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Eiffelturm und Trikolore statt Roter Adler

MAZ-Schulreporter in Wusterwitz Eiffelturm und Trikolore statt Roter Adler

Die Wusterwitzer Fünftklässler sind MAZ-Schulreporter. Nach den unfassbaren Terroranschlägen in Paris fiel ihnen gleich auf, dass die Zeitung anders aussieht als sonst. Das Projekt finden die Götze-Grundschüler gut: „Weil man Spannendes erfährt und die Zeitung kostenlos bekommt, ohne dass Eltern sie einem vor der Nase wegschnappen können.“

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David und Pavel, die beiden Fußballer, lesen interessiert die MAZ. Pavels Cousin war zum Zeitpunkt der Anschläge in Paris.

Quelle: Claudia Nack

Wusterwitz. Zeitungsstudium steht bei den Fünftklässlern der Wusterwitzer Wilhelm-Götze-Schule seit einer guten Woche auf dem Stundenplan, denn sie sind MAZ-Schulreporter. Nach den schrecklichen Terroranschlägen in Paris bleibt ihnen nicht verborgen, dass die Zeitung anders aussieht als sonst, denn beim Durchblättern geht es fast auf allen Seiten darum. „Und dort, wo immer der Rote Adler ist, steht jetzt der Eiffelturm mit der französischen Fahne“, fällt Charlotte sofort auf.

Die meisten Kinder haben zu Hause mit ihren Eltern über das Unglaubliche gesprochen, andere erst in der Schule. Am Montag punkt Zwölf haben alle 255 Wusterwitzer Schüler mit den Lehrern in ihren Klassen bei der europaweiten Schweigeminute an die 132 getöteten Menschen und vielen Verletzten gedacht. Aber auch daran, dass es erneut passieren und die Gewalt noch näher kommen könnten. Auch über die Attentäter machen sich einige Kinder ihre Gedanken. „Die glauben, wenn die sich in die Luft sprengen, dass sie dann in den Himmel kommen.“

Pavels Cousin war gerade in der französischen Hauptstadt

Der zehnjährige Pavel erzählt, dass sein großer Cousin aus Bensdorf zum Zeitpunkt des Terroranschlags mit seiner Freundin in Paris gewesen sei. Er habe die Reise zum Geburtstag geschenkt gekriegt, wollte sich das Fußballspiel anschauen und bis Sonntag bleiben. „Wegen der Schießereien und Explosionen kam er eher zurück.“ David sah sich mit seinem Vater das Spiel im Fernsehen an. „Als es knallte hat er sich doll erschrocken und dachte, dass es ein Kurzschluss im Haus ist.“ Der politikinteressierte Keon berichtet, dass sein Vater beruflich öfter in Paris war. Einige Kinder waren mit ihren Eltern in Frankreich im Urlaub.

Marion Wehr hat mit der Fünften beim täglichen MAZ-Lesen darüber gesprochen. Die Lehrerin beteiligt sich zum dritten Mal mit Klassen am Schulreporterprojekt. Zum einen, weil im Fach „Politische Bildung“ das Thema Medien behandelt wird. „Zum anderen halte ich es für wichtig, dass sich Kinder nicht nur mit Computer und Smartphone beschäftigen, sondern in der Zeitung verschiedene Lebensbereiche entdecken und dabei Lesen im Alltag üben“, sagt die Lehrerin, die ihnen auch Aufbau und Aufmachung erklären und Berichte mit dem Deutschunterricht verbinden will.

Jede Menge Fragen an die Reporterin

Die Zehn- und Elfjährigen nutzten die Chance, einer MAZ-Reporterin Löcher in den Bauch zu fragen: Wie lange dauert es, bis die Zeitung fertig ist? Wozu ist die kleinen Zeile unter der dicken Überschrift da? Wer denkt sich die Rätsel aus? Wie kommt man auf Themen? Fühlen sich Politiker durch Karikaturen beleidigt? Was verdient man bei der Zeitung? Muss man schön schreiben können? Journalist will von diesen Mädchen und Jungen niemand werden, sondern Hebamme, Polizist, Imker oder Fußballer. Wie David und Pavel, die bei Blau-Weiß spielen und inzwischen auch glauben, dass es bei der WM-Vergabe 2006 eine schwarze Kasse gegeben habe, was nicht okay sei.

Jeden Tag wird die Zeitung eine Viertelstunde lang durchgeblättert und über interessante Themen gesprochen

Jeden Tag wird die Zeitung eine Viertelstunde lang durchgeblättert und über interessante Themen gesprochen.

Quelle: C. Nack

Das Schulreporterprojekt finden die Kinder gut: „Weil man Spannendes erfährt. Mit jemandem von der Zeitung reden kann und die MAZ kostenlos bekommt, ohne dass Eltern sie einem vor der Nase wegschnappen können.“ Sport interessiert generell, sogar Mädchen wie Jolina, die selbst turnt. Aber auch auf Polizeiberichte, Kinderseite, Rätsel und Lokalteil wird geachtet. „Wenn Wusterwitz als Ort fettgedruckt ist, gucken die Kinder besonders hin“, sagt Marion Wehr. So haben sie unlängst ihren neu gestalteten Speisesaal entdeckt und den Bruder von ihrem Direktor, der in Lehnin beim Karneval mitmacht. Und Robert Burstyn, der es unter die letzten 120 DSDS-Kandidaten schaffte und aus Altbensdorf stammt.

Nur eins versteht Charlotte nicht: „Was bedeutet MAZ?“ Denn auf der ersten Seite kann sie nur „Märkische Allgemeine“ lesen.

Von Claudia Nack

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