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Brandenburg/Havel Ehepaar Baewert setzt Gasthaus-Tradition fort
Lokales Brandenburg/Havel Ehepaar Baewert setzt Gasthaus-Tradition fort
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19:20 24.08.2016
Kathrin und Frank Baewert setzen die Gasthaus-Tradition in Dretzen im Nebenjob fort. Quelle: Jacqueline Steiner
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Dretzen

Hier trifft sich der Stammtisch, wird Weihnachten gefeiert, können sich Gäste bei Familienfeiern ihren eigenen Kuchen mitbringen. Genau 110 Jahre gibt es die Ausspanne der Familie Baewert mitten in Dretzen. Damals ein Neubau zur Straßenseite mit Wohnräumen, Gastwirtschaft und großem Saal in dem bis zu 100 Personen Platz finden. Es war Fritz Baewert, der schon am 18. Mai 1900 am selben Standort sein Wirtshaus eröffnete. Weil das Geschäft gut lief, griff der Mann tief in die Tasche und investierte in eine Erweiterung. Die Ursprünge liegen noch länger zurück. Um 1850 ließ ein August Sauermilch in der Dorfstraße das erste Bier fließen.

Inzwischen steht die vierte Generation am Tresen und in der Küche. Ein Vollzeitjob ist der Gaststättenbetrieb für Kathrin (53) und Frank (54) Baewert allerdings nicht. Sie ist bei der Agrargenossenschaft Buckau angestellt, er ist selbstständiger Vertreter für Gerätebatterien. Die Kneipentür schließt Kathrin Baewert um 17 Uhr auf. Mittwochs kommt der Stammtisch zusammen, jeden Sonntag ist Frühschoppen. Wer Hunger hat, lässt sich eine Bockwurst heiß machen oder ein Schnitzel braten. Montags und dienstags ist Ruhetag.

Steht eine große Bestellung an, mobilisiert das Ehepaar das Familienunternehmen samt den Eltern und den Kindern Max, Antonia und Julius. Legendär sind das Dretzener Frikassee und die Hochzeitssuppe. Doch die Zeiten als der Saal über Monate hinweg für Jugendweihen, Einschulungen und runde Geburtstage ausgebucht war, sind lange vorbei. Geschichte sind auch die LPG-Zeiten, wo die Bauern zum Frühstück vorfuhren. Trinkfreudige Russen vom nahen Übungsplatz Altengrabow nahmen das Bier gleich in Kanistern mit. Das war noch unter der Regie der Alt-Wirte Friederike und Walter Baewert. Die kennen noch die Storys ihrer Eltern, als die Wehrmacht den guten Saal kurzerhand in ein Kriegsgefangenenlager umwandelte. Selbst als Panzerersatzteillager musste die Schwof-Stätte herhalten.

Die Eltern von Frank Baewert, die mittlerweile im 80. Lebensjahr stehen, gaben die Geschäfte vor zwei Jahren an die Kinder ab. „Eine Schließung stand nie zur Diskussion. Für uns war immer klar, dass wir die lange Familientradition fortsetzen wollen. Auch wenn die Rahmenbedingungen heute andere sind“, berichtet Kathrin Baewert. Zusammen mit Ehemann Frank engagiert sie sich im Feuerwehrverein, der heute das gesellschaftliche Leben im Dorf anführt. Dazu gehören auch Kinderfeste und Frauentagsfeiern, zu denen die Dretzener bei Baewerts zusammenkommen. Treffen sich die Männer wie vor 100 Jahren beim Bier, wird der Gastraum immer noch zur Nachrichtenbörse. „Wir sind gerne Gastgeber und haben deshalb Spaß am Dorfkrug“, so Frank Baewert.

Von Frank Bürstenbinder

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