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Ein Dortmund-Fan aus Istanbul

Türkischer Austauschschüler in Golzow Ein Dortmund-Fan aus Istanbul

Die Golzower Bauernfamilie Basigkow hat Zuwachs bekommen. Jedenfalls für ein knappes Jahr. So lange bleibt der türkische Austausschüler Tanberk Ulug zu Gast. Der Elftklässler mag die deutsche Küche und liebt den Dortmunder Fußball.

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Julius, Birgit, Helena und Denny Basigkow mit ihrem Gastschüler Tanberk Ulug, der Teckel-Dame Jona in den Armen hält.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Golzow.

Eigentlich ist Tanberk in Istanbul zu Hause. Doch für ein Schuljahr tauscht er das Gymnasium in seiner Heimatstadt am Bosporus mit dem Fläming-Gymnasium in Bad Belzig, wo der türkische Junge die elfte Klasse besucht. Rund 20 Minuten braucht der Bus, um Tanberk zum Unterricht zu bringen. Ein Schulweg ähnlich wie in Instanbul, doch in Golzow begleitet ihn Helena. Die Tochter der Gasteltern absolviert die neunte Klassenstufe am Kreisstadt-Gymnasium. Sie hilft schon mal aus, wenn es mit dem Deutsch von Tanberk klemmt.

Doch nach zwei Monaten kommt der junge Gast aus der Türkei sehr gut allein zurecht. „Ich bin prima von meinen Mitschülern und den Lehrern aufgenommen worden. Englisch ist für die meisten kein Problem“, berichtet Tanberk. In Golzow haben die Basigkows für ihren Schützling das Gästezimmer samt eigenem Bad hergerichtet. „Tanberk hat sein eigenes Reich. Aber die meiste Freizeit verbringen wir natürlich zusammen“, sagt Birgit Basigkow, die optimistisch die Herausforderungen an eine Gastfamilie annimmt. „Auch wir lernen dazu. Auf englisch und auf türkisch.“ Im Gegenzug schätzt der junge Gast die deutsche Küche ohne Einschränkungen. Würstchen, am liebsten im Speckmantel, sind im Hause Basigkow gerade mächtig angesagt.

Dass es Tanberk für ein Austauschjahr auf einen Bauernhof nach Golzow verschlagen hat, ist reiner Zufall. Der türkische Verein YFU (Youth For Understanding), der sich im internationalen Jugendaustausch engagiert, hat den Istanbuler Jungen nach Deutschland vermittelt. „Mir ging es darum, eine andere Kultur kennenzulernen. Ich wäre auch nach Belgien gegangen. Aber jetzt bin ich sehr glücklich darüber, dass ich in Golzow bin und so warmherzig aufgenommen wurde“, sagte Tanberk der MAZ. Er gehört inzwischen zur Familie, versteht sich bestens mit den beiden Basigkow-Kindern Helena und Julius. Eine innige Freundschaft hat der Gastschüler mit Rauhaarteckel-Dame Jona geschlossen. Die Hündin genießt Tanberks Streicheleinheiten.

Auf Familienausflügen lernte er die Nordsee und Berlin kennen. Leipzig, Freiberg und Dresden behält Tanberk ebenfalls in guter Erinnerung. Hausherr Denny zeigte ihm die Äcker rund um Golzow, die er als Landwirt unterm Pflug hat. Alle Neuigkeiten werden fast täglich mit den Eltern in Istanbul ausgetauscht. Das Internet macht es möglich. Am Wochenende ist Fußball gucken angesagt. Tanberk ist Fan von Fenerbahce Istanbul, doch eine deutsche Lieblingsmannschaft hat er auch. „Borussia Dortmund ist Klasse. Die Mannschaft, die Fans, das Stadion“, schwärmt Tanberk. Die Begeisterung für die Dortmunder ist so groß, dass er sich mit einer Karte für das nächste Heimspiel am 16. Dezember gegen Hoffenheim selbst ein Weihnachtsgeschenk machte.

Von Frank Bürstenbinder

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