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Eiliger Brückenschlag

Mit zehn Monaten Verspätung vergibt Hauptausschuss Aufträge Eiliger Brückenschlag

Die lange Wartezeit dürfte sich gelohnt haben: Am 18. November erteilt der Hauptausschuss der Firma Rask Brandenburg GmbH aus Glindow den Zuschlag für den Bau der beiden Fußgängerbrücken über Stadtkanal und Jacobsgraben am Weg zwischen Wiesenweg und Heinrich-Heine-Ufer.

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In dieser Animation ist der künftige Verlauf der Brücke dargestellt, das reale Bild kann allerdings etwas abweichen.

Quelle: Animation

Brandenburg an der Havel . Das kostet nun 2,4 statt 1,8 Millionen Euro, doch preiswerter war es nicht zu haben. Bereits zu Jahresbeginn hatte die Stadt den Bau der beiden Bauwerke ausgeschrieben, Rask hatte dabei die Mitbewerber Krause & Co. aus Neukirchen sowie Ostbau/Stahlbau Dessau auf die Plätze verwiesen. Die Verwaltung musste den Sieger mehrfach bitten, sein Angebot aufrecht zu erhalten und die Preise in der Zwischenzeit nicht noch weiter zu erhöhen. Zwischenzeitlich wollte sie Geld auftreiben, weil das Land bislang nur 1,44 Millionen Euro Fördergeld genehmigt hatte. Die Stadt plante mit einem Eigenanteil von nur 360 000 Euro – nun müssen beide drauflegen. Etwa 35.000 Euro Fördergeld sollen noch fehlen, hieß es gestern aus der Rathausspitze.
 Doch das Geld wird schon irgendwie aufzutreiben sein, viel schlimmer ist das drängende Zeitproblem.

Rask soll nun von Dezember 2013 bis November 2014 bauen. Dabei werden Unmengen an Material bewegt. 1540 Kubikmeter Erdreich sind auszuheben und wegzubringen. Neu gesetzt werden 2130 Quadratmeter Stahlspundwand. 90 Zentimeter starke Betonpfähle mit einer Gesamtlänge von 700 Metern kommen in Fluss- und Ufergrund. 900 Kubikmeter Unterwasserbeton werden vergossen, weitere 700 Kubikmeter Stahlbeton über der Wasseroberfläche. Wegen des wackeligen Baugrundes sind 3000 Quadratmeter so genanntes Geotextil zu verlegen, das die Lasten etwas verteilen soll.

Für den Überbau der eigentlichen Brücken werden allein insgesamt 123 Tonnen Stahl verschweißt. 280 Meter Geländer gibt es auf den Brücken, weitere 540 Meter an den Rampen. Zwölf Straßenlampen und 34 im Geländer integrierte Leuchten sollen für ausreichend Licht sorgen. Im Umfeld der beiden Brücken – speziell auf der Halbinsel mit altem Tram-Depot und E-Werk – sind auch noch etliche Fußwege herzurichten – später dann.

Kommentar: Wer's braucht

Schön, dass es auf den letzten Drücker doch noch mit den beiden Brücken klappt. Schön? Wenn man nur die reine Möglichkeit des Gelangens von A nach B als Bewertungsmaßstab nimmt, kann man die Frage noch knapp bejahen. Doch wer braucht diese Verbindung? Die Buga-Besucher bestimmt nicht, auch wenn das immer wieder tapfer behauptet wird. Wer beim Ankommen auf dem Parkplatz Wiesenweg erst einmal eineinhalb Kilometer laufen muss, ist bedient, bevor er das erste Schau-Areal erreicht. Das Beispiel der gerade boykottierten Gartenschau in Hamburg dürfte Warnung genug sein – hier mussten die Menschen nur 800 Meter laufen. Dann also die Radfahrer, die den Havelradweg nah an der Havel suchen? Vielleicht. Sicher ist allerdings, diese Millionen hätte man sinnvoller verbauen können – in eine echte Attraktion, die neudeutsch „Alleinstellungsmerkmal“ heißt. Oder in das Ertüchtigen der bestehenden Verbindungen ohne neuen Unterhaltungsaufwand.

Von André Wirsing

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