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Brandenburg/Havel Ein Beet im Kornfeld
Lokales Brandenburg/Havel Ein Beet im Kornfeld
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12:25 07.08.2015
Stolz präsentieren die litauischen Gäste aus Anyksciai zur Buga ihren Kornteppich Quelle: Josefine Sack
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Brandenburg/H.

Den roten Teppich haben sie für den brandenburgischen Ministerpräsidenten anlässlich seines Sommerbesuchs auf der Bundesgartenschau (Buga) in der Havelstadt nicht extra ausgerollt. Dafür konnten Besucher auf dem Packhof aber ein weitaus exotischeres Exemplar bewundern: ein litauisches Teppichbeet, das seit Donnerstagabend vor dem Pflanzschiff „Nordstern“ ausliegt. 2,50 Meter breit und acht Meter lang ist das Beet aus Leinensamen und Getreideähren. Geknüpft haben es die Blumenfrauen aus der litauischen Stadt Anyksciai.

Blumenteppiche sind Litauens Spezialität: der Partnergarten auf dem Packhofgelände – mit blumigem Wollknäuel. Quelle: Josefine Sack

Was in Deutschland unter Gartenexperten als „Geschmacksverirrung“ gilt – so jedenfalls ist es auf zahlreichen Gartenkunstportalen im Internet nachzulesen – ist im Baltikum eine jahrhundertealte Tradition. Tatsächlich wirkt der Kornteppich auf dem Packhof auf den ersten Blick archaisch. Doch bei näherem Hinsehen erkennt der Betrachter die filigrane Arbeit, die in dem in stundenlanger Kleinstarbeit zusammengesetzten Pflanzenkunstwerk steckt. Das Ergebnis ist beeindruckend und unterschiedet sich markant von dem, was es sonst so auf der Bundesgartenschau zu sehen gibt: Denn während häufig einzelne Pflanzen im Vordergrund der gärtnerischen Ausstellungen stehen, geht es in der litauischen Teppichbeetkunst um das Gesamtwerk.

Filigrane Strukturen aus Leinsamen und Getreideähren machen den riesigen Korn-Vorleger aus. Quelle: Josefine Sack

Wie ein Mosaik wirkt der großflächige Vorleger wegen seiner filigranen Muster, Formen und Strukturen. Ohne Frage, ein Blick auf das Gebilde genügt, und der Besucher ahnt, dass die Blumenfrauen aus dem litauischen Städtchen keine Anfänger sind, sondern ihr Handwerk verstehen. Jedes Jahr knüpfen und flechten sie Teppiche aus Korn, Früchten und Getreide anlässlich des Teppich-Wettbewerbs, den die Stadt ausrichtet. Der Bürgermeister von Anyksciai gilt als Blumenliebhaber. So entstand auch die Partnerschaft mit der Stadt Brandenburg und der Bundesgartenschau. „Unsere Verknüpfung mit der Gartenschau in der Havelregion und speziell mir Brandenburg an der Havel ist eine gute Sache. Wir können in Bezug auf das städtebauliche Entwicklungspotenzial einer solchen Großveranstaltung viel dazulernen“, sagte der litauische Bürgermeister Sigutis Obelevicius im März 2014, als er den Vertrag für den Partnergarten zur Buga unterzeichnete. Ebenso wie die Havelstadt ist auch Anyksciai umgeben von Wasser: Die Stadt mit mehr als 11 000 Einwohnern liegt am Zusammenfluss der Flüsse Sventoji und Anyksta inmitten einer ländlichen, leicht hügeligen Landschaft mit 76 Seen.

Der Kornteppich kann noch bis Sonntag auf dem Packhof besichtigt werden. Die Gefahr, dass er bei der Hitze eingeht, besteht nicht: Nicht ohne Grund haben h die Blumenfrauen getrocknetes Korn als Flechtmaterial gewählt.

Partnergarten Litauen

2014 unterzeichneten der Bürgermeister der litauischen Stadt Anyksciai, Sigutis Obelevicius, und der Buga-Geschäftsführer Erhard Skupch den Vertrag für einen Themengarten auf dem Packhof.

Der „Partnergarten Litauen“ in Brandenburg/Havel präsentiert zur Buga einen kleinen Ausschnitt zeitgenössischer litauischer Garten- und Handwerkskunst: Aus einem immergrünen Pflanzenwollknäuel fließt ein Blumenschal, der geschmückt mit traditionellen Strickmustern je nach Jahreszeit neu bepflanzt wird.

Anlässlich des jährlich stattfindenden Blütenteppich-Wettbewerbs in Anyksciai wird auf dem Packhof noch bis Sonntag ein Teppichbeet aus Leinenblüten und Getreideähren gezeigt. Teppichbeete gehören zur alten Gartentradition Litauens.

Von Josefine Sack

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