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Ein Fest für den Schutzpatron der Fischer

Plauer Fischerjakobi Ein Fest für den Schutzpatron der Fischer

Fisch, Musik und Prozession: Drei Tage lang feierten die Menschen in Brandenburg-Plaue den Fischerjakobi. Das Fest zu Ehren des Schutzpatrons der Fischer hat eine lange Tradition. In diesem Jahr bot das Spektakel einige Überraschungen.

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Besonders die Kleinen hatten auf dem Fischerjakobi viel Spaß.
 

Quelle: I. Schidlowski

Brandenburg an der Havel.  Die Räucheröfen laufen auf Hochtouren. Aal und Lachsforelle locken mit ihrem frischen Duft die Fischfreunde ans Plauer Bornufer. An voll besetzten Tischen genießen die Gäste mit Fischbrötchen und kühlen Getränken das romantische Fleckchen an der Havel.

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Der Fischerjakobi lockte am Wochenende wieder tausende Menschen in den Brandenburger Stadtteil Plaue. Ein Höhepunkt waren der Gottesdienst und die Prozession auf dem Wasser am Sonntagvormittag. Das am Freitag eröffnete Volksfest ging am Samstag mit einem Umzug und einem Markttreiben weiter. Am Abend gab es Musik und Tanz bis Mitternacht.

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Angeführt von Bloco Explosão, der feurigen Samba-Percussion-Formation aus Berlin zogen zuvor 30 bunt geschmückte Wagen durch den Ort. Der Festumzug ist Tradition und bekam in diesem Jahr einen neuen Anreiz. Zum ersten Mal wurden die drei originellsten Wagen mit der besten Stimmung prämiert. Die kleine Jury am Rathaus entschied sich für den Wagen der Lebenshilfe. Als Sieger erhielten die Teilnehmer eine Einladung auf die Havelterrasse an der Schlossschänke. Zweiter wurde der Wagen des SPD-Ortsvereins Kirchmöser/Plaue und auch die Drittplatzierten, Mike Zoske und sein Team von der Firma Baustellensicherung Zoske freuten sich und feierten mit Partylaune.

Buntes Programm

Nachdem das Fest im vergangenen Jahr gerade noch gerettet und auf zwei Tage verkürzt wurde, genossen die Gäste in diesem Jahr schon seit Freitag ein buntes Programm. Bis Mitternacht heizten „Brown Sugar“ mit ihrer Rolling Stones Show bereits am ersten der drei Festtage dem Publikum ordentlich ein.

Schutzheiliger der Fischer

 Jakobus war der Sohn des Fischers Zebedäus und der Salome.

Gemeinsam mit seinem Bruder Johannes gehört er zu den erstberufenen Jüngern Jesus.

Der Überlieferung zufolge soll sich sein Grab auf dem Sternenfeld, dem spanischen „Compostela“, befinden.

Dort wurden ein Wallfahrtszentrum errichtet und am 25. Juli 816 Jakobus’ Reliquien in der neuen Kirche beigesetzt.

Seither ist der 25. Juli der Gedenktag des Jakobus, Schutzpatron der Pilger und auch Schutzheiliger der Fischer.

Am stürmischen Sonnabendnachmittag ließen sich die Ruderer vom Ruderclub Plaue nicht von ihrem Programm abbringen und boten im Kampf gegen eine sich aufschäumende und tobende Havel ein packendes Rennen. Angefeuert von den Moderatoren Udo Geiseler und Jörg Pache, die viel Wissenswertes über den Rudersport zu berichten wussten, bewiesen die Wassersportler ihr Können und erhielten großen Beifall vom Publikum. Besonderes Highlight war der „Mutti“- Vierer, der sich mit zwei Kindervierern messen wollte. Ein nasser Spaß für alle Beteiligten. Auch die Triglaff, das Slawenboot und die „Lina Marie“ vom Historischen Hafen booten kurzzeitig Rundfahrten an, die wegen des Sturms jedoch eingestellt werden mussten. Ruhiger schwammen dagegen die Entchen, die die kleinen Gäste angeln konnten.

Exzellentes Cocker-Double

Mit rosa Zuckerwatte und Eis, Kinderkarussel und Hüpfburg hatten auch sie ihren Spaß an diesem Fest. Wer es etwas besinnlicher mochte, ließ sich von Pfarrer Christian Bochwitz in die Geheimnisse und die Geschichte der etwa 800 Jahre alten Pfarrkirche zu Plaue an der Havel einweihen, genoss Kaffee und selbst gebackenen Kuchen und das Konzert mit Sängerin Viola Parker und Gitarrist Gerd Seffner.

Derweil röhrte Mr. Pete sein „You can leave your hat on” (Du kannst deinen Hut ruhig aufbehalten), beinahe wie der echte Joe Cocker über den Schlosshof. Das war an diesem Sturmsamstag gar nicht so leicht. Doch bunte Hüte wippten trotzdem übers Festgelände und als Mr. Pete, alias Peter Riegel „What a wonderful world“ anstimmt und sogar von der Bühne steigt und sich unters Publikum mischt, möchte man die Welt an diesem Sommertag wahrlich umarmen.

Das taten auch einige Besucher und schwangen bereits am Nachmittag das Tanzbein. Andere genossen im Liegestuhl mit einem Cocktail in der Hand den Blick auf die Havel, während die Wayne Grajeda Band mit Blues und Rock für Stimmung am Bornufer sorgte. Der Höhepunkt des Festes war natürlich die Prozession der Plauer Fischer auf der Havel.

Mit einer Andacht zum Gedenktag des Jakobus des Älteren, dem Schutzheiligen der Fischer, um 10 Uhr begann der Sonntag in der Plauer Kirche. Traditionell erhielten die Fischer anschließend von Pfarrer Christian Bochwitz auf der Havel den Segen.

Von Ina Schidlowski

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