hat die Brawag die gesamten 1200 Flachen Wein verkauft, die aus dem Trauben des Marienbergs gekeltert wurden.

Zur Erinnerung: Anlässlich der Bundesgartenschau 2015 hatte die Brawag auf dem Marienberg die Tradition des Weinanbaus wiederbelebt, die seit dem Mittelalter aus Brandenburg verschwunden war.

Weinanbau nicht ohne Probleme

Mit großem Aufwand war in den Jahren vor der Buga die Spitze des Marienbergs zu einem Weinberg aus- und umgebaut worden. Profis hatten den Weinanbau und die Lese begleitet und waren überrascht, wie gut der Wein gedieh. Allerdings vollzog sich die Wiederbelebung nicht ohne Probleme: Mal spülte der Starkregen den Boden fort, ein anderes Mal klauten Diebe Teile der Ernte.

Auch wegen des Namens für den Wein gab es Streit. Marienberg-Wein, sollte das Getränk aus den Trauben Solaris und Johanniter heißen. Doch das Landwirtschaftsministerium, das über die uralten Weinrechte wacht, verbot die Lage-Bezeichnung. Obschon mit einer Weintradition gesamte und zum Saale-Unstrut-Gebiet gehörend, ist Brandenburg nicht mehr als eigene Lage ausgezeichnet und darf deshalb seinen Wein nicht wie geplant nennen.

Warum der Wein nun Wasser heißt

Nach langen Diskussionen entschied sich das Team um Uwe Müller für die „Wort- und Bild-Marke“ Marienberg-Wasser unter dem Brandenburger Stadtwappen. Auch wenn „Wasser“ gemeinhin als Schnaps gilt, passe Marienberg-Wasser gut zum Wasserversorger Brawag, sagt Müller. Und tatsächlich: Die Leuten, die jetzt Kiste um Kiste aus der Brawag-Geschäftsstelle holten, sahen es ähnlich.

Müller: „Wir freuen uns über die große Resonanz - und das schon bei der ersten Ernte.“ Wer die feinherbe Abfüllung mit Marajuca-Noten und einem langen Abgang nun noch probieren will, kann nur hoffen, dass in seinem Bekanntenkreis fixe Freunde waren. Der Wein, der laut Uwe Müller „nahezu Bio-Qualität, weil so gut wie gar nicht gespritzt wurde“, wurde für 9,50 Euro verkauft. „Mancher hält das für zu günstig“, sagt Müller. Doch der Preis decke den Aufwand und wir wollen ein regionales Produkt anbieten, das zwar wertig ist, dass sich aber dennoch viele leisten können. In diesem Jahr soll der Ernte-Ertrag deutlich steigen.

Von Benno Rougk

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